Neuerscheinung: "Exploring the Differential Effects of Perceived Threat on Attitudes toward Ethnic Minority Groups in Germany"

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Jedinger, Alexander, and Marcus Eisentraut. 2020. "Exploring the Differential Effects of Perceived Threat on Attitudes toward Ethnic Minority Groups in Germany." Frontiers in Psychology 10 2895. doi: http://dx.doi.org/10.3389/fpsyg.2019.02895.

In ihrem neuesten Artikel untersuchen Alexander Jedinger und Marcus Eisentraut die Beziehung zwischen kultureller, ökonomischer und krimineller Bedrohungswahrnehmung und Vorurteilen gegenüber verschiedenen Minderheiten in Deutschland (Muslime, Ausländer, Flüchtlinge, Sinti/Roma). Vor dem Hintergrund des sogenannten „Differentiated Threat Approach“ gehen Sie dabei von der Hypothese aus, dass der Effekt von unterschiedlichen Bedrohungswahrnehmungen je nach wahrgenommenen Charakteristika der verschiedenen Minderheiten variiert. Beispielsweise werden bestimmte Gruppen in der öffentlichen Diskussion eher als kriminelle Bedrohung wahrgenommen als etwa eine Gefährdung der eigenen kulturellen Werte und Normen. Anhand von Daten aus dem GESIS-Panel haben sie herausgefunden, dass kulturelle und ökonomische Bedrohungswahrnehmung hauptsächlich Einstellungen gegenüber Muslimen und „Ausländern“ beeinflusst, während kriminelle Bedrohungswahrnehmung eher eine geringe Rolle spielt. Für  Flüchtlinge und Sinti/Roma waren alle drei Bedrohungswahrnehmungen für die Einstellungen gegenüber diesen Gruppen relevant. Die Resultate waren nur teilweise konform mit den kulturspezifischen Bedrohungsprofilen der untersuchten Minderheiten. Daher diskutieren die Autoren in ihrem Fazit die Anwendbarkeit des  „Differentiated Threat Approach“ für die Erklärung von Einstellungen gegenüber Minderheiten in unterschiedlichen kulturellen Kontexten.

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