Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

10. Landesweiter Tag der Genderforschung Sachsen-Anhalt „SOLIDARITÄTEN“

Zeitraum: 26.11.20 - 27.11.20

Ort: online

Call for Contributions:

"Die Veranstalter*innen des 10. Landesweiten Tages der Genderforschung haben sich gemeinsam für das spannende und vielfältige Thema „Solidaritäten“ entschieden. Eine kollektive solidarische Praxis verstehen wir in erster Linie als eine, dieDifferenzen und nicht Gemeinsamkeiten in den Vordergrund rückt.Wir werden von ihrem Appell mit ethischen Verpflichtungen konfrontiert und werden uns unserer unterschiedlichen Verwundbarkeiten bewusst. Solidarische Handlungen beruhen auf den Erkenntnissen, Urteilen und Entscheidungen Einzelner, formieren sich aber über Bündnispolitiken und gegen bestehende Verhältnisse.Daher verwendenwirSolidaritäten im Plural.Ein gemeinsames und solidarisches Handeln verstehen wir dabei als einen fortlaufenden Prozess, in dem immer wieder neu geprüft werden muss, ob die je eigenen Vorstellungen und Bedürfnisse mit denen der anderen vermittelt werden können. Die Herausforderungen dieses Vermittlungsprozesses bestehen darin, sowohl der Mehrstimmigkeit der Perspektiven gerecht zu werden als auch Ausschlussmechanismen, die ein spezifisches Verständnis von Subjektivität/Identität enthalten, entgegenzuwirken, ohne dass dabei die gemeinsame Idee universeller Freiheit verloren geht. Kollektiv geteilte Erfahrungen können hier ein wichtiger Bezugspunkt sein, sie sind aber nicht grundlegend notwendig für den Aufbau solidarischer Bündnisse. Auch ein additiver oder kompetitiver Umgang mit Diskriminierungserfahrung scheint der Ausbildung von Solidarität stattdessen gegenläufig zu sein.Form und Inhalt solidarischen Handelns sind also in steter Bewegung.Die Geschichte feministischer Theorie und Praxis der Solidarität bildet dabei eine wichtige Folie für die aktuellen Debatten, zeigt sie uns doch, dass das Gelingen gesellschaftlicher Veränderungen auch aufVermittlungen zwischen Praxis und Theorie beruhtund Koalitionen über soziale Grenzen hinweg voraussetzt."

Hiergeht es zum vollständigen Call.

Einreichfrist: 16. August 2020