Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung

Frauenanteile an den Promotionen und Habilitationen nach Fächergruppen, 2018

| Kategorien: Wissenschaftliche Qualifikation; Deutschland

Diagramm

Diagramm

Inhaltliche Beschreibung

Das Diagramm zeigt den Frauenanteil an den Promotionen und Habilitationen insgesamt und aufgegliedert nach Fächergruppen im Jahr 2018. Der Frauenanteil beträgt 45 Prozent bei den Promotionen und 32 Prozent bei den Habilitationen.

Unterschiede zwischen den Fächern spiegeln die horizontale Segregation wieder, die sich auch bei Studierenden und Prüfungen zeigt. In allen Fächergruppen außer den Ingenieurwissenschaften liegt der Frauenanteil an den Promotionen höher als der der Habilitationen. Auffällig ist, dass sich die Fächer bei den Frauenanteilen an den Habilitationen nicht so sehr unterscheiden wie bei den Frauenanteilen an den Promotionen. Einige Fächern mit einem hohen Frauenanteil bei den Promotionen – wie die Fächergruppe Humanmedizin / Gesundheitswissenschaften – verlieren besonders viele Frauen beim Übergang zur Habilitation. In den Ingenieurwissenschaften dagegen ist der Frauenanteil an den Habilitationen höher als an den Promotionen.

Bei der Interpretation der Habilitationsdaten ist zum einen zu beachten, dass die Aussagekraft für die Fächergruppen Sport, Kunst / Kunstwissenschaften und Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaft / Veterinärmedizin aufgrund der geringen Fallzahl von unter 50 Habilitationen pro Jahr begrenzt ist. Zum anderen variiert die Bedeutung der Habilitation als Voraussetzung für die Erlangung einer Professur in den einzelnen Fächern.

Kontext und gleichstellungspolitische Bedeutung

Anhand des akademischen Qualifikationsverlaufs ist erkennbar, dass Frauen vor allem nach der Promotion ihre wissenschaftliche Karriere beenden. Dies spiegelt sich auch an dem niedrigeren Frauenanteil bei den Habilitationen in den verschiedenen Fächergruppen wieder. Der Fächervergleich macht deutlich, dass die Exklusion von Frauen aus der Wissenschaft in den einzelnen Fächergruppen auf verschiedenen Qualifikationsstufen erfolgt.

Quelle

Die Daten stammen vom Statistischen Bundesamt: Fachserie 11 Reihe 4.2 Prüfungen an Hochschulen und Reihe 4.4 Personal an Hochschulen

Daten als Excel-Datei: hier (122 kB)

Datenqualität

Art der Datenerhebung

Sekundärerhebung (Vollerhebung) auf Basis der Verwaltungsdaten der Hochschulen

Erhebungstermin

Prüfungsstatistik: Prüfungsjahr (Winter- und folgendes Sommersemester)
Personalstatistik: Berichtsjahr, Stichtag: 1.12.

Periodizität

Jährlich

Brüche in den Daten

Ab dem Prüfungsjahr 2016:
Umbenennung der Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften in Geisteswissenschaften
Psychologie, Erziehungswissenschaften und Sonderpädagogik wechselt von der Fächergruppe Geisteswissenschaften zur Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Informatik wechselt von der Fächergruppe Mathematik, Naturwissenschaften in die Fächergruppe Ingenieurswissenschaften
Veterinärmedizin wird, wie international üblich, in die Fächergruppe Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin integriert
Durch diese Veränderungen sind Daten ab dem Prüfungsjahr 2016 nur noch bedingt mit den Vorjahren vergleichbar

 

Erhebungseinheiten

Promotionen
Habilitationen
Fächergruppen

Ähnliche Datensätze:
Frauenanteile am 1. Studienabschluss, an Promotionen und Habilitationen, seit 1980
Frauenanteile an den Juniorprofessuren nach Fächergruppen
Frauen- und Männeranteile im akademischen Qualifikationsverlauf
Frauenanteile an den Promotionen (ISCED 8) im internationalen Vergleich

Weiterführende Literatur

Beaufaÿs, Sandra (2018): Ausstieg aus der Wissenschaft. Problem oder gute Idee? blog interdisziplinäre geschlechterforschung, Nr. 23.10.2018. (URL: https://www.gender-blog.de/beitrag/ausstieg-aus-der-wissenschaft--problem-oder-gute-idee/show/, abgerufen am 16.09.2019).

Heidler, Richard (2017): Forschungsförderung und Karrierewege. Vergleichende Studie zu den DFG-Programmen zur Förderung der wissenschaftlichen Karriere. Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Bonn. http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/geschaeftsstelle/publikationen/studien/studie_karrierewege.pdf

Hendrix, Ulla (2017): Frauen an der Schwelle zur Wissenschaftskarriere? Geschlechteraspekte der Promotionsphase. In: Jennifer Dahmen und Anita Thaler (Hg.): Soziale Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Forschung. Opladen, Berlin, Toronto: Budrich, 193-210.

Konsortium Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs (BuWin) (2017): Bundesbericht Wissenschaftlicher Nachwuchs 2017. Statistische Daten und Forschungsbefunde zu Promovierenden und Promovierten in Deutschland. 1. Auflage. Bielefeld: Bertelsmann. Online verfügbar, zuletzt geprüft am 22.02.2018.

Carqueville, Isabel; Keller, Andreas; Staack, Sonja (Hg.) (2014): Aufstieg oder Ausstieg? Wissenschaft zwischen Promotion und Professur. Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Bielefeld: wbv (GEW-Materialien aus Hochschule und Forschung, 122).

Kreckel, Reinhard; Zimmermann, Karin (Hg.) (2014): Hasard oder Laufbahn. Akademische Karrierestrukturen im internationalen Vergleich. Leipzig: Akademische Verlagsanstalt.

Kahlert, Heike (2013): Riskante Karrieren. Wissenschaftlicher Nachwuchs im Spiegel der Forschung: Opladen: Barbara Budrich.

Leemann, Regula Julia (2013): Geschlechterungleichheiten in wissenschaftlichen Laufbahnen. In: Berger, Peter A. & Kahlert, Heike (Hg.): Institutionalisierte Ungleichheiten. Wie das Bildungswesen Chancen blockiert. 3. Aufl. Weinheim: Juventa, S. 179–214.

Schubert, Frank; Engelage, Sonja (2011): Wie undicht ist die Pipeline? Wissenschaftskarrieren von promovierten Frauen. In: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie (63), S. 431–457. (pdf: https://link.springer.com/article/10.1007/s11577-011-0144-3)

Lind, Inken (2004): Aufstieg oder Ausstieg? Karrierewege von Wissenschaftlerinnen. Ein Forschungsüberblick: Bielefeld: Kleine.

Schlagworte

Statistik und statistische Daten; Studium; Hochschulen; Promotion; Habilitation; Berufung; Professur; Wissenschaft als Beruf; Fächergruppen

 

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