Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

CEWSwiki Forschungsprojekte zu Gender und Wissenschaft

Relevanz von Geschlecht in der sportmedizinischen Forschung
Entwicklung von Grundsätzen zur systematischen Berücksichtigung geschlechtsbezogener Aspekte in der Sportmedizin

Rahmenbedingungen

Laufzeit von 2009/03 bis 2011/10
Projektstatus abgeschlossen
Art der Förderung gefördert
Förderung/Finanzierung BMBF; ESF
Förderprogramm Frauen an die Spitze

Projektbeschreibung

Projekttitel (en) Gender in sports medicine - development of guidelines for systematic consideration of gender in sports medicine
Inhalt

Das Forschungsprojekt geht von der Beobachtung aus, dass in der sportmedizinischen Forschung eine De-Thematisierung von Geschlecht stattfindet, die einen geschlechtergerechten Erkenntnisfortschritt und Wissenstransfer in die Praxis verhindert. Ziel des beantragten Projektes ist eine systematische Bestandsaufnahme zur geschlechtsbezogenen sportmedizinischen Forschung in Deutschland sowohl mit Blick auf die Inhalte der Forschung als auch auf die strukturellen Rahmenbedingungen für eine geschlechtersensible sportmedizinische Forschung. In Bezug auf die Inhalte wird zwischen dem biologischen Konzept von 'sex' und dem sozialwissenschaftlichen Konzept von 'gender' unterschieden. In Bezug auf die Strukturen wird differenziert zwischen Erwartungsstrukturen (z.B. Kriterien für publikationswürdige Manuskripte in Fachzeitschriften), Deutungsmustern (z.B. das durch Androzentrismus geprägte sportmedizinische Alltagswissen) und Konstellationsstrukturen (z.B. Beziehungen in Laboren und Zusammensetzung von Forschungsgruppen). Auf der Basis der Bestandsaufnahmen sollen Leitlinien für eine geschlechtersensible Forschung in der Sportmedizin entwickelt werden, in denen der gesamt Forschungsprozess - von der Fragestellung bis zur Einordnung der Befunde - in den Blick genommen wird.

Theoretischer Ansatz: Den theoretischen Rahmen der Analyse bilden Theorien der sozialen Konstruktion von Geschlecht und akteurtheoretische Ansätze der Soziologie, die die prozesshafte Konstitution von sozialem Handeln und sozialen Strukturen in den Blick nehmen. Hinzu kommen Erkenntnisse zum einen der (Sport-)Medizin in Bezug auf Geschlecht, zum anderen zum Gender Bias in Forschungsprojekten. Für unsere Forschungsfrage bieten diese Ansätze die Möglichkeit, die Seite der sozialen Strukturen und die Seite des Handelns differenziert auszuleuchten und über die Beschreibung von Phänomenen auch zu Erklärungen über die geringe Beachtung von Geschlecht in der sportmedizinischen Forschung zu kommen.

Schlagwörter Sportmedizin; Sportsoziologie; Geschlechtsspezifische Faktoren; Geschlechtersensibilität
Land Deutschland

Beteiligte Institutionen

Zentrale Institution Sporthochschule Köln
Institutionstyp Fachhochschule / Hochschule für angewandte Wissenschaften
Institut Interdisziplinäres Genderkompetenzzentrum in den Sportwissenschaften
Institutswebsite https://www.dshs-koeln.de/visitenkarte/einrichtung...
Zentrale Institution Sporthochschule Köln
Institutionstyp Fachhochschule / Hochschule für angewandte Wissenschaften
Institut Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin
Institutswebsite http://www.dshs-koeln.de/visitenkarte/einrichtung/...
Zentrale Institution Sporthochschule Köln
Institutionstyp Fachhochschule / Hochschule für angewandte Wissenschaften
Institut Institut für Sportsoziologie Abt. Geschlechterforschung
Institutswebsite https://www.dshs-koeln.de/genderforschung/

Beteiligte Personen

Projektleitung Prof. Dr. phil. Ilse Hartmann-Tews; Dr. Claudia Combrink; Dr. Bettina Rulofs; PD Dr. Klara Brixius
Projektbearbeitung Johanna Schirm; Stefanie Schulte; Tatiana Zueva

Methoden & Stichprobe

qualitative MethodenQualitatives Interview; Dokumentenanalyse; Qualitative Inhaltsanalyse

Ergebnisse/Output

Veröffentlichungen

Hartmann-Tews, Ilse; Brixius, Klara; Combrink, Claudia; Rulofs, Bettina; Schirm, Johanna; Schulte, Stefanie; Zueva Tanja: Die Thematisierung von Geschlecht in der sportmedizinischen Forschung. in Hartmann-Tews, Ilse; Dahmen, Britt; Emberger Diana (Hrsg.): Gesundheit in Bewegung: Impulse aus Geschlechterperspektive. Brennpunkte der Sportwissenschaft, Bd. 32. St. Augustin: Academia Verl. 2010, S. 13-19.