Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage
der Sozialwissenschaften

"40 Jahre Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften" - Ringvorlesung

Mittwochs, 12:15-13:45 MESZ

Start: 16. Juni 2021

Ort: online

Anläßlich des 40jährigen Bestehens der ALLBUS Befragung im Jahr 2020 veranstaltet das Forschungsdatenzentrum ALLBUS eine Ringvorlesung. Die Referentinnen und Referenten der Ringvorlesung verdeutlichen die Bedeutsamkeit des ALLBUS als Datengrundlage der sozialwissenschaftlichen Forschung und zeigen anschaulich den gesellschaftlichen Wandel in Deutschland über die vergangenen vier Jahrzehnte.
Die Reihe startet am 16. Juni mit einem Grußwort von Prof. Christof Wolf (Präsident von GESIS-Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften) und einem Vortrag zu sozialer Mobilität in Ost- und Westdeutschland von Prof. Reinhard Pollak (Abteilungsleiter Dauerbeobachtung der Gesellschaft, GESIS) und Prof. Walter Müller (Universität Mannheim). Es folgen Beiträge von Prof. Karl-Dieter Opp und Prof. Peter Schmidt, Prof. Susanne Rippl und Prof. Elmar Schlüter. Die Veranstaltungsreihe wird im Wintersemester 2021/2022 fortgeführt.

Hinweise zum Ablauf und zur Anmeldung:

Die Online-Reihe wird über Zoom stattfinden. Sie werden jeweils einen Link mit Passwort erhalten. Ihre Kontaktdaten werden wir nach der Veranstaltung/den Veranstaltungen, zu denen Sie sich angemeldet haben, löschen. Informationen zum Datenschutz bei GESIS finden Sie auf unserer Datenschutzseite.

 

 

Termine im Sommersemester 2021

Vortragende:

  • Reinhard Pollak ist Professor für Soziologie an der Universität Mannheim und Leiter der Abteilung Dauerbeobachtung der Gesellschaft bei GESIS.
  • Walter Müller ist Professor (em.) für Soziologie an der Universität Mannheim. Seit 1999 ist er Mitglied der Leopoldina und seit 2007 Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Vortragende:

  • Susanne Rippl ist Professorin für Soziologie an der Technischen Universität Chemnitz mit dem Schwerpunkt Politische Soziologie.

Ostdeutschland steht aufgrund der deutlich höheren Wahlergebnisse der AfD, als Ursprungsort von Pegida und nicht zuletzt wegen der Ereignisse von Chemnitz 2018 im Fokus politischer Analysen. Die Gruppe der 40-60 Jährigen erweist sich dabei als besonders offen für die Angebote rechtspopulistischer Akteure. Eine Generation, die zur Zeit des Mauerbaus geboren wurde und zur Wendezeit ihre Jugend bzw. ihr junges Erwachsenenalter durchlebte. Die Einstellungen dieser Altersgruppe werden daher im Zentrum der Analyse stehen. Es werden Wandlungsprozesse seit 1990 betrachtet - im Vergleich zu den gleichaltrigen Westdeutschen und zu den jüngeren Ostdeutschen der Nachwendegeneration. Dabei wird es auch um die Frage gehen, welche Erfahrungen diese Generation prägten und inwieweit diese eine Erklärung für die heute gefundenen Einstellungsmuster sein könnten.

Vortragende:

  • Karl-Dieter Opp, Universität Leipzig (Emeritus), University of Washington, Seattle (Affiliate Professor)
  • Peter Schmidt, Universität Gießen (Zentrum für Entwicklung und Umwelt) und Institut für Politikwissenschaften (Emeritus)

Gegenstand dieses Beitrags ist die Überprüfung eines Erklärungsmodells politischen Protests mit den Daten des Allbus 2018. Zur Erklärung politischen Protests gibt es mehrere theoretische Ansätze. Wir gehen davon aus, dass die Theorie kollektiven Handelns eine fruchtbare Theorie zur Erklärung von Protest ist. Diese Theorie wird zuerst kurz dargestellt. Wir werden dann ein theoretisches Modell zur Erklärung von Protest skizzieren, das wir mit den Daten des Allbus überprüfen. Dieses Modell wurde bereits mit Daten, die sich auf die Proteste in der DDR im Jahre 1989 beziehen, überprüft (Kittel und Opp 2019). In diesem Beitrag soll analysiert werden, inwieweit die Daten des Allbus 2018 dieses Modell erneut bestätigen. Ein erneuter Test dieses Modells mit dem Allbus ist ein besonders strenger Test, da sich die beiden Datensätze auf sehr unterschiedliche Situationen beziehen: zum einen auf Proteste in dem sich bereits in Auflösung befindlichen autoritären Regime der DDR im Jahre 1989, und zum anderen auf die Situation eines demokratischen Staates fast 30 Jahre später. Allerdings unterscheiden sich die Operationalisierungen der theoretischen Variablen. Zuerst wird die angewendete Theorie kollektiven Handelns und das auf dieser basierende Protestmodell dargestellt. Sodann werden die Operationalisierungen der Variablen des Allbus 2018 behandelt. Wir vergleichen diese dann mit den Operationalisierungen der DDR-Studie. Es folgt die Beschreibung der Ergebnisse unserer Analysen zur Überprüfung des Messmodells und der darauf aufbauenden Pfadmodelle. Abschließend weisen wir auf Grenzen unserer Arbeit sowie auf weitere unseres Erachtens erforderliche Forschungen hin.

 

Vortragende:

  • Elmar Schlüter ist Professor für Methoden der international vergleichende Sozialforschung an der Justus-Liebig-Universität Giessen.