FAQs - Häufige Fragen zum ALLBUS
1. Werden in den ALLBUS-Umfragen immer dieselben Fragen gestellt?
Der ALLBUS wird seit 1980 alle zwei Jahre durchgeführt. In der Regel ist der ALLBUS wie folgt aufgebaut:
1. Ein Block von Fragen ist konstant. Dies sind Fragen zu demographischen Merkmalen, u.a. Familienstand, Haushaltszusammensetzung, Bildung und Beruf, sowie einzelne weitere Fragen nach grundlegenden gesellschaftlich relevanten Merkmalen, wie z.B. dem politischen Interesse und dem Wahlverhalten.
2. Daneben gibt es kleinere Frageblöcke zu bestimmten Themengebieten, die im Abstand von etwa 4 bis 6 Jahren wiederholt werden. Beispiele dafür sind die Einstellungen und Kontakte zu ausländischen Personen und Einstellungen zu Ehe und Familie.
3. Jede ALLBUS-Befragung hat ein bis zwei größere Schwerpunktthemen. 2006 war dies z.B. die Einstellung gegenüber verschiedenen ethnischen Gruppen. Es wird angestrebt, die Schwerpunktthemen in 10-jährigem Abstand zu replizieren.
Vgl. ausführlicher den Überblick über das Fragenprogramm.
2. Welche Materialien sind zu den einzelnen Umfragen erhältlich?
- Alle verfügbaren Originaldokumente, die bei der Erhebung zum Einsatz kamen (z.B. Erhebungsinstrumente und zusätzliche Erhebungsmaterialien)
- Ausführliche Methodenberichte
- Sorgfältig aufbereitete Datensätze in verschiedenen Formaten (insbesondere SPSS, Stata und portable) als scientific use files und public use files
- Added value-Dokumentationen wie Variablenreports und Tabellensupplemente.
3. Welche Fragen wurden bislang im ALLBUS repliziert?
4. Ist der ALLBUS eine Panel-Studie?
5. Wo bekomme ich einen Überblick über bisherige Untersuchungen, die ALLBUS-Daten verwenden?
6. Ist bei Analysen eine Gewichtung der Daten nötig?
Es gibt zwei Besonderheiten der ALLBUS-Stichproben, die in bestimmten Analysen die Verwendung von Design- oder Transformations-Gewichten erfordern oder nahelegen:
Design-Gewicht (Ost-West-Gewicht): Eine Design-Gewichtung ist erforderlich, wenn Aussagen für die Bevölkerung Gesamtdeutschlands gemacht werden sollen, ohne nach Ost- und Westdeutschland zu differenzieren. Seit 1991 wird der ALLBUS auch in den neuen Bundesländern durchgeführt. Um zu vermeiden, dass die Fallzahl für spezifische Analysen der ostdeutschen Bevölkerung zu klein wird, sind Befragte aus den neuen Bundesländern überproportional in der ALLBUS-Stichprobe vertreten. Eine Gewichtungsvariable, die diese Disproportionalität korrigiert, ist im ALLBUS-Datensatz enthalten (Ost-West-Gewicht). Vgl. zur Konstruktion des Gewichts den jeweiligen Methodenbericht sowie Gabler (1994). Werden Analysen für Ost- und Westdeutschland getrennt durchgeführt, ist eine Gewichtung nicht notwendig.
Transformationsgewicht:
Eine Transformations-Gewichtung kann sinnvoll sein, wenn personenbezogene Auswertungen mit den ALLBUS-Daten aus den Jahren 1980 bis 1992 sowie 1998 gemacht werden. In diesen ALLBUS-Jahrgängen hatte nicht jede Untersuchungsperson die gleiche Wahrscheinlichkeit, in die Stichprobe zu gelangen. Die Ursache liegt darin, dass hier die Stichproben nach dem ADM-Design gezogen wurden. Beim ADM-Design wird zunächst eine Haushaltsstichprobe gezogen, wobei die Haushalte (unabhängig von ihrer Größe) die gleiche Auswahlwahrscheinlichkeit haben. Bei der anschließenden Zufallsauswahl je einer Person aus jedem Haushalt hängt die Auswahlwahrscheinlichkeit von der Haushaltsgröße ab: Je größer der Haushalt, desto geringer ist die Auswahlwahrscheinlichkeit für ein einzelnes Haushaltsmitglied. Die unterschiedlichen Auswahlwahrscheinlichkeiten der Personen können durch ein im ALLBUS-Datensatz enthaltenes Gewicht, dem Transformationsgewicht, korrigiert werden. Das Gewicht errechnet sich aus der Zahl der insgesamt im Haushalt in Frage kommenden Personen (der sogenannten reduzierten Haushaltsgröße), dividiert durch ihr eigenes arithmetisches Mittel, um die Fallzahl trotz Gewichtung konstant zu halten. Die Frage, ob das Transformationsgewicht verwendet werden sollte, ist umstritten - u.a. deshalb, weil die durch das Transformationsgewicht korrigierte Verzerrung einer anderen Verzerrung entgegenwirkt, die dadurch erzeugt wird, dass kleinere Haushalte schwerer erreichbar sind als größere. (vgl. kumuliertes Codebuch 1980-96, "Stichproben und Transformationsgewicht" (S. 9-12); sowie Hartmann/Schimpl-Neimanns, 1992).
7. Was muss ich über die verschiedenen Sampling-Designs in der ALLBUS-Serie wissen?
8. Warum werden ab ALLBUS 2016 keine fortlaufenden 'V-Nummern' mehr als Variablennamen in den Datensätzen verwendet?
Ab ALLBUS 2016 erhalten alle Variablen im ALLBUS-Programm feste Namen, die sich über die folgenden Erhebungen und Kumulationen nicht mehr ändern sollen. Für ALLBUS-Nutzende entfällt damit zukünftig die Notwendigkeit bestehende Auswertungsroutinen an die Variablennamen des jeweils verwendeten Datensatzes anzupassen. Die Verwendung von mnemotechnischen Kürzeln und thematisch strukturierten Variablennamen erleichtert darüber hinaus die inhaltliche Orientierung bei der Arbeit mit den Daten.
Eine ausführliche Darstellung der neuen Namenssystematik finden Sie in der Servicepublikation "Variablennamen in ALLBUS: Die Namenssystematik für Variablen ab ALLBUS 2016" (189 kB).