Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Frauenanteile am 1. Studienabschluss, an Promotionen und Habilitationen, 1980 bis 2018

| Kategorien: Wissenschaftliche Qualifikation; Deutschland

Diagramm

Diagramm

Inhaltliche Beschreibung

Das Diagramm zeigt die Entwicklungen des Frauenanteils von verschiedenen wissenschaftlichen Qualifikationen von 1980 bis 2018. Zum ersten Studienabschluss gehören das Diplom und entsprechende Abschlussprüfungen, Lehramtsprüfungen, der Fachhochschulabschluss und seit 2002 der Masterabschluss. Des Weiteren wird der Frauenanteil an den Promotionen und Habilitationen angegeben. Bei allen Prüfungen ist ein langfristiger Aufwärtstrend zu beobachten. Der Frauenanteil an den Lehramtsprüfungen, mit einem bereits hohen Ausgangswert, schwankt seit 1994 um 75 Prozent. Der Frauenanteil beim Fachhochschulabschluss sank von 2005 bis 2016 und hat in den letzten Jahren wieder zugenommen. Der Abstand zwischen den Prüfungen ist weitgehend gleichgeblieben.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Die Teilhabe von Frauen an akademischen Abschlüssen analysiert zum einen, wie erfolgreich Frauen ein Studium abschließen, und zeigt zum anderen das Potenzial für eine weitere wissenschaftliche Qualifikation auf. Entsprechend dem Anstieg des Studentinnenanteils ist auch der Frauenanteil an den Abschlussprüfungen bis Mitte der 2000er Jahre gestiegen. Mit Ausnahme der Habilitation und den Lehramtsprüfungen zeigt sich mit Frauenanteilen über 45 Prozent bei allen Abschlüssen inzwischen eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen.

Der bereits zu Beginn des Beobachtungszeitraums hohe Frauenanteil an den Lehramtsprüfungen verweist auf die horizontale Segregation bei der Berufswahl.

Der kontinuierlich gestiegene Frauenanteil an Promotionen und Habilitationen verweist ebenfalls auf die steigende Teilhabe von Frauen in der Wissenschaft. Zugleich liegen diese Frauenanteile durchgängig unter den Frauenanteile an den jeweils darunter liegenden Qualifikationsstufen. Der Frauenanteil an den Habilitationen liegt über dem gesamten Beobachtungszeitraum um mindestens 15 Prozentpunkte unter dem Frauenanteil an den Promotionen. Dies verweist darauf, dass die Chance von Männern im Wissenschaftssystem zu verbleiben an jeder Qualifikationsstufe größer ist als die Chance von Frauen. Beim Übergang nach der Promotion sind diese geschlechterspezifischen Effekte besonders groß.

Quelle

Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt: Fachserie 11

Reihe 4.2 Prüfungen an Hochschulen
Reihe 4.4 Personal an Hochschulen

 

Daten als Excel-Datei: hier (124 kB)

Datenqualität

Art der Datenerhebung

Sekundärerhebung (Vollerhebung) auf Basis der Verwaltungsdaten der Hochschulen

Erhebungstermin

Prüfungsstatistik: Prüfungsjahr (Winter- und folgendes Sommersemester)
Personalstatistik: Berichtsjahr, Stichtag: 1.12.

Periodizität

Jährlich

Brüche in den Daten:

Daten bis 1991 einschließlich: früheres Bundesgebiet

Daten für den Masterabschluss sind erst ab 2002 erhältlich.

 

Erhebungseinheiten

1. Studienabschluss:

  • Diplom und entsprechende Abschlussprüfungen:
  • Lehramtsprüfungen
  • Fachhochschulabschluss:
  • Masterabschluss

Promotionen
Habilitationen

Ähnliche Datensätze

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Frauen- und Männeranteile im Qualifikationsverlauf: Analyse idealtypischer Karriereverläufe: Studienbeginn bis Berufungen
Frauenanteile an den Promotionen (ISCED 8) im internationalen Vergleich
 

 

Weiterführende Literatur

Hendrix, Ulla (2017): Frauen an der Schwelle zur Wissenschaftskarriere? Geschlechteraspekte der Promotionsphase. In: Dahmen, Jennifer & Thaler, Anita (Hg.): Soziale Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Forschung. Opladen, Berlin, Toronto: Budrich, 193-210.

Jaksztat, Steffen (2017): Geschlecht und wissenschaftliche Produktivität. In: Zeitschrift für Soziologie 46 (5), S. 533.

Rogge, Jan-Christoph (2017): Wissenschaft zwischen Lebensform und Karrierejob. Dissertation: Berlin. (URL: https://depositonce.tu-berlin.de/bitstream/11303/7092/4/rogge_jan-christoph.pdf, abgerufen am 04.04.2018).

Vogel, Susanne de (2017): Wie beeinflussen Geschlecht und Bildungsherkunft den Übergang in individuelle und strukturierte Promotionsformen? In: KZfSS Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 69 (3), S. 437–471.

Funken, Christiane; Hörlin, Sinje; Rogge, Jan-Christoph (2015): Vertrackte Karrieren. Zum Wandel der Arbeitswelten in Wirtschaft und Wissenschaft. Frankfurt a. M.: Campus.

Kahlert, Heike (2015): Nicht als Gleiche vorgesehen. Über das "akademische Frauensterben" auf dem Weg an die Spitze der Wissenschaft. In: Beiträge zur Hochschulforschung 37 (3), S. 60–78. (URL: http://www.bzh.bayern.de/uploads/media/3-2015-Kahlert.pdf, abgerufen am 16.09.2019).

Beaufaÿs, Sandra (2015): Die Freiheit arbeiten zu dürfen. Akademische Laufbahn und legitime Lebenspraxis. In: Beiträge zur Hochschulforschung 37 (3), S. 40–58. (URL: www.bzh.bayern.de/uploads/media/3-2015-gesamt_b.pdf, abgerufen am 16.09.2019).

Briedis, Kolja; Jaksztat, Steffen; Preßler, Nora; Schürmann, Ramona; Schwarzer, Anke (2014): Berufswunsch Wissenschaft? Laufbahnentscheidungen für oder gegen eine wissenschaftliche Karriere. Hg. v. Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Hannover (Forum Hochschule, 8/2014). Online verfügbar.

Korff, Svea; Roman, Navina (Hg.) (2013): Promovieren nach Plan? Chancengleichheit in der strukturierten Promotionsförderung. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer-Verlag.

Schubert, Frank; Engelage, Sonja (2011): Wie undicht ist die Pipeline? Wissenschaftskarrieren von promovierten Frauen. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie (63), S. 431–457, zuletzt geprüft am 13.11.2018.

Schlagworte

Statistik und statistische Daten; Studium; Studierende; Hochschulen; Studienabschluss; Promotion; Habilitation; Wissenschaft als Beruf

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