Challenges of Quantitative Surveys of Refugees – Examples from the ReGES (talk in German)

February 7, 2017, 1:45pm

Mannheim, Conference room B2,8

Dr. Gisela Will

Abstract

Integration, verstanden als Integration der einzelnen Zugewanderten in die sozialen Systeme, kann bei jungen Geflüchteten insbesondere über das Bildungssystem funktionieren. Unter welchen Bedingungen die Integration von Geflüchteten besser gelingen kann und welche Faktoren Integration verzögern, kann aktuell nicht zuverlässig beantwortet werden, da die dazu benötigten Daten fehlen. Um diese Lücke zu schließen, führt das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) die längsschnittlich angelegte Studie „ReGES – Refugees in the German Educational System“ durch, die den Prozess der Integration von jungen Zugewanderten, die kürzlich im Rahmen des Asylbewerberzuzugs nach Deutschland gekommen sind, in das deutsche Bildungssystem untersucht.

Um möglichst effizient und zeitnah Informationen zur Integration von Geflüchteten in das Bildungssystem bereitstellen zu können, konzentriert sich die Studie auf folgende zwei Bildungsetappen: Erstens die frühkindliche Bildung, die nicht nur besonders bedeutsam für den Erwerb von Deutschkenntnissen und den Beginn der Bildungskarriere ist, sondern darüber hinaus auch die Möglichkeit bietet, ganze Familien zu integrieren. Zweitens den Übergang von der Sekundarstufe I in das Ausbildungssystem, welcher zentral ist für die mittel- und langfristige Integration in den Arbeitsmarkt.

Die Befragung von Personen mit Fluchthintergrund, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben, ist mit besonderen Herausforderungen verbunden: Aufgrund der hohen Mobilität der Zielgruppe ist eine engmaschige Befragung im halbjährigen Rhythmus mit insgesamt sieben Messzeitpunkten bei den Eltern bzw. Jugendlichen geplant. Darüber hinaus wird der Einsatz innovativer Trackingmaßnahmen nötig sein.

In Bezug auf das Thema Sprache sind vor allem fehlende Deutschkenntnisse der Befragten und eine vergleichsweise hohe Analphabetenrate zu nennen.  Zudem handelt es sich bei dieser spezifischen Migrantengruppe um eine sehr heterogene Gruppe, was nicht nur Auswirkungen auf die Auswahl der Befragungssprachen, sondern auch auf die vergleichbare Erfassung von Bildungserfahrungen oder Erwerbsbiographien hat.

Ziel des Beitrags ist es, diese und weitere methodische Herausforderungen in der quantitativen Forschung mit Geflüchteten sowie den möglichen Umgang mit diesen Herausforderungen am Beispiel der längsschnittlich angelegten Studie „ReGES – Refugees in the German Educational System“ vorzustellen.

About the speaker

Gisela Will ist Leiterin des Arbeitsbereichs Migration am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V. (LIfBi). Darüber hinaus ist sie Koordinatorin des Projektes ReGES (Refugees in the German educational System). Im Jahr 2015 schloss sie ihre Promotion an der Universität Mannheim ab und ihre Dissertation mit dem Titel "Die Bedeutung sozialen Kapitals für Migrationsprozesse" erschien 2016.

Gisela Will studierte Pädagogik an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit den Nebenfächern Soziologie, Psychologie und Sozial- und Arbeitsrecht. Von 2001 bis 2004 war Gisela Will als wissenschaftliche Angestellte am europäischen forum für migrationsstudien (efms) in Bamberg beschäftigt und von 2004 bis 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Universität Leipzig tätig. Ihre Forschungsinteressen liegen vor allem im Bereich von sozialem Kapital, Migration und Integration (insbesondere Bildungsungleichheit).