Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Frauenanteile am wissenschaftlichen Personal nach Sektoren im internationalen Vergleich, 2016

| Kategorien: Internationaler Vergleich; Wissenschaftliches Personal; Forschungseinrichtungen; Industrielle Forschung; Europa

Diagramm

Diagramm

Inhaltliche Beschreibung

Das Diagramm zeigt die Frauenanteile am wissenschaftlichen Personal für 2016 in ausgewählten europäischen Ländern an Hochschulen (Hochschulsektor), staatlichen Forschungseinrichtungen (staatlicher Sektor) und in der Industrieforschung (Unternehmenssektor).

In allen europäischen Ländern und im europäischen Durchschnitt ist der Frauenanteil in der Industrieforschung deutlich niedriger als an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen. Die höchsten Frauenanteile in der Industrieforschung finden sich in Portugal und Spanien. Im europäischen Durchschnitt ist der Frauenanteil an Hochschulen und Forschungseinrichtungen gleich hoch bei rund 40 Prozent. In den meisten Ländern ist der Frauenanteil in den Hochschulen höher als an Forschungseinrichtungen; am höchsten ist der Frauenanteil hier in Litauen. In drei Ländern (Italien, Portugal und Spanien) ist der Frauenanteil in den Forschungseinrichtungen deutlich höher als in Hochschulen. Diese Länder haben auch, zusammen mit Litauen, die höchsten Frauenanteile in diesem Sektor.

Im europäischen Vergleich gehört Deutschland in allen Wirtschaftssektoren zu den Ländern mit den niedrigsten Frauenanteilen.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Forschung und Entwicklung wird von öffentlichen und privaten Institutionen betrieben. Neben den Hochschulen (Hochschulsektor) sind dies vor allem die Forschungsorganisationen (staatlicher Sektor) und private Unternehmen (Unternehmenssektor, Industrieforschung). Für eine geschlechtergerechte Teilhabe an Forschung und Entwicklung ist daher eine gleichberechtigte Repräsentation von Frauen und Männern in allen drei Wirtschaftssektoren notwendig.

Die unterschiedliche Teilhabe der Geschlechter an den Wirtschaftssektoren – die Dominanz von Männern in der Industrieforschung und eine eher ausgeglichene Teilhabe an Hochschulen und Forschungseinrichtungen – kann Auswirkungen auf Einkommen und Beschäftigungsbedingungen (z.B. Befristung) von Forschenden haben.

Bei der Interpretation der Daten ist zu beachten, dass die einzelnen Wirtschaftssektoren in den nationalen Wissenschaftssystemen ein sehr unterschiedliches Gewicht haben können. In vielen west- und nordeuropäischen Ländern, beispielsweise Schweden, Österreich, Frankreich oder Deutschland dominiert die Industrieforschung, in der 60 Prozent und mehr aller Forschenden arbeiten. In vielen süd- und osteuropäischen Ländern, aber auch beispielsweise in Großbritannien dagegen arbeiten über die Hälfte der Forschenden an Hochschulen. Lediglich in Rumänien und Bulgarien sind mehr als 30 Prozent der Forschenden im staatlichen Sektor tätig.

Quelle

Eurostat  - The Statistical Office of the European Union
https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-datasets/-/rd_p_femres
Anteil von weiblichen Forschern nach Leistungssektor (re_p_femres] und

https://ec.europa.eu/eurostat/web/products-datasets/-/rd_p_persocc
FuE-Personal insgesamt nach Leistungssektor, Beschäftigung und Geschlecht

 

Daten als Excel-Datei: hier (122 kB)

 

Datenqualität

Art der Datenerhebung

Die Daten werden in den europäischen Ländern durch Stichproben- oder Vollerhebungen, administrative Daten oder durch eine Kombination der Quellen erhoben.

Erhebungstermin

Kalenderjahr oder Stichtagserhebung

Periodizität

Mindestens alle 2 Jahre, z.T. jährlich.

Laut EU-Verordnung (753/2004) sind Statistiken über Wissenschaft und Technologie im Regelfall mindestens alle 2 Jahre zu erheben (jeweils in ungeraden Jahren). Während Daten für Hochschulen und staatliche Forschungseinrichtungen trotzdem in den meisten europäischen Ländern jährlich erhoben werden, werden Daten für den Unternehmenssektor häufig – so auch in Deutschland - nur alle zwei Jahre erhoben.

Abweichende Referenzjahre werden für einzelne Länder und Wirtschaftssektoren deshalb in den Tabellen ausgewiesen.

Erhebungseinheiten

Geschlecht: insgesamt und Frauen, binäre Erhebung, Kopfzahl

FuE-Personal / Forschende: nach Frascati-Manual:
"Researchers are professionals engaged in the conception or creation of new knowledge, products, processes, methods and systems and also in the management of the projects concerned." (§ 301, Frascati Manual, OECD 2002).

Wirtschaftssektoren: Klassifikation nach Frascati-Manual

Ähnliche Datensätze

Frauenanteile an der außerhochschulischen Forschung im europäischen Vergleich
Frauenanteile am wissenschaftlichen FuE-Personal in der Industrieforschung im europäischen Vergleich
Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) im internationalen Vergleich pro Forscher*in und Anteil der Forscherinnen

Weiterführende Literatur

European Commission (2019): She Figures 2018. Gender in Research and Innovation. Luxembourg. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

European Commission - DG Research (2019): She Figures Handbook 2018. Unter Mitarbeit von Science-Metrix and KU Leuven. Brüssel. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 26.03.2019.

European Commission (2018): Guidance to facilitate the implementation of targets to promote gender equality in research and innovation. Luxembourg. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Science Europe (2017): Practical Guide to Improving Gender Equality in Research Organisations. Hg. v. Science Europe. Brussels. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Caprile, Maria; et al. (2012): Meta-analysis of gender and science research. Synthesis report. Luxembourg: Publications Office of the European Union. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 29.03.2018.

European Commission (Hg.) (2009): Women in science and technology. Creating sustainable careers. Brüssel: European Commission. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Schlagworte

Statistik und statistische Daten; Hochschulen; Industrielle Forschung; Wirtschaftszweige; außeruniversitäre Forschung; Europa; Internationaler Vergleich

 

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