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Kompetenz­zentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Fächerwahl von Studierenden im internationalen Vergleich (Dissimilaritätsindex), 2019


Kategorien: Internationaler Vergleich; Studium; CEWS Geografische Abdeckung; International

Inhaltliche Beschreibung

Das Diagramm zeigt den Dissimilaritätsindex für Studierende in ausgewählten internationalen Ländern im Jahr 2019.

Der Dissimilaritätsindex (Index of Dissimilarity, Index der Verschiedenheit) ist ein hypothetisches Abstandsmaß zur ausbalancierten Geschlechterverteilung. Der Index gibt den Prozentteil der Männer und Frauen an, die ihr Studienfach (bzw. die Fächergruppe) wechseln müssten, um proportionale Gleichheit zwischen Männern und Frauen in allen Studienfächern zu schaffen. Je höher der Indexwert, desto mehr Studentinnen und Studenten müssten ihr Fach wechseln und desto unausgewogener ist die Fächerverteilung. Ein Indexwert von Null bedeutet, dass die Fachbereiche zwischen den Geschlechtern gleichverteilt sind. Der Index von 0,305 für Deutschland bedeutet, dass 30,5 Prozent der Studierenden ihr Fach wechseln müssten, um in allen Fächern den gleichen Frauenanteil zu erhalten.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Der Dissimilaritätsindex bezieht sich auf die geschlechterspezifische Studienfachwahl und die horizontale Segregation. Anders als beim Blick auf natur- und ingenieurwissenschaftliche Studienfächer werden alle Fächer in die Berechnung einbezogen. Die Berechnung einer Indexzahl ermöglicht einen einfachen internationalen Vergleich. Der Index wurde ursprünglich in den USA entwickelt, um die geographische Segregation von schwarzen und weißen Menschen darzustellen.

Die geschlechterspezifische Studienfachwahl führt zu Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt und wird als eine Ursache für Lohnungleichheiten zwischen den Geschlechtern angesehen.

Zugang zu den Daten

Hier finden Sie die Daten sowie die Grafik als Excel-Datei (155 kB)

Quelle

Eurostat  - The Statistical Office of the European Union
https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-datasets/-/educ_uoe_enrt03
Studierende im Tertiärbereich nach Bildungsbereich, Ausrichtung des Bildungsprogramms, Geschlecht und Fachrichtung [educ_uoe_enrt03]

 

OECD Education Database: Enrolment by field
https://stats.oecd.org/Index.aspx?DataSetCode=EDU_ENRL_FIELD.

 

Datenqualität

Art der Datenerhebung

Unesco OECD Eurostat (UOE) joint data collection: administrative Daten, zusammengestellt auf der Basis nationaler administrativer Quellen, durch die jeweiligen Ministerien für Bildung oder das nationale Amt für Statistik

Erhebungstermin

Akademisches Jahr (Zählung am Ende des ersten Monats oder Durchschnitt von mehreren Zählungen oder Zählung der registrierten im gesamten akademischen Jahr)

Periodizität

Jährlich

Erhebungseinheiten

Geschlecht: Insgesamt, Frauen und Männer
ISCED Bildungs- und Weiterbildungsbereiche (ISCED-F 2013): Insgesamt; Pädagogik; Künste und Geisteswissenschaften; Sozialwissenschaften, Journalismus und Informationswesen; Wirtschaft, Verwaltung und Recht; Naturwissenschaft, Mathematik und Statistik; Informations- und Kommunikationstechnologien; Ingenieurwesen, verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe; Agrarwissenschaft, Forstwissenschaft, Fischerei und Tiermedizin; Gesundheit und soziale Dienste; Dienstleistungen
Internationale Standardklassifikation des Bildungswesens (ISCED 2011): Tertiärbereich (Stufen 5-8)
Maßeinheit: Anzahl
Länder

Berechnung

Dissimilaritätsindex
Frauenanteil in den Bildungsbereichen = Frauen im Bildungsbereich / Frauen insgesamt
Männeranteil in den Bildungsbereichen = Männer im Bildungsbereich / Männer insgesamt
Differenz = (Absoluter Wert (Frauenanteil – Männeranteil))
Index = ((Summer der Differenz über alle Bildungsbereiche)/2)

FR = (Frauen insgesamt / Männer insgesamt ) *100

Ähnliche Datensätze

Entwicklung des Studentinnenanteils in Deutschland seit 1908
Studentinnenanteile in Informations- und Kommunikationstechnologie, Mathematik/Statistik/Naturwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften im internationalen Vergleich
Studierende nach Fächergruppen

Weiterführende Literatur

European Commission - DG Research (2021): She Figures Handbook 2021. Brussels. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 02.12.2021.

Hägglund, Anna Erika; Lörz, Markus (2020): Warum wählen Männer und Frauen unterschiedliche Studienfächer? In: Zeitschrift für Soziologie 49 (1), S. 66–86. DOI: 10.1515/zfsoz-2020-0005.

Anderl, Sibylle (2020): Frauen in Naturwissenschaften: Das Problem sind nicht die Besten. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 30.07.2020.

Jeanrenaud, Yves (2020): MINT. Warum nicht? Zur Unterrepräsentation von Frauen in MINT, speziell IKT, deren Ursachen, Wirksamkeit bestehender Maßnahmen und Handlungsempfehlungen. Expertise für den Dritten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Hg. v. Geschäftsstelle Dritter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Berlin. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 28.02.2022.

Achatz, Juliane (2017): Berufliche Geschlechtersegregation. In: Abraham, Martin & Hinz, Thomas (Hg.): Arbeitsmarktsoziologie. Probleme, Theorien, empirische Befunde. 3. Aufl. Wiesbaden: Springer VS, S. 389–435.

Wroblewski, Angela; Bührer, Susanne; Leitner, Andrea; Fan, Cheng (2015): Monitoring the evolution and benefits of responsible research and innovation (MoRRI). Analytical Report on the Gender Equality Dimension.  Online verfügbar, zuletzt geprüft am 28.02.2022.

Boll, Christina; Rossen, Anja; Wolf, André (2016): The EU gender earnings gap: Job segregation and working time as driving factors. Hg. v. Hamburg Institute of International Economics (HWWI): Hamburg (HWWI Research Papers, 176). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 28.02.2022.

Frehill, Lisa M.; Abreu, Alice; Zippel, Kathrin S. (2015): Gender, Science, and Occupational Sex Segregation. In: Pearson, Willie; Frehill, Lisa M. & McNeely, Connie L. (Hg.): Advancing Women in Science. An International Perspective. Heidelberg: Springer, S. 51–92.

Hinrichs, Peter (2015): An Empirical Analysis of Racial Segregation in Higher Education: Cambridge, MA: National Bureau of Economic Research.

Busch, Anne (2013): Der Einfluss der beruflichen Geschlechtersegregation auf den „Gender Pay Gap“. In: KZfSS 65 (2), S. 301–338.

Schlagworte

Statistik und statistische Daten; Studium; Studierende; Hochschulen; Fächergruppen; europäischer Vergleich; internationaler Vergleich