Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

DFG - Frauenanteile an Anträgen und Bewilligungen nach Fächergruppen, 2018

| Kategorien: Drittmittel; Deutschland

Diagramm

Diagramm

Inhaltliche Beschreibung

Das Diagramm zeigt die Frauenanteile an den Anträgen und Bewilligungen für die Einzelförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), aufgeschlüsselt nach Fächergruppen und nach Anzahl und beantragten bzw. bewilligten Mitteln, für das Jahr 2018.

Über alle Fächergruppen betrachtet liegt der Frauenanteil an Anträgen und Bewilligungen bei rund 24 Prozent. Weiter sind die Frauenanteile an der Anzahl der Anträge und Bewilligungen und den beantragten und bewilligten Mitteln in etwa gleich hoch.

Deutliche Unterschiede gibt es zwischen den Fächergruppen. Die Fächergruppe Geistes-  und Sozialwissenschaften hat den höchsten Frauenanteil mit 36,7 Prozent, gefolgt von den Lebenswissenschaften mit rund 30 Prozent. Am niedrigsten ist der Frauenanteil in den Ingenieurwissenschaften mit 12 Prozent. In den Naturwissenschaften werden 18 Prozent der Anträge von Frauen gestellt; ebenso hoch ist ihr Anteil an den Bewilligungen.

Die Fächersystematik der DFG unterscheidet sich von derjenigen der amtlichen Hochschulstatistik. Die DFG hat vier Fachkollegien oder Wissenschaftsbereiche. Die Geistes- und Sozialwissenschaften umfassen neben geisteswissenschaftlichen Fächern wie die Sprach- und Literaturwissenschaften oder Geschichtswissenschaft auch Psychologie, Sozialwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und  Rechtswissenschaften. In den Lebenswissenschaften sind Biologie, Medizin und Agrar-, Forstwissenschaften und Tiermedizin zusammengefasst.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Die Forschungsförderung ermöglicht vielfach erst die Durchführung von Studien und Forschungen. Zugleich ist die Einwerbung von Drittmitteln inzwischen ein wichtiges Kriterium bei der Bewerbung für Professuren und bei Leistungsbezügen in der Besoldung von Professor*innen. Deshalb ist die gleichberechtigte Teilhabe an der Forschungsförderung ein wichtiger Aspekt von Geschlechtergerechtigkeit in der Wissenschaft.

Entscheidende Parameter für eine geschlechtergerechte Forschungsförderung ist daher zum einen eine gleichberechtigte Teilhabe der Geschlechter an den Anträgen und zum anderen ein diskriminierungsfreies Begutachtungswesen. Studien untersuchten daher immer wieder mögliche Diskriminierungen bei der Forschungsförderung und in Peer-Review-Verfahren. Aufsehen erregte dabei vor allem eine Studie von Wenneras / Wold zum Schwedischen Medical Research Council (MRC), die eine deutliche Benachteiligung von Frauen aufzeigte. Nachfolgestudien konnten eine systematische Benachteiligung von Frauen nicht durchgängig nachweisen, sondern lediglich für einzelne Institutionen, bestimmte Fächer oder Förderjahre. Notwendig ist ein kontinuierliches Monitoring zu Anträgen und Bewilligungen.

In Deutschland machten Drittmittel 2017 rund 16 Prozent der Einnahmen von Hochschulen aus. Der Anteil der Der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an diesen Einnahmen liegt bei einen Drittel und damit ist die DFG der größte Drittmittelgeber für die Hochschulen.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist seit 2002 in der Satzung der DFG verankert. 2008 verabschiedete die Mitgliederversammlung als Selbstverpflichtung die Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards, die auf eine Erhöhung des Frauenanteils auf allen Karrierestufen zielen. Im Begutachtungswesen sollen die Gutachter*innen, Fachkollegien und Gremien dafür sensibilisiert werden, dass wissenschaftsfremde Kriterien, wie Lebensalter oder Geschlecht nicht in die Begutachtung einfließen dürfen. Auch ist ein Nachteilsausgleich wegen bestimmter außerwissenschaftlicher Sachverhalte möglich.

Die aktuellen Daten der DFG deuten darauf hin, dass Frauen und Männer die gleichen Erfolgschancen sowohl für Anträge als auch bei der Höhe der beantragten Mittel haben.

Quelle

DFG – Reporting und Statistik
Anträge und Bewilligungen in der Einzelförderung nach Geschlecht
 

Daten als Excel-Datei: hier (120 kB)

 

Datenqualität

Art der Datenerhebung

Auswertung von administrativen Daten der DFG

Erhebungstermin

Kalenderjahr

Periodizität

Jährlich

Erhebungseinheiten

Einzelförderung: Einzelanträge, Forschungsstipendien, Emmy Noether-Programm, Heisenberg-Programm, Reinhart Koselleck-Projekte, Klinische Studien

Neuanträge. Entscheidungen beziehen sich auf das Berichtsjahr und Folgejahre

Zählung: Anzahl Antragstellungen, d.h. bei Gemeinschaftsanträgen je Antragsteller

Ähnliche Datensätze

DFG- Erfolgsquoten von Frauen und Männern, seit 2008

Weiterführende Literatur

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Schlagworte

Anstatt der CEWS-Kategorien: Statistik und statistische Daten; Studium; Studierende; Hochschulen; Studienabschluss; Promotion; Habilitation; Berufung; Professur; Wissenschaft als Beruf; Fächergruppen; Naturwissenschaft und Technik; Industrielle Forschung; Wirtschaftszweige; Migration; Intersektionalität; ethnische Herkunft; Gremien; Bundesländer; Berufsbiographie

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