Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Frauenanteile an den Juniorprofessuren nach Fächergruppen, 2018

| Kategorien: Wissenschaftliches Personal; Deutschland

Inhaltliche Beschreibung

Das Diagramm zeigt den Frauenanteil an Juniorprofessuren insgesamt und aufgegliedert nach Fächergruppen. Der höchste Frauenanteil an Juniorprofessuren findet sich mit 61 Prozent in den Geisteswissenschaften mit hohen Frauenanteil, gefolgt von der Fächergruppe „Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften“ mit 48 Prozent. Etwas niedriger ist der Frauenanteil in den Fächergruppen Mathematik Naturwissenschaften (42 %) und deutlich niedriger in den Ingenieurswissenschaften (25 %). Aufgrund der geringen Fallzahl von weniger als 50 Juniorprofessuren, sind die Angaben zu den Frauenanteilen in den Fächergruppen Sport Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin, Kunst, Kunstwissenschaft und Zentrale Einrichtungen nicht aussagekräftig.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Juniorprofessuren wurden 2002 mit dem Ziel eingeführt, eine frühzeitige unabhängige Forschung und Lehre zu ermöglichen. Juniorprofessor*innen gehören zu der Personalgruppe „Professuren“ und haben ähnliche Rechte und Pflichten. Allerdings sind Juniorprofessuren befristet und nur selten mit einem Tenure Track – der Berufungsmöglichkeit auf eine unbefristete Professur – verbunden.

Während bis zu Beginn der 2000er Jahre die Qualifikation zu einer Lebenszeitprofessur an einer Universität fast ausschließlich über eine Habilitation erfolgte, gibt es inzwischen mit der Juniorprofessur, Nachwuchsgruppenleitungen und ähnlichen alternative Wege. Welche Bedeutung die jeweiligen Qualifizierungswege für die Erlangung einer Professur haben differiert zwischen einzelnen Fächern.

Die gleichstellungspolitische Forderung, dass 40 Prozent der Juniorprofessuren mit Frauen besetzt sein sollen, wird inzwischen erfüllt. Dabei wäre jedoch nach Professuren mit und ohne tenure track-Möglichkeit zu unterscheiden. Darüber hinaus findet mit der Einführung der Juniorprofessur eine soziale Schließung statt: Juniorprofessor*innen kommen noch häufiger aus Elternhäusern mit einer akademischen Bildung als andere Qualifikationsstellen.

Quelle

Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt: Fachserie 11 Reihe 4.4 Personal an Hochschulen, Tabelle 3: Personal nach Dienstbezeichnungen, Qualifizierungsposition und Fächergruppen der fachlichen Zugehörigkeit

Daten als Excel-Datei: hier (124 kB)

Datenqualität

Art der Datenerhebung:
Sekundärerhebung (Vollerhebung) auf Basis der Verwaltungsdaten der Hochschulen

Erhebungstermin:
Berichtsjahr, Stichtag: 1.12.

Periodizität:
Jährlich

Brüche in den Daten:
Ab dem Prüfungsjahr 2016
Umbenennung der Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften in Geisteswissenschaften
Psychologie, Erziehungswissenschaften und Sonderpädagogik wechselt von der Fächergruppe Geisteswissenschaften zur Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Informatik wechselt von der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften in die Fächergruppe Ingenieurswissenschaften
Veterinärmedizin wird, wie international üblich, in die Fächergruppe Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin integriert
Durch diese Veränderungen ist das Prüfungsjahr 2016 nur noch bedingt mit den Vorjahren vergleichbar

Erhebungseinheiten:
Juniorprofessor*innen
Fächergruppen

Ähnliche Datensätze:
Frauenanteile an den Juniorprofessuren seit 2005
Frauenanteile am wissenschaftlichen Personal nach Personalgruppen
Frauenanteile am wissenschaftlichen Personal nach Fächergruppen

Weiterführende Literatur

Winter, Martin (2019): Qualifizierungswege zur Professur. aus Sicht von Juniorprofessor*innen, Nachwuchsgruppenleiter*innen und habilitierenden wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen. In: Das Hochschulwesen: Forum für Hochschulforschung, -praxis und -politik 67 (3), S. 60–69.

Möller, Christina (2018): Diverse Professorenschaft? Intersektionale Erkenntnisse am Beispiel der Universitäten in Nordrhein-Westfalen. In: CEWSjournal (114), S. 67–70. (URL: http://www.etracker.de/lnkcnt.php?et=qPKGYV&url=https://www.gesis.org/fileadmin/cews/www/CEWSjournal/cews-journal114.pdf&lnkname=fileadmin/cews/www/CEWSjournal/cews-journal114.pdf, abgerufen am 20.09.2019).

Zimmer, Lena M. (2018): Das Kapital der Juniorprofessur. Einflussfaktoren bei der Berufung von der Junior- auf die Lebenszeitprofessur: Wiesbaden: Springer VS.

Burkhardt, Anke; Nickel, Sigrun; Berndt, Sarah; Püttmann, Vitus; Rathmann, Annika (2016): Die Juniorprofessur – vergleichende Analyse neuer und traditioneller Karrierewege im deutschen Wissenschaftssystem. In: Beiträge zur Hochschulforschung 38 (1-2), S. 86–117. (URL: http://www.bzh.bayern.de/uploads/media/1-2-2016-Burkhardt-Nickel-Berndt.pdf).

Burkhardt, Anke; Nickel, Sigrun (Hg.) (2015): Die Juniorprofessur. Neue und alte Qualifizierungswege im Vergleich: Baden-Baden: Nomos.

Kamm, Ruth; Werner, Iris (2014): Perspektiven nach der Juniorprofessur. Das Beispiel der CAU Kiel. In: Qualität in der Wissenschaft (QiW). Zeitschrift für Qualitätsentwicklung in Forschung, Studium und Administration 8 (4), S. 93–95.

Federkeil, Gero; Buch, Florian (2007): Fünf Jahre Juniorprofessur. Befragung zum Stand der Einführung: Gütersloh: CHE Centrum für Hochschulentwicklung. (URL: http://www.che.de/downloads/CHE_Juniorprofessur_Befragung_AP_90.pdf).

Lind, Inken; Löther, Andrea (2006): Juniorprofessuren in Nordrhein-Westfalen. Ein Vergleich der Qualifikationswege Juniorprofessur und C1-Assistentenstelle: Bonn: Center of Excellence Women and Science (CEWS). (URL: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0168-ssoar-244170).

Schlagworte

Statistik und statistische Daten; Hochschulen; Professur; Juniorprofessur; Wissenschaft als Beruf; Fächergruppen

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