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Zu Ehren von Bundeskanzlerin Merkel: Caroline-Herschel-Medaille für Astronominnen in Großbritannien und Deutschland


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Ein neuer Preis wird herausragende Forschungsarbeiten von Astrophysikerinnen in Großbritannien und Deutschland würdigen.

Die Caroline-Herschel-Medaille, am 1. Juli von der britischen Regierung anlässlich eines Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt, würdigt die langjährige wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern.

Die von der Royal Astronomical Society (RAS) in Zusammenarbeit mit der Astronomischen Gesellschaft (AG) betreute Medaille wird abwechselnd an Forscherinnen aus Großbritannien und Deutschland verliehen und ist mit einem Preisgeld von £10,000 dotiert.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1820 gehörten der RAS Astronominnen und Astronomen aus Deutschland an, darunter Caroline Herschel und ihr Bruder William, die beide in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts nach Bath zogen. Caroline war die erste Frau in Großbritannien, die eine königliche Pension zur Ausübung von Astronomie erhielt. Im Jahr 1828 wurde sie als erste Frau mit der RAS-Goldmedaille ausgezeichnet, die in Anerkennung ihrer Entdeckung von acht Kometen und ihrer Arbeit zur Verfeinerung und Aktualisierung von Sternkatalogen verliehen wurde.

Die Astronomie ist immer noch ein von Männern dominiertes Fach. Die neue Medaille trägt diesem Umstand Rechnung. In Großbritannien sind 12 % der Professuren, 18 % der Senior Lecturers/Readers und 29 % der Dozenten in der Astronomie Frauen. In den Sonnensystemwissenschaften stellen Frauen einen Anteil von 21 % der Professuren, 22 % der Senior Lecturers/Readers und 27 % der Dozenten. In der Physik ist nur jeder fünfte „A-level“ Schüler ein Mädchen, ein Anteil, der seit vielen Jahren weitgehend unverändert ist. In den Astronomie-Studiengängen stellen Frauen etwa drei Zehntel der Studierenden.

In Deutschland erwerben Frauen 30 % der Doktortitel in der Astrophysik, sind aber in Führungspositionen deutlich stärker unterrepräsentiert: Etwa 18 % aller Professuren in der Astronomie und Astrophysik sind mit Frauen besetzt. Die Frauenquote unter den deutschen Mitgliedern der Internationalen Astronomischen Union liegt bei 18% und damit unter dem weltweiten Durchschnitt von 21%.

Es gibt bereits eine Caroline Herschel Preisvorlesung, die 2018 von der RAS und der Herschel Society gestiftet wurde. Die Herschel-Medaille der RAS ist nach Carolines Bruder William benannt. Die neue Auszeichnung nur für Frauen ergänzt beide Preise.

Quelle und weitere Informationen: PM - Astronomischen Gesellschaft (AG), 01.07.2021