Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Das CEWS - Grundlegende Aufgabenstellung

Das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) ist ein Kompetenzzentrum von GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und der nationale Knotenpunkt zur Verwirklichung der Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Forschung in Deutschland.

Das CEWS hat sich in den 20 Jahren seines Bestehens zum Kompetenzzentrum Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft entwickelt und unterstützt eine evidenzbasierte Wissenschafts- und Gleichstellungspolitik, um Wissenschaft insbesondere für Frauen geschlechtersensibel, diskriminierungsfrei und respektvoll zu gestalten. Hierbei steht der Abbau von Hierarchien und Privilegien, die durch strukturelle, soziale, sexistische und rassistische Diskriminierungen entstanden sind, im Fokus der Arbeit des CEWS.

Das Alleinstellungsmerkmal von CEWS ist die kohärente Verschränkung von Forschung, Vernetzung, Beratung und wissenschaftlichem Service. Dabei stellt das CEWS für seine Zielgruppen – wie zum Beispiel Gleichstellungsakteur*innen, Leitungspersonen der Wissenschaftseinrichtungen, Politikgestaltende und Forschende – die Brücke zwischen Forschung und Praxis dar, sein Wirkungsfeld ist international. CEWS trägt zur Verbesserung von Qualität, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Gleichstellungspolitiken und -maßnahmen in Wissenschaft und Forschung auf politischer und organisationaler Ebene ebenso wie auf der Wissensebene bei.

Die Forschung und die nutzendenfreundlichen wissenschaftlichen Services des CEWS basieren auf der Berücksichtigung der geschlechtlichen Vielfalt und Lebensrealitäten und beziehen mit dem Ausgangspunkt der Geschlechterverhältnisse andere Ungleichheitsdimensionen im Sinne einer interkategorialen Perspektive ein.

Fünf Tätigkeitsbereiche

 Das CEWS bearbeitet seine Aufgaben und Ziele in fünf Tätigkeitsbereichen:

Gleichstellungspolitik und -maßnahmen

In diesem Tätigkeitsbereich führt das CEWS Wirksamkeitsstudien in Form von Politikfeldanalysen sowie Evaluationen als anwendungsbezogene Forschungs- und Serviceprojekte durch. Die Projekte behandeln z. B. die Berücksichtigung von Gleichstellung und Gender in der Forschungsförderung, die Rahmenbedingungen von Gleichstellungsmaßnahmen und Wissenschaftskarrieren, vergleichen Gleichstellungspolitiken in der Europäischen Union oder zeigen das Wirkungspotenzial gleichstellungspolitischer Instrumente in der Wissenschaft auf.

Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft

Zu diesem Tätigkeitsfeld gehören zum einen Reviews, mit denen die wissenschaftliche Literatur zum Thema Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft analysiert und aufbereitet wird. Zum anderen werden – meist drittmittelfinanziert – quantitative als auch qualitative sozialwissenschaftliche Studien durchgeführt. Die jeweiligen Ergebnisse wurden in wissenschaftlichen Buchpublikationen, Aufsätzen, Informationsbroschüren, Recherche-Spezial-Heften und Literaturdatenbanken verwertet. CEWS-Forschungsüberblicke und -ergebnisse zum Themenfeld treffen auf großes Interesse; die Erkenntnisse fließen kontinuierlich in Empfehlungen der Hochschul- und Wissenschaftspolitik ein.

Politikberatung und Vernetzung

Das CEWS begleitet und initiiert Diskussionen sowie Meinungsbildungsprozesse, beispielsweise bei der Entwicklung und Durchführung des Professorinnenprogramms, bei gleichstellungsrelevanten Empfehlungen von Wissenschaftsorganisationen oder bei dem Themenschwerpunkt Geschlechtergerechtigkeit im Europäischen Forschungsraum (EFR) sowie der Programmplanung der Europäischen Kommission der Förderlinie Science-with-and-for-Society. Insbesondere die Stakeholder (Wissenschaftsorganisationen, EU- Kommission, BMBF, Politik) werden beraten, dabei werden mögliche Gestaltungsspielräume aufgezeigt und konsequent – auch durch kontinuierliche Gremienarbeit – weiterverfolgt. Der Schwerpunkt liegt hierbei insbesondere auf der strukturellen Ebene sowohl aus gleichstellungspolitischer als auch aus rechtlicher Perspektive (Steuerungsinstrumente, Organisations- und Personalentwicklung und Wissenschaftskultur).

Das CEWS pflegt regionale, nationale, europäische und internationale Vernetzungen mit Wissenschaftsorganisationen, Politik, Landes-/Bundesministerien, Gremien, Forschenden und Netzwerken. Ein Schwerpunkt ist dabei die Vernetzung von Geschlechterforschung und Gleichstellungspolitik.

Wissenschaftlicher Service

Der wissenschaftliche Service zu „Geschlechterverhältnissen und Gleichstellungspolitik in der Wissenschaft“ ist ein zentrales Angebot des CEWS im Bereich forschungsbasierter Dienstleistung. Ziel ist bislang in erster Linie der Transfer von Gender- und Gleichstellungswissen in die Praxis. Zielgruppen sind überwiegend die Gleichstellungsakteur*innen und -interessierte in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, aber auch Wissenschaftler*innen, insbesondere im Feld „Geschlechterverhältnisse und Gleichstellungspolitik in der Wissenschaft“. Das Angebot ist webbasiert und breitgefächert, vom elektronischen CEWS-Journal mit fast 4.000 Abonnierenden über die spezialisierten Datenbanken (z.B. Literatur, Statistiken und Gleichstellungs-/Wissenschaftsrecht) bis hin zum CEWS-Portal.

Statistik und Monitoring

Aufgabe des Bereichs „Statistik und Monitoring“ ist die Aufbereitung und Bereitstellung von Daten, die über die Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft sowie über den Output und die Wirksamkeit von Gleichstellungspolitiken Auskunft geben. In diesem Bereich arbeitet das CEWS schwerpunktmäßig mit quantitativen Daten, nutzt jedoch auch qualitative Daten wie Gesetzestexte, Gleichstellungspläne und ähnliche Dokumente. Mit dem Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten und den retrospektiven Verlaufsanalysen entwickelte das CEWS eigenständige Monitoring-Instrumente. Über die Mitarbeit in der Gruppe „Statistical Correspondents on Women in Science“ findet eine internationale Ausrichtung statt.

Innerhalb von GESIS gehört das CEWS zur Wissenschaftlichen Abteilung Dauerbeobachtung der Gesellschaft (DBG), das Wirkungsfeld ist international. Eigenverantwortlich und auch gemeinsam mit anderen Institutionen werden sowohl deutsche als auch EU-Projekte durchgeführt. Eine Zusammenstellung der aktuellen und abgeschlossenen Drittmittelprojekte finden Sie hier.