Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Frauenanteile am wissenschaftlichen FuE-Personal (VZÄ) nach Wirtschaftszweigen, 2017

| Kategorien: Industrielle Forschung; Deutschland

Diagramm

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Inhaltliche Beschreibung

Die Grafik zeigt den Frauenanteil am wissenschaftlichen FuE-Personal (VZÄ) insgesamt () und nach ausgewählten Wirtschaftszweigen im Jahr 2017. Frauen sind in der industriellen Forschung deutlich unterrepräsentiert. Über alle Wirtschaftszweige betrachtet liegt der Frauenanteil an den Forschenden in Unternehmen bei 14,3 Prozent. In zwei Drittel der ausgewerteten Wirtschaftszweige liegt der Frauenanteil unter 30 Prozent. Die Wirtschaftszweige Land- und Forstwirtschaft und Fischerei mit 43,4 Prozent, Pharmazeutische Erzeugnisse mit 45,4 Prozent und Ernährungsgewerbe und Tabakverarbeitung mit 51,2 Prozent weisen einen höheren Frauenanteil auf.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Forschung und Entwicklung wird in Deutschland von öffentlichen und privaten Institutionen betrieben. Neben den Hochschulen sind dies vor allem die Forschungsorganisationen (FhG, HGF, MPG und WGL) und private Unternehmen (Industrieforschung). Der überwiegende Teil der Forscher*innen (60 Prozent) arbeitet in der Industrieforschung, etwas mehr als ein Viertel an Hochschulen und rund 13 Prozent in den Forschungseinrichtungen.

Die Geschlechter verteilen sich ungleich auf diese Sektoren. In der Industrieforschung ist der Frauenanteil besonders niedrig. Die geschlechterspezifische Fächerwahl erklärt diese Unterrepräsentanz nur zum Teil: Die Frauenanteile an den Promotionen in den Ingenieurwissenschaften sowie in Mathematik und Naturwissenschaften liegen mit 19 bzw. 42 Prozent höher.

Die Ungleichverteilung hat Auswirkungen auf den GenderPayGap sowie auf die geschlechtergerechte Teilhabe an Forschung und Entwicklung.

Quelle

Stifterverband Wissenschaftsstatistik
Tabelle 4.1: FuE-Personal (Vollzeitäquivalente) in der Wirtschaft 2015 nach Personalgruppen und Geschlecht, Spalten 4, 5 und 6
https://www.stifterverband.org/arendi-zahlenwerk_2017

Daten als Excel-Datei: hier (141 kB)

Datenqualität

Art der Datenerhebung:
Vollerhebung aller forschenden Unternehmen und Institute für Gemeinschaftsforschung (IfG) in Deutschland durch Wissenschaftsstatistik GmbH, ein Forschungs- und Beratungsinstitut des Stifterverbands.

Erhebungstermin:
Ende des jeweiligen Berichtsjahres

Periodizität:
Zweijährlich

Erhebungseinheiten:

FuE-Personal: Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler (Vollzeitäquivalente), Ein Vollzeitäquivalent entspricht einem Vollzeitbeschäftigten, der seine gesamte Arbeitszeit auf Forschung und Entwicklung verwendet
Die Wirtschaftsgliederung basiert auf der Klassifikation der Wirtschaftszweige des statistischen Bundesamtes, Ausgabe 2008 (WZ 2008)

Ähnliche Datensätze:
Frauenanteile am wissenschaftlichen FuE-Personal nach Wirtschaftszweigen, seit 1999
Frauenanteile am wissenschaftlichen FuE-Personal in der Industrieforschung im europäischen Vergleich

Frauenanteile an den Promotionen und Habilitationen nach Fächergruppen

 

Weiterführende Literatur

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (2018): Bundesbericht Forschung und Innovation 2018. Kurzfassung. Berlin. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Tobies, Renate; Vogt, Annette B. (Hg.) (2014): Women in industrial research. Stuttgart: Steiner (Wissenschaftsgeschichte, 8).

Bessing, Nina (Hg.) (2013): Innovation durch Perspektivenvielfalt. Impulse für die industrielle Praxis aus der Gender- und Diversity-Forschung. Leverkusen: Barbara Budrich

Grunewald, Barbara; Schaffer, Nicole (2010): Einkommen in F&E. FEMtech. Wien (genderDiskurs, 07). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 07.12.2016.

Schacherl, Ingrid (2009): FEMtech - Argumentarium: Frauen in Forschung und Technologie. Argumente und wie die Fakten dazu aussehen. Überarbeitet und aktualisiert von Florian Holzinger und Sybille Reidl. Joanneum Research Forschungsgesellschaft mbH.Wien.
www.femtech.at/sites/default/files/Argumentarium_2009_ueberarbeitet.pdf

Samjeske, Kathrin; Tibes, Anja (2008): Schwerpunkt: Erforschung der Situation von Frauen in der europäischen Bauforschung. In: CEWS-Newsletter (65). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Belitz, Heike; Kirn, Tanja; Werwatz, Axel (2006): Zu wenig Frauen in Forschung und Innovation. In: Wochenbericht des DIW Berlin 73 (45), S. 643–648. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 07.12.2016.

Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft (2005): Wo bleiben die Frauen. Essen (facts: Forschung und Entwicklung). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (Hg.) (2004): Frauen in der industriellen Forschung. Mehr Schwung für Europa. Konferenzbericht: Berlin, 10. - 11. Oktober 2003. Bonn (Forschung). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Meulders, Danièle (2003): Women in industrial research. Analysis of statistical data and good practices of companies. Hg. v. European Commission - DG Research. Brussels (Science and Society, EUR 20814). Online verfügbar, zuletzt geprüft am 11.10.2019.

Rübsamen-Waigmann, Helga; Sohlberg, Ragnhild; Rees, Teresa; et al. (2003): Women in industrial research. A wake up call for European industry. A report to the European Commission from the High Level Expert Group on Women in Industrial Research for strategic analysis of specific science and. Hg. v. European Commission - DG Research. Brussels.
https://ec.europa.eu/research/swafs/pdf/pub_gender_equality/wir_final.pdf

Schlagworte

Statistik und statistische Daten, Industrielle Forschung, Wirtschaftszweige

Kategorien: Industrielle Forschung; Deutschland