Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Corona, Gender und Forschungsförderung


Kategorien: Geschlechterverhältnisse; Karriereentwicklung; Wissenschaft Aktuell

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Das Antrags- und Begutachtungsverhalten von Wissenschaftlerinnen im ersten Jahr der Coronavirus-Pandemie

Seit gut einem Jahr bestimmt das SARS-COV-2 Virus das gesellschaftliche Leben und den beruflichen Alltag. Von den damit verbundenen Einschnitten bleibt auch die akademische Welt nicht unberührt. Befürchtet wird insbesondere, dass durch die Pandemie Wissenschaftlerinnen im Vergleich zu Wissenschaftlern stärker beansprucht werden und weniger Zeit für die Forschung bleibt.

Auf lange Sicht besteht die Sorge, dass sich dadurch Karrierehemmnisse für Frauen im Wissenschaftssystem ergeben. Gleichzeitig hat die Pandemie für einen beispiellosen Forschungsschub gesorgt, vor allem für Projekte im Zusammenhang mit Corona.

Anlässlich dieser Diskussion werden im vorliegenden Infobrief deskriptive Statistiken aus der DFG-Antragsbearbeitung vorgestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, inwieweit sich im Zeitraum der Coronavirus-Pandemie geschlechtsspezifische Unterschiede im Antrags- und Begutachtungsverhalten bei der DFG erkennen lassen.

Zum DFG-Infobrief 1.21

In der Pressemitteilung zur Jahrespressekonferenz der DFG am 8. Juli 2021 heißt es: 

"Vorerst keine negativen Auswirkungen hat die Coronavirus-Pandemie auf die Beantragung von neuen oder Fortsetzungen von bereits geförderten Projekten, wie eine neue DFG-Auswertung zeigt. So ist etwa die Zahl der Förderanträge in der Einzelförderung zwischen Anfang März 2020 und Ende Februar 2021 im Gegenteil um rund 1800 auf fast 16 700 gestiegen. Besonders deutlich fiel dabei der Zuwachs bei der Antragsstätigkeit von Wissenschaftlerinnen aus: Sie stellten 18 Prozent mehr Förderanträge als im selben Zeitraum des Vorjahrs, während von Wissenschaftlern 11 Prozent mehr Anträge eingingen. Auch der Gesamtanteil der Förderanträge von Wissenschaftlerinnen ist auf nun über 25 Prozent gestiegen. Ähnliche Entwicklungen stellten auch französische und schweizerische Partnerorganisationen und der European Research Council (ERC) fest. „Zumindest diese ersten Zahlen stehen erfreulicherweise auch den mitunter öffentlich diskutierten Befürchtungen entgegen, dass gerade Wissenschaftlerinnen etwa aufgrund verstärkter Fürsorgepflichten aktuell von ihrer wissenschaftlichen Arbeit abgehalten werden. Diese und weitere Entwicklungen müssen nun langfristig und differenziert betrachtet werden“, sagte die DFG-Präsidentin hierzu auf der Pressekonferenz."