Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Bildungsmonitor: Kaum noch Fortschritte

| Kategorien: Wissenschaftspolitik; Bildung und Erziehung; Geschlechterverhältnisse; Gleichstellungspolitik; Gleichstellungsmaßnahmen; Karriereförderung und Weiterbildung; MINT; Wissenschaft Aktuell

Seit 2004 untersucht das Institut der deutschen Wirtschaft die Bildungssysteme der Bundesländer. Im Jahr 2018 gibt es zum ersten Mal einen Rückschritt gegenüber dem Vorjahr, zudem fallen die Fortschritte im langfristigen Vergleich immer kleiner aus. Vor allem in Sachen Schulqualität, Bildungsarmut und Integration besteht dringender Handlungsbedarf.

Es geht um die Kompetenzen der Schüler, um Klassengrößen, Ganztagsbetreuung und Bildungsausgaben: Anhand von 93 Einzelindikatoren auf zwölf Handlungsfeldern analysiert das IW seit 15 Jahren die Bildungssysteme der 16 Bundesländer.

Die Studie enthält Auswertungen nach Geschlecht. 

Ausgewählte Ergebnisse:

"Eine der Herausforderungen der kommenden Jahre besteht darin, die beständigen signifikanten Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen bei den Mathematikkompetenzen abzubauen. Deutschland zählt in der aktuellen Erhebung zu den sechs OECD­Staaten mit der größten Geschlechterdifferenz (Hammer et al., 2016, 244)." (S.58)

"Mit Blick auf das Bildungssystem sollte es das Ziel der OECD-­Länder sein, das Interesse junger Menschen und insbesondere junger Frauen an MINT-­Fächern zu erhöhen, beispielsweise durch Ar­beitsgemeinschaften oder Vertiefungskurse zur frühen Talentför­derung (Renn, 2013), da die Entscheidung für zukünftige Berufe vergleichsweise früh erfolgt. Gerade in Deutschland ist der Anteil der Frauen unter den MINT-­Erstabsolventen in den vergangenen Jahren wieder leicht rückläufig. Besonders niedrig ist der Frauenanteil nach wie vor im Bereich der Ingenieurwissenschaften (An­ger et al., 2017). Unterschiede zwischen den Geschlechtern mani­festieren sich sehr früh. Schon in der Grundschule schätzen Mäd­chen ihre Mathematikkenntnisse eklatant niedriger ein als Jungen, obwohl sich diese Einschätzung nicht durch Noten erklären lässt (Weinhardt, 2017)." (S.87)

Quelle, Download der Studie und weitere Informationen: PM - Institut der deutschen Wirtschaft, 15.08.2019

 

 

 

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