Digitale Langzeitarchivierung

Jonas Recker

Datenarchiv für Sozialwissenschaften Producer Relations and Outreach

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Der technische Fortschritt erlaubt es uns, immer größere Datenmengen in immer kürzerer Zeit zu sammeln, zu verarbeiten und dauerhaft zu speichern. Zudem ermöglicht die Verfügbarkeit neuer Datentypen wie etwa Transaktionsdaten oder Geodaten die Beantwortung ganz neuer Forschungsfragen.

Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Arbeit von Archiven an Bedeutung, zu deren Aufgaben es zählt, Forschungsdaten zu kuratieren, zu archivieren und dauerhaft verfügbar zu machen. Gleichgültig, ob es sich nun um disziplinspezifische "traditionelle" Datenarchive oder institutionelle Einrichtungen handelt: sie spielen eine zentrale Rolle sowohl als Datenanbieter für Forschende, die diese Daten nachnutzen möchten, als auch als Dienstleister für die sichere und dauerhafte Speicherung von Forschungsdaten. 

Hierbei sind Archive aber mehr als nur "Speichereinrichtungen" für Forschungsdaten. Denn gerade in den Sozial- und Geisteswissenschaften hängt die Qualität und Nutzbarkeit der Daten wesentlich davon ab, mit welchem intellektuellen Aufwand sie aufbereitet und dokumentiert wurden. Indem Archive entsprechende Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit den Forschenden planen und umsetzen, helfen sie, die Qualität von Forschungsergebnissen und den intellektuellen Wert der zugrundeliegenden Daten langfristig zu sichern. 

 

Was ist digitale Langzeitarchivierung?

Im Handbuch der Digital Preservation Coalition wird digitale Langzeitarchivierung wie folgt definiert: “the series of managed activities necessary to ensure continued access to digital materials for as long as necessary. Digital preservation [...] refers to all of the actions required to maintain access to digital materials beyond the limits of media failure or technological change” (Digital Preservation Coalition, 2008).

Insbesondere erfordert digitale Langzeitarchivierung von Forschungsdaten eine Auseinandersetzung mit folgenden Themen:

  • Auswahl von Daten für die Langzeitarchivierung und Übernahme ins Archiv;
  • Anreicherung der Daten mit Dokumentation und Metadaten um die dauerhafte Auffindbarkeit, Zugänglichkeit und Verständlichkeit zu sichern;
  • Regelungen für Zugang und Nachnutzung der Daten;
  • Langzeitarchivierungsstrategien zum Erhalt der Nutzbarkeit der digitalen Objekte, auch angesichts von technischem Wandel;
  • Entwicklung und Implementierung geeigneter (institutioneller oder disziplinspezifischer) Policies für die Langzeitarchivierung und die Zugänglichmachung der Daten;
  • Vertrauenswürdigkeit und Zertifizierung von Archiven.

Weiterführende Informationen zum Thema digitale Langzeitarchivierung finden Sie im CESSDA Introductory Guide on Digital Preservation.

Über die digitale Langzeitarchivierung von Daten am GESIS Datenarchiv können Sie sich auf unseren Webseiten informieren.