Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage
der Sozialwissenschaften

ALLBUS 2004 (Studien-Nr. 3762, deutsche Version; Studien-Nr. 3764, englische Version)

Erhebungszeitraum:

  •  März 2004 bis Juli 2004

Datenerhebung:

  • TNS Infratest Sozialforschung, München

Datensatz:

  • 2946 Befragte
  • 899 Variablen

Wissenschaftlicher Beirat:

  • Hans-Jürgen Andreß, Universität Köln, Vorsitzender;
  • Andreas Diekmann, ETH Zürich;
  • Hubert Feger, Freie Universität Berlin;
  • Johannes Huinink, Universität Bremen;
  • Heiner Meulemann, Universität Köln;
  • Rüdiger Schmitt-Beck, Universität Duisburg;
  • Heike Solga, Universität Leipzig

 

Inhalt:

Trenderhebung zur gesellschaftlichen Dauerbeobachtung von Einstellungen, Verhalten und sozialem Wandel in Deutschland. Die Schwerpunkte dieser Untersuchung sind für 2004:

  1. Freizeitaktivitäten und Mediennutzung
  2. Soziale Ungleichheit und Wohlfahrtsstaat
  3. Politische Einstellungen
  4. Technischer Fortschritt und Computer (Digital Divide)
  5. Gesundheit
  6. Sonstiges
  7. ALLBUS-Demographie
  8. Daten zum Interview (Paradaten)
  9. Nationale Identität (ISSP)
  10. Bürger und Staat (ISSP)
  11. Ergänzungen und abgeleitete Variablen

Themen:

  1. Freizeitaktivitäten und Mediennutzung: Bücher lesen; Zeitschriften lesen; Schallplatten, CDs, Kassetten hören; Videos, DVDs anschauen; Computer nutzen; im Internet surfen; private Weiterbildung; nichts tun, faulenzen; spazieren gehen, wandern; Yoga, Meditation; Restaurants; Besuche im Freundeskreis; Besuche im Verwandtenkreis; Gesellschaftsspiele; kurze Reisen; politische Beteiligung; ehrenamtliche Tätigkeiten; religiöse Veranstaltungen; Kunst und musische Betätigung; do it yourself; aktiver Sport; Film-, Sport-, Pop-, Jazz-, Tanzveranstaltungen besuchen; klassische Kultur (Oper, Konzerte, Theater, Ausstellungen); Handynutzung; Anzahl der Fernsehgeräte im Haushalt; Dauer und Häufigkeit der Fernsehnutzung; Interesse an Fernsehsendungen: Shows und Quizsendungen, Sportsendungen, Spielfilme, Nachrichten, politische Magazine, Kunst und Kultur, Heimatfilme, Kriminalfilme, Actionfilme, Unterhaltungsserien; Häufigkeit der Lektüre von Tageszeitungen pro Woche.
  2. Soziale Ungleichheit und Wohlfahrtsstaat: Selbsteinschätzung der sozialen Schichtzugehörigkeit; gerechter Anteil am Lebensstandard; Einstellung zum Sozialstaat und zu sozialen Unterschieden; Realisierung persönlicher Erfolgsvorstellungen; Einschätzung angemessener Ausbildungschancen für alle; wichtigste Voraussetzungen für gesellschaftlichen Erfolg und Aufstieg; Einstellungen zu sozialen Unterschieden und Erfolgsbedingungen; Bewertung der eigenen sozialen Sicherung; Haltung zur Ausweitung oder Kürzung von Sozialleistungen.
  3. Politische Einstellungen: politisches Interesse; Postmaterialismus (Wichtigkeit von Ruhe und Ordnung, Bürgereinfluss, Inflationsbekämpfung und freier Meinungsäußerung); Selbsteinstufung auf einem Links-Rechts- Kontinuum.
  4. Technischer Fortschritt und Computer (Digital Divide): Einstellungen zur modernen Technik, Computern und dem Internet; Ort und Zeitpunkt der ersten Nutzung eines Computers; Anzahl der Computer im Haushalt; Art und Dauer der Computernutzung; spezielle Kenntnisse im Umgang mit Computern; warum keine Computernutzung; Internetnutzung; Ort und Zeitpunkt der ersten Internetnutzung; warum keine Internetnutzung; Internetzugang zu Hause; Art und Dauer der Internetnutzung; Verbreitung der Internetnutzung im Freundeskreis; Häufigkeit der Computernutzung am Arbeitsplatz; Internetzugang am Arbeitsplatz; berufliche und private Internetnutzung am Arbeitsplatz.
  5. Gesundheit: Allgemeiner Gesundheitszustand; körperlicher und seelischer Zustand in den letzten vier Wochen; chronische Krankheiten und Beschwerden; im letzten Monat krank gewesen; Grund und Häufigkeit für Arztbesuche in den vergangenen 3 Monaten; Länge eines Krankenhausaufhaltes in den vergangenen 12 Monaten; amtlicher Behinderungsgrad; Rauchgewohnheiten; Körpergröße und Gewicht; Konsumhäufigkeit von verschiedenen Lebensmittelgruppen und Genussmitteln; perzipierte Einflüsse auf Gesundheit und Heilung; Arbeitsbedingungen; Anzahl der Krankschreibungen in den letzten 12 Monaten.
  6. Sonstiges: Beurteilung der derzeitigen und zukünftigen Wirtschaftslage in Deutschland; Beurteilung der eigenen derzeitigen und zukünftigen wirtschaftlichen Situation; Einstellungen zur Rolle der Frau in der Familie; sozialer Pessimismus und Zukunftsorientierung (Anomia); Furcht vor Verlust des Arbeitsplatzes bzw. der betrieblichen Existenz.
  7. ALLBUS-Demographie:
    • Angaben zur befragten Person: Geschlecht, Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter, allgemeiner Schulabschluss, berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen Beruf, Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst, berufliche Leitungsfunktion, wöchentliche Arbeitsdauer, Dauer von Arbeitslosigkeit, Nebenerwerbstätigkeit, Status der Nichterwerbstätigkeit, Angaben zum ehemaligen Beruf, Zeitpunkt der Beendigung hauptberuflicher Erwerbstätigkeit, Angaben zum ersten Beruf, Familienstand, Staatsbürgerschaft (Nationalität), Herkunft, Wohndauer und Mobilität, Befragteneinkommen, Konfession bzw. Religionszugehörigkeit, Kirchgangshäufigkeit, Mitgliedschaft des Befragten in einer Gewerkschaft oder Partei, Wahlabsicht (Sonntagsfrage), Wahlrückerinnerung (im ISSP), Wohnort (Bundesland, Regierungsbezirk, politische Gemeindegröße, BIK-Region).
    • Angaben zum gegenwärtigen Ehepartner: Alter, allgemeiner Schulabschluss, berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen Beruf, Nichterwerbsstatus.
    • Angaben zu nichtehelichen Lebenspartnern: Gemeinsamer Haushalt, Alter, allgemeiner Schulabschluss, berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen Beruf, Nichterwerbsstatus.
    • Angaben zu den Eltern des Befragten: Allgemeiner Schulabschluss, berufliche Ausbildung, Angaben zum Beruf.
    • Haushaltsbeschreibung: Haushaltsgröße, Anzahl von über 17-jährigen Haushaltspersonen (reduzierte Haushaltsgröße), Haushaltseinkommen, Einkommensarten im Haushalt, Haupteinkommensquelle; Wohnungstyp, Größe der Wohnung, Umweltbelastung in der Wohnumgebung; Haltung von Hund oder Katze.
    • Angaben zu den einzelnen Haushaltspersonen (Haushaltsliste): Verwandtschaft der Haushaltspersonen zum Befragten, Geschlecht, Alter, Familienstand; für Kinder außerdem besuchte Schulform, allgemeiner Schulabschluss, Hochschulabschluss.
    • Angaben zu Kindern außerhalb des Haushalts: Geschlecht, Alter, besuchte Schulform, allgemeiner Schulabschluss, Hochschulabschluss.
  8. Daten zum Interview (Paradaten): Interviewdauer und Interviewdatum; Anwesenheit Dritter beim Interview (Anwesenheit von Ehegatte, Partner, Kindern, Familienangehörigen, sonstigen Personen); Eingriff Dritter in das Interview; Kooperationsbereitschaft und Zuverlässigkeit der Angaben der befragten Person, Erreichbarkeit und Bereitschaft zur Teilnahme; Angaben zum Wohngebäude des Befragten und der Wohnumgebung; Bereitschaft zu einer Panelteilnahme; Teilnahme an den ISSP-Zusatzbefragungen.
    Angaben zum Interviewer: Geschlecht, Alter, Schulabschluss, Identifikationsnummer, Interviewerfahrung.
  9. Nationale Identität (ISSP): Verbundenheit mit dem Wohnort, dem Bundesland, Deutschland und Europa; persönliche Identitätsquellen; Kriterien für Deutschsein; Einstellungen zu Deutschland; Nationalstolz; Gründe für Nationalstolz; Betonung nationaler Interessen oder internationale Einbindung; Bewertung internationaler Organisationen; Internet als Informationsquelle; Assimilation oder multikulturelle Gesellschaft; Vorteile und Nachteile von Zuwanderung; nationale Herkunft; Zugang zur deutschen Staatsangehörigkeit und zu Bürgerrechten für Migranten.
    Selbsteinschätzung persönlicher Eigenschaften (Kurzversion des Fünf-Faktoren-Modells (FFM): Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus, Offenheit); Selbsteinstufung auf einer Oben-Unten-Skala; Selbstbeschreibung des Wohnorts; Wahlbeteiligung; Wahlrückerinnerung.
  10. Bürger und Staat (ISSP): Eigenschaften eines guten Bürgers; Versammlungsfreiheit für religiöse Fanatiker, Revolutionäre, Ethnozentristen; soziale und politische Partizipation; Mitgliedschaften; Wichtigkeit verschiedener Bürgerrechte; Politikverdrossenheit und politische Informiertheit; Einschätzung von Einflussmöglichkeiten auf die Politik (political efficacy); politisches Interesse; Vertrauen in die Politiker; Vertrauen in Mitmenschen; politische Arbeit im Alltag; nationale Souveränität und internationale Organisationen; politische Parteien und Bürgerengagement; Bewertung des Wahlprozess; Bürgernähe, Selbstregulierung und Korruption im öffentlichen Dienst; Funktionieren der Demokratie jetzt, vor 10 Jahren, in 10 Jahren; Einstellung zur Einschränkung von Bürgerrechten.
    Selbsteinschätzung persönlicher Eigenschaften (Kurzversion des Fünf-Faktoren-Modells (FFM): Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus, Offenheit); Selbsteinstufung auf einer Oben-Unten-Skala; Selbstbeschreibung des Wohnorts; Wahlbeteiligung; Wahlrückerinnerung.
  11. Ergänzungen und abgeleitete Variablen: Postmaterialismus-Index (nach Inglehart); Familientypologie, Haushaltsklassifikationen (nach Porst und Funk); Berufsvercodung gemäß ISCO (International Standard Classification of Occupations) 1968 und 1988; Berufsprestige (nach Treiman); SIOPS (nach Ganzeboom); ISEI (nach Ganzeboom); Magnitudeprestige (nach Wegener); Einordnungsberufe (nach Terwey); Klassenlagen (nach Goldthorpe); Body-Mass-Index; Ost-West-Gewicht für gesamtdeutsche Auswertungen.

Grundgesamtheit und Auswahl:

  • Untersuchungsgebiet: Bundesrepublik Deutschland
  • Personenstichprobe: Zweistufige, disproportional geschichtete Zufallsauswahl in Westdeutschland (incl. West-Berlin) und Ostdeutschland (incl. Ost-Berlin) aus allen in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Personen (Deutsche und Ausländer), die zum Befragungszeitpunkt in Privathaushalten lebten und vor dem 01.01.1986 geboren sind.
  • In der ersten Auswahlstufe wurden Gemeinden in Westdeutschland und in Ostdeutschland mit einer Wahrscheinlichkeit proportional zur Zahl ihrer erwachsenen Einwohner ausgewählt.
  • In der zweiten Auswahlstufe wurden Personen aus den Einwohnermeldekarteien zufällig gezogen.
  • Zielpersonen mit nicht hinreichend guten Deutschkenntnissen zählen zu den systematischen Ausfällen.

Erhebungsverfahren:

  • Mündliche Befragung mit standardisiertem Frageprogramm (CAPI - Computer Assisted Personal Interviewing)
  • zwei schriftliche Zusatzbefragungen im Rahmen des ISSP (drop off mit Splitverfahren)

Primary Sampling Units / Sample Points:

West:  111 Sample-Points (in 104 Gemeinden)
Ost:  51 Sample-Points (in 46 Gemeinden)

Ausschöpfungsquote:

West:  44,9 %
Ost:  47,6 %

Veröffentlichungen:

  • Bens, Arno 2006:
    Zur Auswertung haushaltsbezogener Merkmale mit dem ALLBUS 2004, in: ZA-Information 59: 143 - 156.
  • Haarmann, Alexander, Evi Scholz, Martina Wasmer und Michael Blohm 2006:
    Konzeption und Durchführung der "Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften" (ALLBUS) 2004. ZUMA Methodenbericht 06/06.
  • Terwey, Michael 2000:
    ALLBUS: A German General Social Survey, in: Schmollers Jahrbuch 120: 151 - 158.
  • Terwey, Michael 2012:
    Generelle Hinweise zur Auswertung der ALLBUS-Daten: Stichprobentypen und Gewichtung, in: Terwey, Michael und Stefan Baltzer (Hrsg.): Variable Report ALLBUS / Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften 1980-2010. ZA-Nr. 4574. Köln: GESIS, GESIS - Variable Reports; No. 2012/51: x - xvi.

Generell ist die uns bekannte Literatur mit Verwendung von ALLBUS-Daten in der ALLBUS-Bibliographie dokumentiert. Diese ALLBUS-Bibliographie ist im GESIS-Webangebot online recherchierbar.

Weitere Hinweise:

  • Befragte aus dem Bereich der neuen Bundesländer sind in den Daten überrepräsentiert (oversample).
  • Eine in der Demographie vereinfachte Version des Datensatzes (457 Variablen) ist als ALLBUScompact 2004 (Studien-Nr. 3763) zusätzlich vorhanden.
  • Der ALLBUS 2004 steht auch in einer englischen Übersetzung zur Verfügung (ALLBUS/GGSS 2004, Studien-Nr. 3764; ALLBUS/GGSScompact, Studien-Nr. 3765 (457 Variablen)).
  • Einen Digital Object Identifier (DOI) zur Zitation der Datensätze finden sie im GESIS Datenbestandskatalog.