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Corona: Traditionelle Aufgabenverteilung im Haushalt belastet Frauen stark

| Kategorien: Vereinbarkeit; Frauen- und Geschlechterforschung; Geschlechterverhältnisse; Gleichstellungspolitik; Wissenschaft Aktuell

Homeschooling, kochen, betreuen: Die Corona-Pandemie stellt Familien vor große Herausforderungen. Neue Umfrageergebnisse der Bertelsmann Stiftung zeigen, dass die Verteilung der Aufgaben zuhause vorwiegend klassischen Rollenbildern zwischen Mann und Frau folgt. Während in der Wahrnehmung der Männer Kinderbetreuung und Hausarbeit gerecht aufgeteilt sind, leiden viele Frauen unter der Krisensituation.

Wie verändert Corona die Rollenverteilung in den Familien? Kontaktsperre und Homeoffice haben dazu geführt, dass Männer und Frauen in diesem Jahr deutlich mehr Zeit zu Hause verbracht haben. Mit welchen Folgen? Bringt die Corona-Krise in deutschen Haushalten den Rollentausch – oder einen Rollback?

Antworten liefert eine neue repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Ipsos im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, die die traditionellen Rollenzuweisungen bestätigt. In der Corona-Krise lastet die Haus- und Familienarbeit zum überwiegenden Teil auf den Schultern der Frauen. So geben 69 Prozent der Frauen an, dass sie die generelle Hausarbeit erledigen, während das unter den Männern gerade einmal elf Prozent von sich behaupten.

Ähnlich verhält es sich bei der Kinderbetreuung und beim Homeschooling: Während laut Auskunft der Frauen jeweils mehr als die Hälfte von ihnen die hier anfallenden Aufgaben übernimmt, sind es bei den Männern nur 13 und 15 Prozent. Demnach finden sich Männer und Frauen bei der Bewältigung der zusätzlichen häuslichen Aufgaben, die mit den Einschränkungen des öffentlichen und beruflichen Lebens einhergehen, häufig in traditionellen Rollen wieder.

Download der Studie

Quelle und weitere Informationen: PM - Bertelsmann Stiftung, 03.12.2020