Center für Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft

Konferenz: "Gebändigte Unsicherheit. Mediale Inszenierungen von Polizei und Verbrechen", Marburg

Zeitraum:
Veranstalter: Prof. Dr. Sabine Mecking; Dr. Martin Göllnitz
Ort: 35037 Marburg (Deutschland)
.ics / iCalendar: Kalenderdatei herunterladen

Im Fokus stehen mit der Polizei als Trägerin des staatlichen Gewaltmonopols und den terroristischen Gruppierungen, die die Legitimität der politischen Ordnung infrage stellten, zwei Antagonisten, die in der Öffentlichkeit traditionelle Geschlechterrollen durchbrachen.

Der Workshop befasst sich mit (Un-)Sicherheit als vergeschlechtlichtem Phänomen und fokussiert das Themenfeld auf die weiblichen Akteure in polizeilichen und terroristischen Organisationen. Damit rücken zugleich jene Normen und Praktiken von Geschlecht in den Fokus, die von den staatlichen Exekutiven und von extremistischen Gruppierungen zur Absicherung ihrer eigenen Interessen eingesetzt wurden, wenn Frauen in einem männlich konnotierten Aktionsfeld als „Polizistinnen“ oder „Terroristinnen“ agierten. Die Analyse macht zugleich Machtprozesse in ihrer Gewaltförmigkeit, in ihren Körperbezügen sowie in ihrer Medialisierung sichtbar und markiert Wechselwirkungen, Kontinuitätslinien und temporale Widerläufigkeiten von vergeschlechtlichten Repräsentationen, Praktiken und Normsetzungsprozessen.

Es scheint daher lohnenswert, der Frage nachzugehen, wie sich sowohl gesellschaftliche als auch individuelle Fremd- und Selbstwahrnehmungen von Polizistinnen und Terroristinnen im 20. Jahrhundert veränderten, mit welchen kulturell konzipierten und dadurch vergeschlechtlichten Rollenbildern sich die Akteurinnen auseinandersetzen mussten und ob sich zwischen Polizistinnen und Terroristinnen wechselseitige Interdependenzen ergeben haben. Wie wirkten sich beispielsweise die Gewalthandlungen von Terroristinnen, die medial vermittelt und gesellschaftlich diskutiert wurden, auf das Image und die Praxis der weiblichen Ordnungshüter aus? Lassen sich Wechselwirkungen zwischen der Thematisierung weiblicher Gewaltakteure und den Schutzpolizistinnen feststellen?

Anmeldungen bitte bis zum 30. Oktober 2025 unter: landesgeschichte(at)uni-marburg(dot)de

Mehr Informationen finden Sie hier.