Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Pandemie // Corona und intersektionale Ungleichheit in Gesellschaft und Wissenschaft

| Kategorien: Diversity, Antidiskriminierung, Intersektionalität; Frauen- und Geschlechterforschung; Geschlechterverhältnisse; Gleichstellungspolitik; Wissenschaft Aktuell; Call for Papers

Die Sektion Politik und Geschlecht der DVPW organisiert vom 5. bis 5. Oktober eine Themenwoche zur Corona-Krise auf dem Blog interdisziplinäre Geschlechterforschung. Deadline für Beiträge ist der 6. September.

Ausgehend vom Appell „Die Notwendigkeit einer feministischen Analyse der Corona-Krise: Ausgangspunkte für eine demokratische, solidarische und intersektionale Gesellschaftsvision“ lädt die Sektion Politik und Geschlecht der DVPW zu Beiträgen für eine  Themenwoche „Pandemie“ vom 5. bis 9. Oktober  2020 im blog interdisziplinäre geschlechterforschung ein.

In der Corona-Krise und der folgenden Wirtschaftskrise spitzen sich soziale Ungleichheiten zu. Sie finden ihren Ausdruck in unwürdigen Arbeitsbedingungen, unter denen (undokumentierte) Migrant*innen arbeiten, und schlagen sich nieder in der Feminisierung der Armut, in Niedriglohnsektoren (besonders in Pflege-Berufen), in hermetisch voneinander getrennten Welten der Armen- und Reichenviertel in den Metropolstädten und im systemischen Rassismus. Diese und weitere Phänomene haben bereits die gesellschaftliche ‚Normalität‘ vor der Pandemie geprägt. Ihre Ursachen sind in multiplen Macht- und Herrschaftsverhältnissen zu finden. Aufgrund dessen trifft der monatelange ‚Lockdown‘, der das gesellschaftliche Leben zum Stillstand brachte, nicht alle Menschen gleich.

In der Bewältigung der Krise zeigen sich wie im Brennglas vergeschlechtlichte soziale und ökonomische Ungleichheiten in ihren intersektionalen Verschränkungen v. a. entlang der Dimensionen Geschlecht, Ethnie/Migration, Klasse und Sexualität. Diese Verschränkungen (re)produzieren höchst unterschiedliche Formen von Verletzlichkeit, Abhängigkeit und Disparität.

Dem steht die Privilegierung dominanter maskuliner, weißer Perspektiven in der Interpretation der Pandemie gegenüber. In der Öffentlichkeit, in der Politik und der Wissenschaft werden die genannten Zusammenhänge daher systematisch vernachlässigt. Demokratische und solidarische Auswege aus der Krise und zur (Wieder-)Herstellung sozialer Kohärenz erfordern aber eine Pluralität wissenschaftlicher Analysen und Reflexionen. Insbesondere ist das reiche Erfahrungswissen sozialer Bewegungen und zivilgesellschaftlichen Engagements notwendig. Inwieweit wurden die Stimmen von Frauen und anderen benachteiligten Gruppen im Prozess der Wissensproduktion systematisch ignoriert und verdrängt? Welche neuen Wege könnte innovative Wissenschaft der Gesellschaft anbieten, um die Gleichheit u. a. der Geschlechter zu fördern? In Politik, Medien und Wissenschaft muss die Vielstimmigkeit der Expertisen, die sich über Wege zu einer demokratischen und solidarischen Gesellschaft jenseits der Corona-Pandemie äußern, hörbar werden.

Mit diesem Ziel lädt die Sektion Politik und Geschlecht der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) im blog interdisziplinäre geschlechterforschung zu Beiträgen ein.

Vollständiger Call:

https://www.gender-blog.de/beitrag/cfp-pandemie-dvpw

Die angenommenen Beiträge werden im Rahmen einer Themenwoche auf dem blog interdisziplinäre geschlechterforschung veröffentlicht. Bei inhaltlichen Fragen wenden Sie sich gerne an Dr. Dorothee Beck und Dr. Miao-ling Hasenkamp.

Der blog interdisziplinäre geschlechterforschung ist ein Wissenschaftsblog des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW.

Kategorien: Diversity, Antidiskriminierung, Intersektionalität; Frauen- und Geschlechterforschung; Geschlechterverhältnisse; Gleichstellungspolitik; Wissenschaft Aktuell; Call for Papers