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Kompetenz­zentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Stark-Watzinger: „Mädchen brauchen starke Vorbilder – vor allem in den Chefetagen“


Kategorien: Fördermaßnahmen; Bildung und Erziehung; Geschlechterverhältnisse; Gleichstellungspolitik; Gleichstellungsmaßnahmen; Wissenschaft Aktuell

BMBF-Pressemitteiung anlässlich des Girls` Day am 28. April: "Nur auf jeder vierten Professorenstelle sitzt eine Frau, nur jede fünfte Hochschule wird von einer Frau geleitet."

"Mit dem morgen stattfindenden Girls` Day fördern das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam das weltweit größte Berufsorientierungsprojekt für Schülerinnen. Ziel ist es, Mädchen darin zu bestärken, bei der Studien- oder Berufswahl ihren Interessen und nicht vermeintlichen Klischees zu folgen.

Denn noch immer ist der Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Deutschland stark nach Geschlecht aufgeteilt. Vorstellungen zur beruflichen Eignung sind eng mit stereotypen Rollenmustern verknüpft. Im Bereich Kfz-Mechatronik und Industriemechanik sind nicht einmal zehn Prozent der Auszubildenden weiblich. Im eher weiblich konnotierten Gesundheitswesen ist dieses ungleiche Verhältnis nahezu umgekehrt. Nur zwei Prozent der Medizinischen Fachangestellten sind männlich.
An den Hochschulen nimmt der Anteil an Frauen ab, je höher es die akademische Karriereleiter hinaufgeht: Überwiegt jeweils bei Abitur und Studienbeginn der Anteil der jungen Frauen, so machen die Doktorandinnen nur noch 45 Prozent und die Habilitandinnen sogar nur noch 35 Prozent aus. In der Professorenschaft ist lediglich ein Viertel weiblich, und nur jede fünfte Hochschule wird von einer Frau geleitet.

Dazu erklärt die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger: „Mädchen brauchen starke Vorbilder für ihre Berufswahl und Karriere, ob in Ausbildungsberufen oder in Wissenschaft und Forschung. Und ganz besonders in den Chefetagen. Das ist nicht nur für die Mädchen selbst wichtig, sondern auch für uns alle: Wir können es uns nicht leisten, auf diesen Schatz an Talenten und Fähigkeiten zu verzichten. Es ist ein Skandal, dass in Deutschland nur ein Viertel der Professorenschaft weiblich ist und nur etwas mehr als ein Fünftel aller Hochschulen von Rektorinnen oder Präsidentinnen geleitet wird. Es ist nicht hinnehmbar, dass aus wissenschaftlichen Arbeiten nachweisbar seltener zitiert wird, wenn diese von Frauen stammen. Im Koalitionsvertrag haben wir uns dafür ausgesprochen, die Gleichstellung von Frauen und Männern noch in diesem Jahrzehnt zu erreichen. Das Bundesforschungsministerium trägt mit einer Reihe von Maßnahmen dazu bei, etwa durch das Professorinnenprogramm, mit dem wir weiblich besetzte Lehrstühle fördern, oder mit Projekten der aktuellen Förderrichtlinie ‚Innovative Frauen im Fokus‘, die Forscherinnen aller Fachbereiche öffentlich sichtbarer machen will.“

Quelle und Hintergrundinformationen zum Girls` Day: PM - BMBF, 27.04.2022

Weitere Informationen

www.girlsday.de

Innovative Frauen im Fokus

Das Professorinnenprogramm