Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

CEWSwiki Forschungsprojekte zu Gender und Wissenschaft

Theoretisches Rahmenmodell und Instrument zur Messung des Genderbewusstseins -TRIG-
Teilprojekt im Rahmen des Forschungsprojekts GEnderMAINStreAMing. Veränderungen erreichen (GEMAINSAM)

Rahmenbedingungen

Laufzeit von 2011/06 bis 2014/09
Projektstatus abgeschlossen
Projekttyp Teilprojekt
Art der Förderung gefördert
Förderung/Finanzierung BMBF; ESF
Förderprogramm Frauen an die Spitze

Projektbeschreibung

Projekttitel (en) Theoretical framework model and instrument for measuring gender consciousness (part project within the framework of the research project 'GEnderMAINStreAMing. achieving changes (GEMAINSAM)')
Link zur Projektwebseite http://www.gemainsam-projekt.de/index.php?id=116&S...
Inhalt

In GEMAINSAM werden innovative zielgruppenspezifische Maßnahmen konzeptualisiert, um die Potenziale von Mädchen und Frauen und letztlich beider Geschlechter besser als bisher aktivieren zu können. Solche zielgruppenspezifischen Maßnahmen müssen an den individuellen Sichtweisen der Adressat/-innen ansetzen. Daher wird zunächst ein Diagnoseinstrument entwickelt und validiert, welches das subjektive Bewusstsein gegenüber potentiellen geschlechtstypischen Benachteiligungen auf den verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen (Genderbewusstsein) erfasst. Auf der Basis dieser Ergebnisse werden sodann zielgruppenspezifische, feld- und phasentypische Gender-Mainstreaming-Maßnahmen konzipiert, durchgeführt und evaluiert.

Genderbewusstsein resultiert als Ergebnis eines subjektiven Erkenntnis- und Anerkennungsprozesses mit Blick auf die spezifischen Zielvorstellungen und Potentiale, aber auch die damit verbundenen Probleme von Frauen und Männern in den verschiedenen Lebensrealitäten. Genderbewusstsein umfasst insofern die Wahrnehmung, Erklärung und Bewertung der unterschiedlichen Chancen von Frauen und Männern in sozialer, ökonomischer und politischer Hinsicht; es stößt spezifische Verhaltensweisen an, die im Idealfall auf die Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit zielen. Ein stark ausgeprägtes Genderbewusstsein (im Sinne eines hohen Reflexionsniveaus) zeichnet sich dadurch aus, dass die Vielfalt der Lebensrealitäten in den individuellen kognitiven und behavioralen Mustern zum Ausdruck kommt.

In Anlehnung an das Modell BELA-M (Abele, 2002) werden Ausbildung und Grad des Genderbewusstseins als ein zirkulärer Prozess in einem durch Sozialisationserfahrungen geprägten Handlungsrahmen betrachtet. Die personalen und situational-strukturellen Variablen, die mit Lebensverläufen im Beruf und Privatleben gemäß des BELA-M korrelieren, werden ergänzt durch solche Variablen, die vermutlich mit dem Genderbewusstsein und seinen jeweiligen Ausprägungsgraden (im Sinne eines individuellen Reflexionsniveaus) in Zusammenhang stehen. Einem dynamisch-transaktionalen Forschungsparadigma (s. etwa Magnusson, 2001; Mischel, 2004) folgend, ist dabei individuelles Genderbewusstsein das Ergebnis einer fortwährenden, komplexen Wechselwirkung personaler und situational-struktureller Einflüsse in der Auseinandersetzung der Person mit ihrer psychologischen Umwelt (Schweer, 2009; s.a. Vaske & Schweer 2011).

Mit Blick auf die Wahrnehmung von Benachteiligungen und Handlungsmöglichkeiten wird das Rahmenmodell zudem um Elemente des Capability Ansatzes (Nussbaum, 1999, 2006) ergänzt.

Schlagwörter Bewusstsein; Benachteiligung; Identität; Gender Mainstreaming; Geschlechterverhältnis; Geschlechtsspezifische Faktoren; Psychologie
Land Deutschland

Beteiligte Institutionen

Zentrale Institution Universität Vechta
Institutionstyp Universität
Institut Institut für Soziale Arbeit, Bildungs- und Sportwissenschaften -ISBS- Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie
Institutswebsite http://www.uni-vechta.de/home/

Beteiligte Personen

Projektleitung Prof. Dr. Martin K.W. Schweer
Projektbearbeitung Prof. Dr. Nina Oelkers; Prof. Dr. Nina Oelkers; Yvonne Friederich; Julia Rohde

Methoden & Stichprobe

quantitative MethodenQuantitativer Fragebogen (face-to-face, telefonisch, schriftlich)
qualitative MethodenQualitatives Interview
Stichprobe Studierende; SchülerInnen

Ergebnisse/Output

Veröffentlichungen

M., Schweer; R., Lachner; V., Friederich (2014): Wie genderbewusst sind Studierende? - Ausgewählte empirische Befunde zu einem noch weitgehend vernachlässigten Forschungsfeld. In: L. Coers, S. Ezdi, J. Halberstadt, L. Hilmers, T. Kubes und S. Weingraber (Hg.): (Un)typisch Gender Studies. Interdisziplinäre Relevanz innovativer genderspezifischer Forschungsfragen. Leverkusen: Barbara Budrich.

Möller, H. (2014): Die Bedeutung der Beratung für die Geschlechtergerechtigkeit in Organisationen. In: H. Möller und R. Müller-Kalkstein (Hg.): Gender und Beratung. Auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in Organisationen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 13?32.

Müller-Kalkstein, R. (2014): Von Genderohnmacht und Männerbenefits. In: H. Möller und R. Müller-Kalkstein (Hg.): Gender und Beratung. Auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in Organisationen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 71?86.

Oellerich, K. (2014): Nicht den ganzen Gender-Eimer auskippen? Trainingsplanung und Durchführung von Gender-Maßnahmen im Sinne von GEMAINSAM. In: H. Möller und R. Müller-Kalkstein (Hg.): Gender und Beratung. Auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in Organisationen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 157?167.

Rohde, J.; Oelkers, N. (2014): Der schmale Grat zwischen Dekonstruktion und Anerkennung von Differenz - Erweiterung von Möglichkeitsräumen als Ziel von Gender-Schulungen. In: H. Möller und R. Müller-Kalkstein (Hg.): Gender und Beratung. Auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in Organisationen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 52?72.

Schweer, M.; Lachner, R. (2014): Vertrauen als Basisvariable genderbewusster Beratung. In: H. Möller und R. Müller-Kalkstein (Hg.): Gender und Beratung. Auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in Organisationen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 33?51.

Möller, H.; Müller-Kalkstein, R. (2012): Noch ein Awareness Training?! Widerstände und Möglichkeitsräume. Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik. In: Gruppenpsychotherapie und Gruppendynamik 48 (3), S. 278?295.

Oelkers, N. (2012): Geschlechtergerechtigkeit: Die Gleichheit von Verwirklichungschancen. In: T. Boomgaarden und M. Matthes (Hg.): Standpunkte. Diskussionen und Beiträge zu pädagogischen Grundbegriffen und Haltungen. Greven: OUTLAW/der Verlag, S. 33?40.

Oelkers, N.; Rohde, J. (2013): Gleichheit und Freiheit als Ansatzpunkte für Geschlechtergerechtigkeit. In: Kim-Patrick Sabla (Hg.): Gendertheorien und Theorien sozialer Arbeit. Bezüge, Lücken und Herausforderungen. Opladen: Budrich.

Vaske, A.-K.; Schweer, M. (2013): Zur Bedeutung von Vertrauen für eine geschlechterintegrierende Netzwerkarbeit. In: Felizitas Sagebiel (Hg.): Organisationskultur und Macht. Veränderungspotenziale und Gender. Berlin: LIT-Verl (Gender interdisziplinär, 1), S. 145?157.

Berichte, Manuskripte, Arbeitspapiere

Schweer, M.K.W.; Möller, H.; Oelkers, N.: Abschlussbericht zum Verbundvorhaben GEnderMAINStreAMing. Veränderungen erreichen (GEMAINSAM) (im Druck).