Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

GOWISS

Neue Governance und Gleichstellung der Geschlechter in der Wissenschaft

Ein Verbundvorhaben mit der Universität Paderborn

Projektlaufzeit: 01.01.2016 - 31.12.2016
Bearbeitung: Dr. Christina Möller (Universität Paderborn); Lina Vollmer (bis 15.06.2016 CEWS); Kathrin Samjeske (CEWS)
Leitung: Prof. Dr. Birgit Riegraf (Universität Paderborn); Dr. Andrea Löther (CEWS)

Projektbeschreibung

Leitende Fragen des Vorhabens sind zum einen, ob und inwiefern Gleichstellungsforderungen Bestandteil der Neuorganisation des Wissenschaftssystems sind bzw. waren und zum anderen, wie sich dieser Wandel auf die Rahmenbedingungen von Gleichstellungspolitik und Gleichstellungsarbeit auswirkt. Hintergrund des Vorhabens ist der seit den 1980er Jahren zu beobachtende tiefgreifende Umgestaltungsprozess des deutschen wie des europäischen Wissenschaftssystems, im Rahmen dessen das Verhältnis zwischen Politik und Wissenschaft, zwischen staatlicher Steuerung und Wissenschaftsorganisationen neu gestaltet wird.

Das Vorhaben soll anhand von drei zentral erscheinenden Themenkomplexen, die an der Schnittstelle von Geschlechterforschung, den Arbeiten zu Gleichstellung und Gleichstellungsarbeit sowie der Governance-Forschung angesiedelt sind, bearbeitet werden:

  1. veränderte externe Anforderungen an Wissenschaftsorganisationen und Gleichstellung,
  2. interne Veränderungen an Wissenschaftsorganisationen und der Gleichstellung sowie
  3. veränderte Governancemuster in der Gleichstellungspolitik.

Übergeordnetes Ziel des Vorhabens besteht

  1. in einem besseren Verständnis der gegenwärtigen Entwicklungen,
  2. dem Aufbau weiterer Vernetzungen zwischen unterschiedlichen Akteuren und Akteurinnen in der Gleichstellungsarbeit sowie Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen und
  3. in der Initiierung von Forschungsarbeiten in Kooperation auch mit internationalen Partnern und Partnerinnen. Zugleich sollen im Rahmen eines Austausches zwischen Wissenschaft und Praxis konkrete Maßnahmen entwickelt werden, um Gleichstellung in diesem Umgestaltungsprozess nachhaltiger zu verankern als bisher und um Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem weiter voranzutreiben.

In einem ersten Schritt zielt das Vorhaben daher auf eine Zusammen- und Weiterführung von bereits erarbeiteten Erkenntnissen zum Zusammenhang von veränderten Governance-Strukturen und Gleichstellungsarbeit. Forschungsfragen und -perspektiven sollen dabei mit Blick auf Gleichstellungspolitik und -maßnahmen weiterentwickelt werden. Dies geschieht im Rahmen eines Forschungsworkshops, der zugleich der Vorstrukturierung eines Wissenschafts-Praxis-Dialogs dienen wird. In einem zweiten Schritt soll ein längerfristig angelegter Dialog zwischen Wissenschaft und Gleichstellung initiiert werden, aus dem zugleich Handlungsempfehlungen für die Gleichstellungspraxis hervorgehen. Dazu wird eine größer angelegte Dialogtagung zwischen Wissenschaft und Gleichstellungspolitik veranstaltet, die einen Raum für Gesprächsanlässe zwischen Wissenschaft und Praxis bieten soll.

Der Forschungsworkshop fand am 04. und 05. Juli 2016 in GESIS Köln statt.

Programm GOWISS Forschungsworkshop (200 kB)

Die Beiträge des Forschungsworkshops sind in folgender Publikation veröffentlicht:
Löther, Andrea; Riegraf, Birgit (Hg.) (2017): Gleichstellungspolitik und Geschlechterforschung. Veränderte Governance und Geschlechterarrangements in der Wissenschaft. Leverkusen: Budrich, Barbara (cews.Beiträge Frauen in Wissenschaft und Forschung, 8).

Die Dialogtagung fand am 06. und 07. Oktober 2016 an der Universität Paderborn statt.

Tagungsprogramm (206 kB)

Die Tagungsergebnisse sind über folgende Publikation zugänglich:

Löther, Andrea; Samjeske, Kathrin (2017): Neue Governance und Gleichstellung der Geschlechter in der Wissenschaft. Tagungsdokumentation. Hg. v. GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften: Köln (cews.publik, 20). (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0168-ssoar-51138-5  )

Das Vorhaben wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter den Förderkennzeichen 01FP1510 und 01FP1511 gefördert.

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