Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Frauen- und Männeranteile im akademischen Qualifikationsverlauf, 2018

| Kategorien: Wissenschaftliche Qualifikation; Deutschland

Diagramm

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Inhaltliche Beschreibung

Das Scherendiagramm zeigt die Frauen- und Männeranteile auf den verschiedenen Stufen der akademischen Laufbahn. Präsentiert werden die Daten von Studienberechtigten, Studierenden und Promotionen, Personal, sowie Habilitationen und Professuren im Jahr 2018.
Zwischen Studienbeginn und Studienabschluss bleiben die Frauen- und Männeranteile gleich. Frauen brechen seltener ihr Studium ab als Männer (vgl. Studienabbruchquoten).
Ein deutlicher Rückgang der Frauenanteile ist beim Übergang zur Promotion und zur Habilitationen festzustellen. Mit diesen Qualifikationsstufen beenden mehr Frauen als Männer eine wissenschaftliche Karriere an einer Hochschule.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Frauen sind in Führungspositionen der Wissenschaft immer noch unterrepräsentiert. Scherendiagramme veranschaulichen diese Unterrepräsentanz. Deutlich wird, an welcher Stelle im Qualifikations- und Karriereverlauf, nämlich vor allem nach der Promotion, Frauen der wissenschaftlichen Arbeit an Hochschulen verloren gehen.

Die Darstellung des Scherendiagramms wird vielfach mit dem Bild der „leaky pipeline“ verbunden: Die wissenschaftliche Karriere wird als „pipeline“ konzeptionalisiert und mit jeder Qualifikationsstufe verlassen mehr Frauen als Männer diesen Karriereverlauf. Dieses Bild wird inzwischen jedoch als missverständlich kritisiert, da wissenschaftliche Karrieren häufig nicht gradlinig sind, sondern es Unterbrechungen und Wieder-Eintritte gibt.

Das vorliegende Scherendiagramm bildet die Situation in einem Jahr ab. Um sich im Zeitverlauf verändernde Frauenanteile auf einzelnen Qualifikationsstufen herauszurechnen, können idealtypische Qualifikationsverläufe analysiert werden, bei denen die Frauenanteile im Qualifikationsverlauf ausgehend von einem Jahrgang von Studienanfänger*innen bis zur Berufung auf eine Professur dargestellt werden.

Quellen

Statistisches Bundesamt: Fachserie 11

Reihe 1 Allgemeinbildende Schulen: Schulabgänger*innen mit Studienberechtigung
Reihe 4.1 Studierende an Hochschulen: Studienanfänger*innen und Studierende
Reihe 4.2 Prüfungen an Hochschulen: Abschlussprüfungen und Promotionen
Reihe 4.4 Personal an Hochschulen: Hauptberufliches wissenschaftliches und künstlerisches Personal, Habilitationen und Professuren


GWK Bericht „Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung, 22. Fortschreibung
des Datenmaterials (2016/2017)“: Daten zu den Berufungen
https://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Papers/22._FS_Frauenbericht_2018_Heft_60.pdf

Daten als Excel-Datei: hier (128 kB)

Datenqualität

Art der Datenerhebung
Statistisches Bundesamt: Sekundärerhebung (Vollerhebung) auf Basis der Verwaltungsdaten der Hochschulen
Berufungsdaten der GWK: Abfrage der GWK-Geschäftsstelle bei den Landesministerien

Erhebungstermin
Statistisches Bundesamt: Reihe 1: Beginn des Schuljahres; Reihe 4.1: Daten aus den Immatrikulations- und Rückmeldefristen der Hochschulen; Reihe 4.2: Prüfungsjahr (01.10.-30.09.); Reihe 4.4: Stichtag 01.12.
Berufungsdaten der GWK: Stichtag 31.12.

Periodizität
Jährlich

Erhebungseinheiten

Ähnliche Datensätze

Frauen- und Männeranteile im Qualifikationsverlauf: Analyse idealtypischer Karriereverläufe: Studienbeginn bis Berufungen
Frauenanteile an den Studienanfänger*innen, Studierenden und Absolvent*innen seit 1993
Studienabbruchquoten für deutsche Studierende an Universitäten nach Studienfach

Studienabbruchquoten für deutsche Studierende an Fachhochschulen nach Studienfach

Weiterführende Literatur

LeFeuvre, Nicky; Bataille, Pierre; Kradolfer, Sabine; del Rio Carral, Maria; Sautier, Marie (2018): The gendered diversification of academic career paths in comparative perspective. In: Murgia, Annalisa & Poggio, Barbara (Hg.): Gender and Precarious Research Careers. A Comparative Analysis. London: Routledge, S. 50–80.

Dubois-Shaik, Farah; Fusulier, Bernard (2015): Academic Careers and Gender Inequality. Leaky Pipeline and Interrelated Phenomena in Seven European Countries. University of Trento: Trento (hier).

Blome, Eva; Erfmeier, Alexandra; Gülcher, Nina; Smykalla, Sandra (2014): Handbuch zur Gleichstellungspolitik an Hochschulen. Von der Frauenförderung zum Diversity Management? 2. Aufl.: Wiesbaden: Springer VS., Kap. 1.1 Geschlechterverhältnisse an Hochschulen.

Connolly, Sara; Fuchs, Stefan (2009): Analysing the leaky pipeline in academia. In: European Commission (Hg.): Women in science and technology. Creating sustainable careers. Brüssel: European Commission, S. 59–68 (hier).

Schlagworte

Statistik und statistische Daten, Berufsbiographie, Hochschulen, Studierende, Studienabschluss, Promotion, Habilitation, Berufung, Professur, Wissenschaft als Beruf

Kategorien: Wissenschaftliche Qualifikation; Deutschland