Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) im internationalen Vergleich pro Forscher*in und Anteil der Forscherinnen, 2017


Kategorien: Internationaler Vergleich; Wissenschaftliches Personal; Europa

Diagramm

Inhaltliche Beschreibung

Das Diagramm zeigt die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (alle Wirtschaftssektoren) pro Forscher*in und den Frauenanteil an den Forschenden (alle Wirtschaftssektoren) in Prozent.

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung pro Forscher*in sind in der rechten Achse abgetragen und in dicken, roten Säulen dargestellt. Der Frauenanteil ist an der linken Achse abgetragen und in dünnen, blauen Säulen mit Raute dargestellt.

Die kombinierte Darstellung macht deutlich, dass in Ländern, in denen der Frauenanteil besonders hoch ist, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung eher niedrig sind. Umgekehrt ist in Ländern mit hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung der Frauenanteil eher niedrig.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Im internationalen Vergleich kann ein isolierter Blick auf die Frauenanteile an den Forschenden in Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder der Industrieforschung zu falschen Interpretationen führen. Zu berücksichtigen sind auch die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen oder die finanziellen Ressourcen, die  für die Forschung zur Verfügung stehen. Ein solcher Ansatz wurde bei der Analyse der Geschlechterverhältnisse in der Wissenschaft in zentral- und osteuropäischen Ländern entwickelt (European Commission 2004).

Quelle

Eurostat  - The Statistical Office of the European Union
https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-datasets/-/rd_p_persocc
FuE-Personal insgesamt nach Leistungssektor, Beschäftigung und Geschlecht

 

Eurostat  - The Statistical Office of the European Union
https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-datasets/-/rd_e_gerdtot
Interne FuE-Ausgaben nach Leistungssektor

 

Daten als Excel-Datei: hier (121 kB)

 

Datenqualität

Art der Datenerhebung

Die Daten werden in den europäischen Ländern durch Stichproben- oder Vollerhebungen, administrative Daten oder durch eine Kombination der Quellen erhoben.

Erhebungstermin

Kalenderjahr oder Stichtagserhebung

Periodizität

Mindestens alle 2 Jahre, z.T. jährlich.

Laut EU-Verordnung (753/2004) sind Statistiken über Wissenschaft und Technologie im Regelfall mindestens alle 2 Jahre zu erheben (jeweils in ungeraden Jahren). Während Daten für Hochschulen und staatliche Forschungseinrichtungen trotzdem in den meisten europäischen Ländern jährlich erhoben werden, werden Daten für den Unternehmenssektor häufig – so auch in Deutschland - nur alle zwei Jahre erhoben.

Abweichende Referenzjahre werden für einzelne Länder und Wirtschaftssektoren deshalb in den Tabellen ausgewiesen.

Erhebungseinheiten

Geschlecht: insgesamt und Frauen, binäre Erhebung, Vollzeitäquivalent

FuE-Personal / Forschende: Klassifikation nach Frascati-Manual:
"Researchers are professionals engaged in the conception or creation of new knowledge, products, processes, methods and systems and also in the management of the projects concerned." (§ 301, Frascati Manual, OECD 2002).

Interne FuE-Ausgaben: definiert nach Frascati-Manual:
“Intramural R&D expenditures are all expenditures for R&D performed within a statistical unit or sector of the economy during a specific period, whatever the source of funds." (§ 358, Frascati Manual, OECD 2002).

Ähnliche Datensätze

Frauenanteile am wissenschaftlichen Personal nach Sektoren im internationalen Vergleich

Weiterführende Literatur

European Commission (2019): She Figures 2018. Gender in Research and Innovation: Luxembourg. (URL: https://publications.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/9540ffa1-4478-11e9-a8ed-01aa75ed71a1/language-en, abgerufen am 09.10.2020).

Le Feuvre, Nicky (Hg.) (2015): Contextualizing women's academic careers. Comparative perspectives on gender, care and employment regimes in seven European countries: Trento: University of Trento. (URL: http://garciaproject.eu/wp-content/uploads/2014/07/GARCIA_report_wp1D1.pdf, abgerufen am 09.10.2020).

Straush, Alexandra (2013): Lettland schlägt Deutschland. Frauen, die Karriere in der Wissenschaft machen wollen, haben es in Osteuropa leichter. Die Gender-Expertin Anke Lipinsky erklärt warum. In: ZEIT ONLINE 2013, 14.08.2013 (34), S. 67. (URL: http://www.zeit.de/2013/34/frauen-wissenschaft-karriere-osteuropa, abgerufen am 09.10.2020).

Sretenova, Nikolina (2011): Eastern Countries’ Gender and Science. Analysis and Meta-Analysis. In: Brussels Economic Review 54 (2-3), S. 177–199. (URL: https://EconPapers.repec.org/RePEc:bxr:bxrceb:2013/108941, abgerufen am 09.10.2020).

Linková, Marcela; Mladenic, Dunja; Oleksy, Elzbieta H.; Palasik, Mária; Papp, Eszter; Piscová, Magdaléna et al. (2008): Re-Claiming a political voice. Women and science in Central Europe. Institute of Sociology of the Academy of Sciences of the Czech Republic: Prag. (URL: http://sciencewithart.ijs.si/pdf/Re-claimingVoice_WSDFinal_Eng.pdf, abgerufen am 09.10.2020).

European Commission (2004): Waste of talents: turning private struggles into a public issue. Women and Science in the Enwise countries. A report to the European Commssion from the Enwise Expert Group on women scientists in the Central and Eastern European countries and the Baltic States. European Commission: Brussels. (URL: https://ec.europa.eu/research/swafs/pdf/pub_gender_equality/enwise-report_en.pdf, abgerufen am 09.10.2020).

Schlagworte

Statistik und statistische Daten; Hochschulen; Industrielle Forschung; Wirtschaftszweige; außeruniversitäre Forschung; Europa; Internationaler Vergleich