Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Wird verschoben: Medien und Ungleichheiten (Trans-)nationale Perspektiven auf Geschlecht, Diversität und Identität

Zeitraum: 23.09.20 - 25.09.20

Ort: Hochschule Magdeburg-Stendal, Standort Magdeburg

Gemeinsame Jahrestagung 2020 der Fachgruppen Interkulturelle und internationale Kommunikation und Medien, Öffentlichkeit und Geschlecht in der DGPuK .

Organisationsteam am Institut für Journalismus, Hochschule Magdeburg-Stendal: Elke Grittmann, Jan Pinseler, Franziska Rauchut.

"Medien sind in soziale und globale Ungleichheitsverhältnisse vielfältig involviert. Marginalisierungen aufgrund von Geschlecht und anderer sozialer Kategorisierungen durchziehen die Produktions-, Repräsentations- und Rezeptionskontexte.

Die Fragen, wer über den Zugang zu Öffentlichkeiten entscheidet, wer wie sichtbar und repräsentiert wird und welche Positionen auf der anderen Seite ‚gesilenced‘ werden, stellen sich in globalisierten und digitalisierten Öffentlichkeiten umso dringlicher. Zu welchen neuen Formen von Marginalisierungen und Ungleichheiten kommt es beispielsweise unter Bedingungen einer weltweiten neoliberalen Entwicklung, unter einer Ausbreitung rechtspopulistischer und autoritärer Regime, und wie eröffnen sich hier emanzipatorische Handlungs- und Interventionsmöglichkeiten?

Die Kommunikations- und Medienforschung ist trotz kritischer Perspektiven auf Ungleichheitsverhältnisse selbst Bestandteil dieser Ungleichheitsverhältnisse. Im Zuge von Globalisierungsprozessen und insbesondere der digitalen Vernetzung tritt deutlicher in den Vordergrund, dass dieser Zusammenhang nicht mehr (nur) national (vergleichend) gedacht werden kann, sondern sich grenzüberschreitend, z.B. transnational, in spezifischen Machtverhältnissen immer wieder neu formiert und gestaltet. Dies betrifft z.B. das Verhältnis von internationaler und regional/nationaler Forschung und auch die Beziehungen von Akteur*innen und Politiken des Global North und Global South. Die Tagung will aus einer geschlechtertheoretischen und queerfeministischen Perspektive einerseits und transnationaler Perspektive andererseits diesen Verflechtungen und dem Zusammenhang von Medien und sozialen Ungleichheiten nachgehen. Sie fragt danach, wie in Bezug auf race, class, gender, sexuality, region etc. Ungleichheiten, Zugehörigkeitsstrukturen, Marginalisierungen und 2 Teilhabestrukturen in und durch Medien(-technologien) erzeugt werden, aber wie sich auch Grenzen in ihnen verschieben und es zu neuen Formationen von Identitäten kommt.

Die Verwobenheit von Medien und sozialer Ungleichheit aus einer grenzüberschreitenden Perspektive erfordert daher auch einen kritischen Blick auf Identitätspolitiken, Identitätskonstruktionen und auf marginalisierte Positionen. Zentral ist dabei eine kritische Analyse von Machtverhältnissen, wie sie transnational mit Blick auf den Global South relevant werden. Dies wirft nicht nur empirische Fragen nach Wissensordnungen und Positionierungen innerhalb der Kommunikationswissenschaft auf, sondern auch danach, mit welchen Theorien diese Ungleichheitsverhältnisse aus einer geschlechterforschenden und transnationalen Kommunikationswissenschaft analysiert und begleitet werden sollen."

Einreichungsfrist für Abstracts per E-Mail: 13. April 2020

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