Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Tagung „MeToo in Science“: Sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen – Wege zu innovativer Prävention (2. Tag)

Zeitraum:
Ort: online
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Eine Kooperation des Marie Jahoda Centers for International Gender Studies (Ruhr-Universität Bochum), des Zentrums für Geschlechterstudien/Gender Studies Paderborn (Universität Paderborn) und der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Paderborn

"Die #MeToo-Debatte, die seit dem Jahr 2017 insbesondere die internationale Medien-, Kunst- und Kulturszene erschüttert, erhöhte auch an den Hochschulen in Deutschland die Aufmerksamkeit für das bis dahin stark tabuisierte Themenfeld der sexualisierten Diskriminierung und Gewalt.

Ein Meilenstein bildete die Empfehlung der 24. Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz vom 24.04.2018, die sich gegen sexualisierte Diskriminierung und sexuelle Belästigung an Hochschulen richtete und verschiedene Maßnahmenpakete beinhaltete. Die DFG hat zudem den Kodex „Leitlinien guter wissenschaftlicher Praxis“ verabschiedet, der am 01.08.2019 in Kraft trat. Dieser umfasst in Leitlinie 4 auch Maßnahmen gegen Machtmissbrauch sowie das Ausnutzen von Abhängigkeitsverhältnissen. Die Mitgliedshochschulen sind gehalten, bis zum 31.07.2021 die Umsetzung der Leitlinien des Kodex zu gewährleisten.

Wie dringend notwendig auch an Hochschulen eine intensive(re) Beschäftigung mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt ist, zeigten nicht zuletzt verschiedene Fälle der Jahre 2017-2019, die unterschiedliche Hochschultypen und Forschungseinrichtungen betrafen. Sie wurden in überregionalen Medien intensiv verfolgt. Darüber hinaus beschäftigten sich einschlägige Zeitschriften wie „Forschung & Lehre“ sowie die „DUZ“ in Artikeln mit dem Umgang der Hochschulen mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt. Es lässt sich sagen: Die #MeToo-Debatte führte an den Hochschulen das Thema der sexualisierten Diskriminierung und Gewalt endlich aus dem „Dunkelfeld“.

Der hochschulische Alltag zeigt jedoch auch: Der Weg hin zu einem offeneren Diskurs und einem kompetenten Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt ist weit. Zwar existieren an deutschen Hochschulen vielfach Richtlinien, die – durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) angestoßen – das Thema der sexualisierten Diskriminierung und Gewalt adressieren. Jedoch herrscht unter Jurist*innen Uneinigkeit darüber, ob diese über die Hochschulbeschäftigten hinaus auch für Studierende Gültigkeit haben. An vielen Hochschulen sind schließlich die Verfahrenswege bei konkreten Vorfällen unklar. Unklar erscheint überdies, ob und in welchem Umfang Präventionsmaßnahmen überhaupt zur Umsetzung kommen bzw. geeignet sind, ihr intendiertes Ziel zu erreichen.

Die Tagung „MeToo in Science“ nimmt sich mit zwei Veranstaltungen (17.06.2021, 16:00-19:30 Uhr; 01.07.2021, 16:00-19:30 Uhr) dieser komplexen Situation an, um die Diskussion über strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen zu intensivieren sowie den Austausch über innovative Präventionsmaßnahmen zu führen. Sie richtet sich an Wissenschaftsorganisationen, Hochschulleitungen, Ministerien, Gleichstellungsbeauftragte, Mitarbeiter*innen in beratender Tätigkeit (Studierende/Personen im Qualifikationsprozess), Ombudspersonen, Wissenschaftler*innen, Wissenschaftmanager*innen, Personalräte/Gewerkschaften und andere Interessierte.

Der erste Tagungsteil (17.06.2021, 16:00-19:30 Uhr) befasst sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen. Impulse aus dem Bereich der Rechtswissenschaften geben Prof. Dr. Eva Kocher (Europa Universität Viadrina) und Prof. Dr. Ulrike Lembke (HU Berlin). Es diskutieren schließlich die Vizepräsidentin des Europäischen Parlamentes, Katarina Barley (Brüssel), und Prof. Dr. Birgitt Riegraf (Universität Paderborn).

Der zweite Tagungsteil (01.07.2021, 16:00-19:30 Uhr) fokussiert die Möglichkeiten geeigneter und innovativer Prävention, sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Hochschulen vorzubeugen und zu begegnen. Gesucht werden dazu Good-Practice-Beispiele und kreative Ideen, die im Rahmen einer online-Session vorgestellt werden. Hierbei sind unterschiedliche Formate möglich: Vertonte Präsentationen, kurze Filme, 10minütige Live-Vorstellungen, etc. Bereits hier ist es möglich, kreativ zu werden. Wir freuen uns auch über Beteiligungen aus Feldern jenseits der Hochschule und laden explizit auch Personen zum Beispiel aus aktivistischen oder pädagogischen Bereichen oder Unternehmenskulturen ein, die auch für Hochschulpolitik und -alltag impulsgebend sein können.

Haben Sie Fragen zur Veranstaltung? Bitte wenden Sie sich an das Organisationsteam:

Ruhr-Universität Bochum: Dr. Beate von Miquel, E-Mail: beate.vonmiquel(at)rub(dot)de

Universität Paderborn: Dr. Claudia Mahs, E-Mail: cmahs(at)mail.upb(dot)de"

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