Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Frauenanteile am wissenschaftlichen FuE-Personal (Industrieforschung), 1999-2017

| Kategorien: Industrielle Forschung; Deutschland

Diagramm

Diagramm

Inhaltliche Beschreibung

Das Diagramm zeigt die Frauenanteile des wissenschaftlichen Forschung und Entwicklungs-Personals in der industriellen Forschung von 1999 bis 2017.

Insgesamt stieg der Frauenanteil von 9,6 Prozent in 1999 auf 14,3 Prozent in 2017 nur wenig an. Geringfügige Steigerungen erfolgten bis 2011 (auf 13,9 Prozent). Seitdem steigt der Frauenanteil.

Differenziert nach Wirtschaftszweigen (vgl. Excel-Tabelle (123 kB)) sind überdurchschnittliche Steigerung in den Branchen Land- und Forstwirtschaft, Ernährungsgewerbe, Textil- und Bekleidungsgewerbe sowie der Energie- und Wasserversorgung zu beobachten. Dabei sind allerdings die niedrigen Fallzahlen zu beachten. In der Land- und Forstwirtschaft waren 2015 lediglich 111 Frauen (VZÄ), in der Energie- und Wasserversorgung 124 Frauen (VZÄ) beschäftigt. Niedrige Fallzahlen erklären auch die Schwankungen im Bergbau: Hier waren 2015 sogar nur 19 Frauen (VZÄ) beschäftigt.

Im Verarbeitenden Gewerbe, dem Wirtschaftszweig mit der größten Zahl an Forschenden, stieg der Frauenanteil von 9,1 Prozent im Jahr 1999 auf 12,7 Prozent im Jahr 2017. Insbesondere in diesem Wirtschaftszweig fällt die Stagnation seit 2011 auf.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Forschung und Entwicklung wird in Deutschland von öffentlichen und privaten Institutionen betrieben. Neben den Hochschulen sind dies vor allem die Forschungsorganisationen (FhG, HGF, MPG und WGL) und private Unternehmen (Industrieforschung). Der überwiegende Teil der Forscher*innen (60 Prozent) arbeitet in der Industrieforschung, etwas mehr als ein Viertel an Hochschulen und rund 13 Prozent in den Forschungseinrichtungen.

Die Geschlechter verteilen sich ungleich auf diese Sektoren. In der Industrieforschung ist der Frauenanteil besonders niedrig. Die geschlechterspezifische Fächerwahl erklärt diese Unterrepräsentanz nur zum Teil: Die Frauenanteile an den Promotionen in den Ingenieurwissenschaften sowie in Mathematik und Naturwissenschaften liegen mit 19 bzw. 42 Prozent höher. Die Ungleichverteilung hat Auswirkungen auf den GenderPayGap sowie auf die geschlechtergerechte Teilhabe an Forschung und Entwicklung.

Gleichstellungspolitische Anstrengungen zur Erhöhung der Frauenanteile in der Industrieforschung unternahmen die Europäische Kommission und die Bundesregierung zu Beginn der 2000er Jahre. Auffällig ist, dass in dieser Zeit tatsächlich der Frauenanteil leicht stieg. In den letzten zehn Jahren wird die Industrieforschung in der gleichstellungspolitischen Diskussion kaum noch thematisiert.

Quelle

Stifterverband Wissenschaftsstatistik
https://www.stifterverband.org/arendi-zahlenwerk_2017
https://www.stifterverband.org/arendi-zahlenwerk_2015
https://www.stifterverband.org/fue-datenreport
Tabelle 4.1: FuE-Personal (Vollzeitäquivalente) in der Wirtschaft 2017 nach Personalgruppen und Geschlecht, Spalten 4, 5 und 6

Daten als Excel-Datei: hier (123 kB)

Datenqualität

Art der Datenerhebung

Vollerhebung aller forschenden Unternehmen und Institute für Gemeinschaftsforschung (IfG) in Deutschland durch Wissenschaftsstatistik GmbH, ein Forschungs- und Beratungsinstitut des Stifterverbands.

Erhebungstermin

Ende des jeweiligen Berichtsjahres

Periodizität

Zweijährlich

Methodische Fragen

Geschlechterspezifische Daten werden für die industrielle Forschung erst seit 1997 erhoben. Die Erhebung für 1997 differenziert allerdings nicht zwischen Forscherinnen und weiterem FuE-Personal. Zeitliche Vergleiche sind daher erst seit 1999 möglich.

Erhebungseinheiten

FuE-Personal: Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler (Vollzeitäquivalente), Ein Vollzeitäquivalent entspricht einem Vollzeitbeschäftigten, der seine gesamte Arbeitszeit auf Forschung und Entwicklung verwendet
Die Wirtschaftsgliederung basiert auf der Klassifikation der Wirtschaftszweige des statistischen Bundesamtes, Ausgabe 2008 (WZ 2008)

Ähnliche Datensätze

Frauenanteile am wissenschaftlichen FuE-Personal (VZÄ) nach Wirtschaftszweigen

Frauenanteile am wissenschaftlichen FuE-Personal in der Industrieforschung im europäischen Vergleich

Promotionen und Habilitationen nach Fächergruppen

Weiterführende Literatur

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (2018): Bundesbericht Forschung und Innovation 2018. Kurzfassung. Berlin. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Tobies, Renate; Vogt, Annette B. (Hg.) (2014): Women in industrial research. Stuttgart: Steiner (Wissenschaftsgeschichte, 8).

Bessing, Nina (Hg.) (2013): Innovation durch Perspektivenvielfalt. Impulse für die industrielle Praxis aus der Gender- und Diversity-Forschung. Leverkusen: Barbara Budrich

Grunewald, Barbara; Schaffer, Nicole (2010): Einkommen in F&E. FEMtech. Wien (genderDiskurs, 07). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 07.12.2016.

Schacherl, Ingrid (2009): FEMtech - Argumentarium: Frauen in Forschung und Technologie. Argumente und wie die Fakten dazu aussehen. Überarbeitet und aktualisiert von Florian Holzinger und Sybille Reidl. Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH. Wien. www.femtech.at/sites/default/files/Argumentarium_2009_ueberarbeitet.pdf 

Foust-Cummings, Heather; Sabattini, Laura; Carter, Nancy (2008): Women in Technology. Maximizing Talent, Minimizing Barriers. Catalyst. New York, Sunnyvale, Toronto.

Samjeske, Kathrin; Tibes, Anja (2008): Schwerpunkt: Erforschung der Situation von Frauen in der europäischen Bauforschung. In: CEWS-Newsletter (65). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Belitz, Heike; Kirn, Tanja; Werwatz, Axel (2006): Zu wenig Frauen in Forschung und Innovation. In: Wochenbericht des DIW Berlin 73 (45), S. 643–648. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 07.12.2016.

Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (2005): Wo bleiben die Frauen. Essen (facts: Forschung und Entwicklung). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (Hg.) (2004): Frauen in der industriellen Forschung. Mehr Schwung für Europa. Konferenzbericht: Berlin, 10. - 11. Oktober 2003. Bonn (Forschung). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Meulders, Danièle (2003): Women in industrial research. Analysis of statistical data and good practices of companies. Hg. v. European Commission - DG Research. Brussels (Science and Society, EUR 20814). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Rübsamen-Waigmann, Helga; Sohlberg, Ragnhild; Rees, Teresa; et al. (2003): Women in industrial research. A wake up call for European industry. A report to the European Commission from the High Level Expert Group on Women in Industrial Research for strategic analysis of specific science and. Hg. v. European Commission - DG Research. Brussels. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

 

Schlagworte

Statistik und statistische Daten, Industrielle Forschung, Wirtschaftszweige

Kategorien: Industrielle Forschung; Deutschland