Die Allgemeine Bevölkerungsumfrage
der Sozialwissenschaften

ALLBUS 2010 (Studien-Nr. 4610, deutsche Version; Studien-Nr. 4612, englische Version)

Erhebungszeitraum:

  •  Mai 2010 bis November 2010

Datenerhebung:

  • TNS Infratest Sozialforschung, München

Datensatz:

  • 2827 Befragte
  • 981 Variablen

Wissenschaftlicher Beirat:

  • Andreas Diekmann, ETH Zürich
  • Detlef Fetchenhauer, Universität zu Köln
  • Steffen Kühnel, Universität Göttingen
  • Stefan Liebig, Universität Bielefeld, Vorsitz
  • Rüdiger Schmitt-Beck, Universität Mannheim
  • Heike Trappe, Universität Rostock
  • Michael Wagner, Universität Köln

 

Inhalt:

Trenderhebung zur gesellschaftlichen Dauerbeobachtung von Einstellungen, Verhalten und sozialem Wandel in Deutschland. Die Schwerpunkte dieser Untersuchung sind für 2010:

  1. Wichtigkeit von Berufsaspekten
  2. Soziale Ungleichheit und Wohlfahrtsstaat
  3. Politische Einstellungen
  4. Wirtschaft
  5. Egozentrierte Netzwerke und soziales Kapital
  6. Ethnozentrismus und Minoritäten
  7. Einstellungen zur deutschen Vereinigung
  8. Sonstiges
  9. ALLBUS-Demographie
  10. Daten zum Interview (Paradaten)
  11. Soziale Ungleichheit IV (ISSP)
  12. Umwelt III (ISSP)
  13. Ergänzungen und abgeleitete Variablen

 

Themen:

  1. Wichtigkeit von Berufsaspekten: Präferenzen bei einer beruflichen Tätigkeit (Sichere Berufsstellung, hohes Einkommen, gute Aufstiegschancen, anerkannter Beruf, viel Freizeit, interessante Tätigkeit, selbständige Tätigkeit, verantwortungsvolle Tätigkeit, viel menschlicher Kontakt, caritativ helfender Beruf, sozial nützlicher Beruf).
  2. Soziale Ungleichheit und Wohlfahrtsstaat: Selbsteinschätzung der sozialen Schichtzugehörigkeit und Einstufung auf einer Oben-Unten-Skala; Gerechter Anteil am Lebensstandard; Realisierung persönlicher Erfolgsvorstellungen; Einschätzung angemessener Ausbildungschancen für alle; wichtigste Voraussetzungen für gesellschaftlichen Erfolg und Aufstieg; Einkommensunterschiede als Leistungsanreiz; Akzeptanz von sozialen Unterschieden und Einstellung zum Sozialstaat; Haltung zur Ausweitung oder Kürzung von Sozialleistungen; Perzipierte Stärke von Konflikten zwischen gesellschaftlichen Gruppen; Sozialer Pessimismus und Zukunftsorientierung (Anomia).
  3. Politische Einstellungen: Politisches Interesse; Postmaterialismus (Wichtigkeit von Ruhe und Ordnung, Bürgereinfluss, Inflationsbekämpfung und freier Meinungsäußerung); Selbsteinstufung auf einem Links-Rechts-Kontinuum.
  4. Wirtschaft: Beurteilung der aktuellen und zukünftigen Wirtschaftslage in der Bundesrepublik und der eigenen Wirtschaftslage.
  5. Egozentrierte Netzwerke und soziales Kapital: Allgemeines Vertrauen zu Mitmenschen; Umgang mit anderen Menschen; Freunde und vertraute Personen (egozentrierte Netzwerke) mit Angaben über: Geschlecht, Alter, Verwandtschaft und Beziehung zum Befragten, Schulabschluss, Erwerbstätigkeit, berufliche Stellung und Berufsgruppe, Wahlverhalten, Herkunft und Staatsbürgerschaft, Wohndistanz, verglichene Wirtschaftslage, Qualität und Quantität der Kontakte sowie gegenseitige Bekanntschaft; Mitgliedsstatus des Befragten bei diversen Vereinen und Organisationen.
  6. Ethnozentrismus und Minoritäten: Einstellungsskala und Kontakte zu Ausländern in der Familie, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis; Stolz, Deutscher zu sein.
  7. Einstellungen zur deutschen Vereinigung: Einstellung zur Forderung nach mehr Opferbereitschaft im Westen und mehr Geduld im Osten; Wiedervereinigung ist vorteilhaft für Westen bzw. Osten; Zukunft im Osten hängt von Leistungsbereitschaft der Ostdeutschen ab; Wechselseitige Fremdheit der Bürger; Leistungsdruck in den neuen Bundesländern; Einstellung zum Umgang mit individueller Stasi-Vergangenheit; Einschätzung des Sozialismus als Idee.
  8. Sonstiges: Familie als Glücksvoraussetzung; Heirat bei dauernder Partnerschaft; Kind als Heiratsgrund; Allgemeiner Gesundheitszustand; Körperlicher und seelischer Zustand in den letzten vier Wochen; Internetnutzung.
  9. ALLBUS-Demographie:
    • Angaben zur befragten Person: Befragtenattraktivität, Geschlecht, Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter, Herkunft, Staatsbürgerschaft (Nationalität), Anzahl der Staatsbürgerschaften und Angaben zur ursprünglichen Staatsbürgerschaft, allgemeiner Schulabschluss, berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen bzw. früheren Beruf, Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst, etwaige Befristung des Arbeitsverhältnisses, wöchentliche Arbeitsdauer (Haupt- und Nebenerwerb), berufliche Aufsichtsfunktion, Furcht vor Verlust des Arbeitsplatzes, Dauer von Arbeitslosigkeit, Status der Nichterwerbstätigkeit, Zeitpunkt der Aufgabe hauptberuflicher Erwerbstätigkeit, Familienstand, Ehebiographie, gemeinsames Zusammenleben mit dem Ehe- oder Lebenspartner, gemeinsames Zusammenleben mit den Eltern, Alter beim Verlassen der Eltern, Befragteneinkommen, Wohnungstyp, Selbstbeschreibung des Wohnortes, Wohndauer, Distanz zum letzten Wohnort, Religiosität, Konfession bzw. Religionszugehörigkeit,Kirchgangshäufigkeit, Wahlabsicht (Sonntagsfrage) und Wahlbeteiligung, allgemeine Lebenszufriedenheit, Wohnort (Bundesland, Regierungsbezirk, politische Gemeindegröße, BIK-Stadtregion).
    • Angaben zum gegenwärtigen Ehepartner: Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter, allgemeiner Schulabschluss, berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen Beruf, Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst, Furcht vor Verlust des Arbeitsplatzes, Status der Nichterwerbstätigkeit.
    • Angaben zu nichtehelichen Lebenspartnern: Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter, allgemeiner Schulabschluss, berufliche Ausbildung, Erwerbsstatus, Angaben zum gegenwärtigen Beruf, Zugehörigkeit zum öffentlichen Dienst, Furcht vor Verlust des Arbeitsplatzes, Status der Nichterwerbstätigkeit.
    • Angaben zu den Eltern des Befragten: Angaben zum Beruf des Vaters und der Mutter, allgemeiner Schulabschluss von Mutter und Vater, berufliche Ausbildung von Mutter und Vater.
    • Haushaltsbeschreibung: Haushaltsgröße, Anzahl von über 17-jährigen Haushaltspersonen (reduzierte Haushaltsgröße), Haushaltseinkommen.
    • Angaben zu den einzelnen Haushaltspersonen (Haushaltsliste): Verwandtschaft der Haushaltspersonen zum Befragten, Geschlecht der Personen, ihr Geburtsmonat, Geburtsjahr, Alter, Familienstand.
    • Angaben zu Kindern außerhalb des Haushalts: Zahl der Kinder außer Haus, Geschlecht, Geburtsjahr, Alter.
  10. Daten zum Interview (Paradaten): Interviewdatum; Interviewbeginn und -ende; Interviewdauer; Anwesenheit Dritter beim Interview: Anwesenheit des Ehepartners, Partners oder von Kindern beim Interview, Anwesenheit weiterer Familienangehöriger beim Interview; Eingriffe Dritter in den Interviewverlauf; Kooperationsbereitschaft und Zuverlässigkeit der Angaben des Befragten; Mitverfolgen des Interviews am Bildschirm; Teilnahme an anderen Umfragen; Teilnahmebereitschaft bei weiteren schriftlichen Umfragen; Bereitschaft zur Preisgabe der Email-Adresse; Teilnahme an den ISSP-Zusatzbefragungen; Angaben zum Wohngebäude des Befragten und der Wohnumgebung; Erreichbarkeit des Befragten; Auskunftsbereitschaft des Befragten; Zahl der Kontaktversuche; Release.
    Angaben zum Interviewer: Geschlecht, Alter, Schulabschluss, Dauer der Interviewertätigkeit, Identifikationsnummer.
  11. Soziale Ungleichheit IV (ISSP): Voraussetzungen für Erfolg im Leben und im Land; Einstellung zum Sozialstaat und zu sozialen Unterschieden; Schätzung des durchschnittlichen Einkommens ausgewählter Berufsgruppen und Angabe eines gerechtfertigten Einkommens für die Mitglieder dieser Berufsgruppen; Soziale Gerechtigkeit; Soziale Einstufungen auf einer Oben-Unten-Skala; Berufsstatusvergleich mit Vater; Gerecht empfundener Lohn; Gesellschaftsform der BRD; Angaben zu sozialer Position und Erwerbstätigkeit der Eltern; Angaben zum ersten Beruf; Besitztümer der Familie; Schulischer Ehrgeiz.
  12. Umwelt III (ISSP): Wichtigkeitsempfinden verschiedener gesellschaftlich relevanter Themen; Einstellungen zur Privatwirtschaft und zu staatlicher Intervention; Postmaterialismus (Wichtigkeit von Ruhe und Ordnung, Bürgereinfluss, Inflationsbekämpfung und freier Meinungsäußerung); Vertrauen in Mitmenschen, Politiker und die Wissenschaft; Bewusstsein für Umweltprobleme in Deutschland, der Familie und beim Befragten; Wissen über Ursachen und Lösungen von Umweltproblemen; Meinungen über Ursachen, Konsequenzen, Gefahren und Zusammenhänge; Partizipation an umweltschutzrelevanten Aktivitäten; Ursachen des Klimawandels; Angaben zur befragten Person (absolvierte Schuljahre, Erwerbstätigkeit, Anzahl der Mitarbeiter, Art des Arbeitgebers, Erwerbsstatus); Angaben zum Ehe- oder Lebenspartner (Erwerbstätigkeit, wöchentliche Arbeitsdauer (Haupt- und Nebenerwerb), Verantwortung für Mitarbeiter, Erwerbsstatus); Einstufung auf einer Oben-Unten-Skala.
  13. Ergänzungen und abgeleitete Variablen: Postmaterialismus-Index (nach Inglehart); Berufsvercodung gemäß ISCO (International Standard Classification of Occupations) 1968 und 1988; Berufsprestige (nach Treiman); SIOPS (nach Ganzeboom); ISEI (nach Ganzeboom); Magnitudeprestige (nach Wegener); Klassenlagen (nach Goldthorpe); Einordnungsberufe (nach Terwey); Haushaltsklassifikationen (nach Porst und Funk); Familientypologie; Transformationsgewicht für Auswertungen auf Haushaltsebene; Ost-West-Gewicht für gesamtdeutsche Auswertungen.

 

Grundgesamtheit und Auswahl:

  • Untersuchungsgebiet: Bundesrepublik Deutschland
  • Personenstichprobe: Zweistufige, disproportional geschichtete Zufallsauswahl in Westdeutschland (incl. West-Berlin) und Ostdeutschland (incl. Ost-Berlin) aus allen in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Personen (Deutsche und Ausländer), die zum Befragungszeitpunkt in Privathaushalten lebten und vor dem 01.01.1992 geboren sind. In der ersten Auswahlstufe wurden Gemeinden in Westdeutschland und in Ostdeutschland mit einer Wahrscheinlichkeit proportional zur Zahl ihrer erwachsenen Einwohner ausgewählt, in der zweiten Auswahlstufe wurden Personen aus den Einwohnermeldekarteien zufällig gezogen.
    Zielpersonen mit nicht hinreichend guten Deutschkenntnissen zählen zu den systematischen Ausfällen.

 

Erhebungsverfahren:

  • Mündliche Befragung mit standardisiertem Frageprogramm (CAPI - Computer Assisted Personal Interviewing).
  • Zwei Zusatzbefragungen als CASI (Computer Assisted Self-Interviewing) im Rahmen des ISSP (Splitverfahren).

 

Primary Sampling Units / Sample-Points:

West:111Sample Points (in 104 Gemeinden)
Ost:51Sample Points (in 46 Gemeinden)

 

Ausschöpfungsquote:

West:34,9 %
Ost:33,4 %
Gesamt: 34,4 %(gewichtet 34,6 %)

 

Veröffentlichungen:

  • Bens, Arno 2006:
    Zur Auswertung haushaltsbezogener Merkmale mit dem ALLBUS 2004, in: ZA-Information 59: 143 - 156.
  • Blohm, Michael 2006:
    Datenqualität durch Stichprobenverfahren bei der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften - ALLBUS, in: Frank Faulbaum und Christof Wolf (Hg.), Stichprobenqualität in Bevölkerungsumfragen, Bonn: Informationszentrum Sozialwissenschaften 2006: 37 - 54.
  • Koch, Achim und Martina Wasmer 2004:
    Der ALLBUS als Instrument zur Untersuchung sozialen Wandels: Eine Zwischenbilanz nach 20 Jahren, in: Rüdiger Schmitt-Beck, Martina Wasmer und Achim Koch (Hg.), Sozialer und politischer Wandel in Deutschland. Analysen mit ALLBUS-Daten aus zwei Jahrzehnten, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften: 13 - 42.
  • Terwey, Michael 2000:
    ALLBUS: A German General Social Survey, in: Schmollers Jahrbuch 120: 151 - 158.
  • Terwey, Michael 2003:
    Zum aktuellen Wandel im Zugriff auf ALLBUS-Materialien und zur ALLBUS-Nutzung in Publikationen, in: ZA-Information 53: 195 - 202.
  • Terwey, Michael 2012:
    Generelle Hinweise zur Auswertung der ALLBUS-Daten: Stichprobentypen und Gewichtung, in: Terwey, Michael und Stefan Baltzer (Hrsg.): Variable Report ALLBUS / Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften 1980-2010. ZA-Nr. 4574. Köln: GESIS, GESIS - Variable Reports; No. 2012/51: x - xvi.

Generell ist die uns bekannte Literatur mit Verwendung von ALLBUS-Daten in der ALLBUS-Bibliographie dokumentiert. Diese ALLBUS-Bibliographie ist im GESIS-Webangebot online recherchierbar.

 

Weitere Hinweise:

  • Befragte aus dem Bereich der neuen Bundesländer sind in den Daten überrepräsentiert (oversample).
  • Eine in der Demographie vereinfachte Version des Datensatzes (600 Variablen) ist als ALLBUScompact 2010 (Studien-Nr. 4611, deutsche Version; Studien-Nr. 4613, englische Version) zusätzlich vorhanden.