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Kompetenz­zentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Das CEWS

Das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) gehört zu GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften und ist der nationale Knotenpunkt zur Verwirklichung der Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Forschung.

Das CEWS hat sich in den über 20 Jahren seines Bestehens zum Kompetenzzentrum Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft weiterentwickelt und unterstützt eine evidenzbasierte Wissenschafts- und Gleichstellungspolitik. Ziel ist es, Wissenschaft insbesondere für Frauen diskriminierungsfrei zu machen und insgesamt das akademische Feld geschlechtersensibel und respektvoll zu gestalten. Im Fokus der Arbeit des CEWS steht der Abbau von Machtverhältnissen und Privilegien, die durch strukturelle, soziale, sexistische und rassistische Diskriminierungssysteme entstanden sind.

Das Alleinstellungsmerkmal von CEWS ist die kohärente Verschränkung von Forschung, Vernetzung, Beratung und wissenschaftlichem Service. Dabei stellt das CEWS für seine Zielgruppen – Gleichstellungsakteur*innen, Leitungspersonen der Wissenschaftseinrichtungen, Politikgestaltende und Forschende – die Brücke zwischen Forschung und Praxis dar. Das Wirkungsfeld von CEWS ist national wie international. CEWS trägt zur Verbesserung von Qualität, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Gleichstellungspolitiken und -maßnahmen in Wissenschaft und Forschung bei.

Die Forschung und die nutzendenfreundlichen wissenschaftlichen Services des CEWS basieren auf der Berücksichtigung der geschlechtlichen Vielfalt sowie verschiedener Lebensrealitäten und zunehmend intersektionaler Ungleichheitslagen. Ausgehend von Geschlechterungleichheiten werden weitere damit verschränkte Ungleichheitsdimensionen in den Blick genommen.

Tätigkeitsbereiche

Das CEWS bearbeitet seine Aufgaben und Ziele in den folgenden Tätigkeitsbereichen:

Mit der wissenschaftlichen Begleitung von Gleichstellungspolitik auf nationaler und europäischer Ebene untersucht das CEWS, in welcher Weise gleichstellungspolitische Initiativen und Programme zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft beitragen. Das CEWS führt Wirksamkeitsstudien in Form von Politikfeldanalysen sowie Evaluationen als auch anwendungsbezogene Forschungs- und Serviceprojekte durch. Evaluiert wurden z.B. das Professorinnenprogramm des Bundes und der Länder oder Gleichstellungspolitiken an einzelnen Hochschulen. In europäischen Projekten zum strukturellen Wandel wirkt das CEWS bei der Evaluation und dem Monitoring von Gleichstellungsplänen mit. Darüber hinaus betrachtet das CEWS den Einfluss von Transformationsprozessen in der Wissenschaft auf die Gleichstellungspolitik. Eine aktuelle Frage ist dabei das Verhältnis von Gleichstellungs- und Diversitätspolitiken.

Im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts StaRQ untersucht das CEWS bis 2022 die Qualitätssicherung von Gleichstellungsmaßnahmen mit dem Ziel, Standards und Leitlinien im engen Austausch mit den Verantwortlichen in den wissenschaftlichen Einrichtungen zu entwickeln.

Trotz positiver Entwicklungen an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen besteht weiterhin keine Chancengerechtigkeit zwischen den Geschlechtern. Deutschland bildet nach wie vor ein Schlusslicht im europäischen Vergleich. Nicht belegte Annahmen zu den Ursachen der geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Karriereverläufe sowie Rezeptionssperren bezüglich bestehender Erkenntnisse bei den Entscheidungstragenden stehen der Realisierung der Chancengerechtigkeit in der Wissenschaft entgegen. Dieser Beharrungskraft der Geschlechterasymmetrie wird auf Seiten der Politik mit intensiven hochschulpolitischen Bemühungen und auf der Ebene der Forschung durch ein stetig anwachsendes Interesse an den entsprechenden Forschungsfragen begegnet. Beim CEWS umfasst dieses Tätigkeitsfeld aktuell zum einen die Bearbeitung des Themas „Geschlechtsbezogene Gewalt in der Wissenschaft“, insbesondere in dem EU-Projekt „UniSAFE“. Zum anderen beschäftigen sich Mitarbeitende des CEWS mit der internationalen Mobilität von Wissenschaftlerinnen und mit den geschlechtsspezifischen Aspekten des Arbeits- und Organisationsklimas in Wissenschaftseinrichtungen.

Das CEWS begleitet die aktuellen deutschen Bund-Länder-Programme wie die Exzellenzstrategie (2016 – 2027), das Professorinnenprogramm III (2018 – 2022), den Pakt für Forschung und Innovation (PFI IV 2021 – 2030), den Hochschulpakt, den Qualitätspakt Lehre, das Bund-Länderprogramm zur Personalgewinnung und ‐entwicklung an Fachhochschulen genauso wie das neue europäische Rahmenprogramm für Forschung und Innovation HORIZONT EUROPA (2021 – 2027) in ihren gleichstellungspolitischen Zielstellungen. 

Insbesondere die Stakeholder (Wissenschaftsorganisationen, EU-Kommission, BMBF, Politik) werden beraten. Dabei werden mögliche Gestaltungsspielräume aufgezeigt und konsequent – auch durch kontinuierliche Gremienarbeit – weiterverfolgt. Der Schwerpunkt liegt hierbei insbesondere auf der strukturellen Ebene sowohl aus gleichstellungspolitischer als auch aus rechtlicher Perspektive (Steuerungsinstrumente, Organisations- und Personalentwicklung und Wissenschaftskultur).

National wie international konsolidiert das CEWS seine nationale und europäische Vernetzung sowohl mit Wissenschaftsorganisationen und Institutionen der Bundes,- Landes- und Europapolitik als auch mit anderen Forschungsinstitutionen sowie Fachgesellschaften und Infrastrukturen der Gender-, Hochschul- und Evaluationsforschung, um zum konstruktiven Austausch zwischen Forschenden, Praktiker*innen und Politiker*innen beizutragen.

Der wissenschaftliche Service zu „Geschlechterverhältnissen und Gleichstellungspolitik in der Wissenschaft“ ist ein zentrales Angebot des CEWS im Bereich forschungsbasierter Dienstleistung. Ziel ist bislang in erster Linie der Transfer von Gender- und Gleichstellungswissen in die Praxis. Zielgruppen sind überwiegend die Gleichstellungsakteur*innen und -interessierte in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, aber auch Wissenschaftler*innen, insbesondere im Feld „Geschlechterverhältnisse und Gleichstellungspolitik in der Wissenschaft“. Das Angebot ist webbasiert und breitgefächert, vom elektronischen CEWSjournal mit fast 4.000 Abonnierenden über die spezialisierten Datenbanken (z.B. Literatur, Statistiken und Gleichstellungs-/Wissenschaftsrecht) bis hin zum CEWS-Portal.

Aufgabe des Bereichs „Statistik und Monitoring“ ist die Aufbereitung und Bereitstellung von Daten, die über die Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft sowie über den Output und die Wirksamkeit von Gleichstellungspolitiken Auskunft geben. In diesem Bereich arbeitet das CEWS schwerpunktmäßig mit quantitativen Daten, nutzt jedoch auch qualitative Daten wie Gesetzestexte, Gleichstellungspläne und ähnliche Dokumente. Mit dem Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten und den retrospektiven Verlaufsanalysen entwickelte das CEWS eigenständige Monitoring-Instrumente. Punktuell führt das CEWS eigene Erhebungen durch, beispielsweise zur Besetzung von Senaten und Fakultätsleitungen. Über die Mitarbeit in der Gruppe „Statistical Correspondents on Women in Science“ findet eine internationale Ausrichtung statt.

Innerhalb von GESIS gehört das CEWS zur wissenschaftlichen Abteilung Data and Research on Society (DRS), das Wirkungsfeld ist international. Eigenverantwortlich und auch gemeinsam mit anderen Institutionen werden sowohl deutsche als auch EU-Projekte durchgeführt. Eine Zusammenstellung der aktuellen und abgeschlossenen Drittmittelprojekte finden Sie hier.

CEWS Aktuell

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