Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Frauenanteile an den Hochschulräten nach Bundesländern, 2003 - 2017

| Kategorien: Gremien, Bundesländer

Diagramm

Inhaltliche Beschreibung

Die Grafik zeigt den Frauenanteil an den Hochschulräten im Zeitverlauf von 2003 bis 2017. Angezeigt wird sowohl der Bundesdurchschnitt (), als auch der höchste () und der niedrigste Wert () aller Bundesländer. Frauen sind in den Hochschulräten unterrepräsentiert: im Zeitverlauf ist der durchschnittliche Frauenanteil an den Hochschulräten von 20 Prozent auf aktuell 34 Prozent gestiegen. Zwischen den Bundesländern bestehen große Unterschiede in der Beteiligung von Frauen an den Hochschulräten. 2003 lag der Frauenanteil in den Bundesländern zwischen 5 und 33 Prozent. In 2016 ist die Spannbreite auf 15 bis 50 Prozent angestiegen. Die Daten für 2017 stammen aus einer Vollerhebung des Statistischen Bundesamtes. Die Spannbreite liegt aktuell bei 18 bis 43 Prozent.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Die paritätische Beteiligung von Frauen an Entscheidungsgremien ist eine wichtige geschlechterpolitische Zielsetzung. Hochschulräte als Gremien mit hochschulexternen Personen wurden seit dem Ende der 1990er Jahre in fast allen Bundesländern eingefügt. Je nach Bundesland haben sie unterschiedliche Befugnisse, die von beratenden Funktionen bis zu Entscheidungskompetenzen wie der Mitwirkung bei der Wahl der Hochschulleitung reichen.
Die Hochschulgesetze einiger Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg oder Niedersachsen) sehen Geschlechterquoten bei der Besetzung der Hochschulräte vor.

Quellen

bis 2016: Erhebung des Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS
Jährliche Erhebung bei den Hochschulen per E-Mail
https://www.gesis.org/cews/unser-angebot/publikationen/sonstige-veroeffentlichungen/

ab 2017: Statistisches Bundesamt

Daten als Excel-Datei: hier (131 KB)

Datenqualität

Art der Datenerhebung:
bis 2016: Befragung der Hochschulen, die auf der Hochschulliste der HRK aufgeführt sind, durch das CEWS
ab 2017:  Statistisches Bundesamt: Sekundärerhebung (Vollerhebung) auf Basis der Verwaltungsdaten der Hochschulen

Erhebungstermin:
bis 2016: 31.12; ab 2017: 1.12.

Periodizität:
Jährlich

Ausnahmen:
Das Bremische Hochschulgesetz sieht keinen Hochschulrat vor. Zwei Privatuniversitäten und die Hochschule für öffentliche Verwaltung Bremen haben einen solchen installiert. In Brandenburg ist ein Landeshochschulrat übergreifend für 10 Hochschulen tätig. Für die Universitäten Kiel, Flensburg, Lübeck gibt es einen gemeinsamen Universitätsrat Schleswig-Holstein. Für die Kunsthochschulen in Nordrhein-Westfalen (Musikhochschulen in Detmold, Düsseldorf und Köln, die Folkwang-Hochschule in Essen, die Kunstakademien in Düsseldorf und Münster und die Kunsthochschule für Medien Köln) wurde ein Kunsthochschulbeirat NRW eingerichtet.

Brüche in den Daten:
Die Rücklaufquote der Befragung lag 2016 insgesamt bei 84,2 Prozent. Die Rücklaufquoten in den Bundesländern schwanken zwischen 68,4 Prozent in Hamburg und 100 Prozent in Bundesländern mit einer geringeren Anzahl an Hochschulen wie Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland und Sachsen-Anhalt. Im Zeitverlauf schwankt die Rücklaufquote sowohl insgesamt als auch für einzelne Bundesländer. Es ist unklar, inwieweit sich die Ergebnisse für die Jahre 2003 bis 2016 bei einer Vollerhebung verändern würden.

Erhebungseinheiten:
Bis 2016: weibliche und männliche stimmberechtigte Personen in Hochschulräten, Kuratorien und in ähnlichen Gremien (das Gremium , das mit externen Personen besetzt ist und das, bei mehreren Gremien, die höchste Entscheidungsgewalt besitzt).
Ab 2017: weibliche und männliche Mitglieder in Hochschulräten sowie Universitätsräten, Kuratorien, Stiftungsräten und Aufsichtsräten, die anstelle eines Hochschulrats eingesetzt sind.

Ähnliche Datensätze:
Frauenanteile an den Hochschulleitungen, 1996-2015
Frauenanteile an den Führungspositionen von Forschungseinrichtungen, 1992 - 2016

Weiterführende Literatur

Löther, Andrea (2017): Geschlechtsspezifische Daten zur Besetzung von Hochschulräten und ähnlichen Gremien 2016. Unter Mitarbeit von Frederike Freund. Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS). Köln.
https://www.gesis.org/fileadmin/cews/www/pdf/hochschulr%C3%A4te-cews-2016.pdf
(703 KB)

Borgwardt, Angela; Zöllner, E. Jürgen; Heinze, Rolf G.; Hellermann, Johannes (2013): Hochschulräte und Hochschulsteuerung zwischen Beratung und Kontrolle. 1. Aufl. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung.
http://library.fes.de/pdf-files/studienfoerderung/10087.pdf

Röbken, Heinke; Schütz, Marcel (2013): Hochschulräte. Eine empirische Bestandsaufnahme ihrer Zusammensetzung. In: Die Hochschule: Journal für Wissenschaft und Bildung (2), S. 96–107.
http://www.wissenschaftsmanagement-online.de/sites/www.wissenschaftsmanagement-online.de/files/Hochschulr%C3%A4te%20-%20Eine%20empirische%20Bestandsaufnahme_0.pdf

Papenfuß, Ulf; Friedländer, Benjamin; Haak, Birthe; Krieg, Thilo; Lück, Oliver (2014): Repräsentation von Frauen in wesentlichen Gremien öffentlicher Organisationen in Nordrhein-Westfalen. Eine Bestandsaufnahme. Studie im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter Nordrhein-Westfalen. Unter Mitarbeit von Mareile Kitzel.
http://www.mgepa.nrw.de/mediapool/pdf/ministerium/service/gefoerderte_Publikationen/Frauen_Gremien_NRW.pdf

Suche in der Literaturdatenbank des CEWS: hier

Schlagworte

Statistik und statistische Daten, Hochschulen, Gremien, Bundesländer

Kategorien: Gremien, Bundesländer