Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Frauenanteile an den Hochschulräten nach Bundesländern, 2003 - 2019

| Kategorien: Gremien; Bundesländer

Diagramm

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Inhaltliche Beschreibung

Die Grafik zeigt den Frauenanteil an den Hochschulräten im Zeitverlauf von 2003 bis 2019. Angezeigt wird sowohl der Bundesdurchschnitt () als auch der höchster Wert () und der niedrigste Wert () aller Bundesländer. Im Zeitverlauf stieg der Frauenanteil an den Hochschulräten von 20 Prozent auf aktuell 35 Prozent. Zwischen den Bundesländern bestehen große Unterschiede in der Beteiligung von Frauen an den Hochschulräten. 2003 lag der Frauenanteil in den Bundesländern zwischen 5 und 34 Prozent. In 2019 lag die Spannbreite zwischen 23 bis 44 Prozent.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Die Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen und damit an (fach-)politischer Macht ist ein wesentliches Element von Geschlechtergerechtigkeit. Die Hochschulgesetze sehen Hochschulräte für staatliche Hochschulen mittlerweile in allen Ländern außer Bremen und Brandenburg (hier: Landeshochschulrat) vor. Die Hochschulräte sind überwiegend mit externen Mitgliedern besetzt. Je nach Bundesland haben sie unterschiedliche Befugnisse, die von beratenden Funktionen bis zu Entscheidungskompetenzen wie der Mitwirkung bei der Wahl der Hochschulleitung reichen.

Die Hochschulgesetze einiger Bundesländern (z.B. Baden-Württemberg oder Niedersachsen) sehen Geschlechterquoten bei der Besetzung der Hochschulräte vor.

Quellen

Daten als Excel-Datei: hier (136 kB)

Datenqualität

Art der Datenerhebung:
bis 2016: Befragung der Hochschulen, die auf der Hochschulliste der HRK aufgeführt sind, durch das CEWS
ab 2017:  Statistisches Bundesamt: Sekundärerhebung (Vollerhebung) auf Basis der Verwaltungsdaten der Hochschulen

Erhebungstermin:
bis 2016: 31.12; ab 2017: 1.12.

Periodizität:
Jährlich

Ausnahmen:
Das Bremische Hochschulgesetz sieht keinen Hochschulrat vor. Zwei Privatuniversitäten und die Hochschule für öffentliche Verwaltung Bremen haben einen solchen installiert. In Brandenburg ist ein Landeshochschulrat übergreifend für 10 Hochschulen tätig. Für die Universitäten Kiel, Flensburg, Lübeck gibt es einen gemeinsamen Universitätsrat Schleswig-Holstein. Für die Kunsthochschulen in Nordrhein-Westfalen (Musikhochschulen in Detmold, Düsseldorf und Köln, die Folkwang-Hochschule in Essen, die Kunstakademien in Düsseldorf und Münster und die Kunsthochschule für Medien Köln) wurde ein Kunsthochschulbeirat NRW eingerichtet.

Brüche in den Daten:
Bis 2016: Rücklaufquoten zwischen 75 und 90 Prozent

Erhebungseinheiten:

Bis 2016: weibliche und männliche stimmberechtigte Personen in Hochschulräten, Kuratorien und in ähnlichen Gremien (das Gremium , das mit externen Personen besetzt ist und das, bei mehreren Gremien, die höchste Entscheidungsgewalt besitzt).
Ab 2017: weibliche und männliche Mitglieder in Hochschulräten sowie Universitätsräten, Kuratorien, Stiftungsräten und Aufsichtsräten, die anstelle eines Hochschulrats eingesetzt sind.

Ähnliche Datensätze:
Frauenanteile an den Hochschulleitungen
Frauenanteile an den Führungspositionen von Forschungseinrichtungen

Weiterführende Literatur

Löther, Andrea (2019): Gleichstellung von Frauen und Männern in Entscheidungsgremien von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Sonderauswertung für den GWK-Bericht: Chancen-gleichheit in Wissenschaft und Forschung (2019), 23. Fortschreibung. Unter Mitarbeit von Maximilian Tolkamp. In: Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung. 23. Fortschreibung des Datenmaterials (2017/2018) zu Frauen in Hochschulen und außerhochschulischen Forschungseinrichtungen. im Erscheinen. Bonn.

Borgwardt, Angela; Zöllner, E. Jürgen; Heinze, Rolf G.; Hellermann, Johannes (2013): Hochschulräte und Hochschulsteuerung zwischen Beratung und Kontrolle. 1. Aufl. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung.
http://library.fes.de/pdf-files/studienfoerderung/10087.pdf

Röbken, Heinke; Schütz, Marcel (2013): Hochschulräte. Eine empirische Bestandsaufnahme ihrer Zusammensetzung. In: Die Hochschule: Journal für Wissenschaft und Bildung (2), S. 96–107.
http://www.wissenschaftsmanagement-online.de/sites/www.wissenschaftsmanagement-online.de/files/Hochschulr%C3%A4te%20-%20Eine%20empirische%20Bestandsaufnahme_0.pdf

Papenfuß, Ulf; Friedländer, Benjamin; Haak, Birthe; Krieg, Thilo; Lück, Oliver (2014): Repräsentation von Frauen in wesentlichen Gremien öffentlicher Organisationen in Nordrhein-Westfalen. Eine Bestandsaufnahme. Studie im Auftrag des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter Nordrhein-Westfalen. Unter Mitarbeit von Mareile Kitzel.
http://www.frauenbueros-nrw.de/images/pdf/stellungnahmen/Frauen_Gremien_NRW.pdf

Schlagworte

Statistik und statistische Daten, Hochschulen, Gremien, Bundesländer