Wie Gleichstellung messen? Konzeptionelle Grundlagen zur Operationalisierung von Geschlechtergerechtigkeit

Irene Pimminger
22.06.2016 GESIS Köln (Konferenzraum West II) 13:45 Uhr

Abstract
Zur Messung von Gleichstellung genügt es nicht, statistisch feststellbare Unterschiede zwischen Frauen und Männern zu identifizieren. Vielmehr ist als Ausgangspunkt ein konzeptioneller Rahmen notwendig, der definiert, welches Verständnis von Geschlechtergerechtigkeit zugrunde gelegt wird und woran Gleichstellung in diesem Sinne deshalb gemessen werden soll. Denn Gleichstellung ist kein rein empirisch beschreibbarer Tatbestand, sondern ein theoretisches Konzept und ein politisches Ziel, das auf dem normativen Gebot der Gerechtigkeit beruht.
In dem Beitrag wird zunächst der Unterschied zwischen geschlechtsdifferenzierten Daten, Gender- und Gleichstellungsindikatoren dargelegt. Anschließend wird auf den Capability Ansatz eingegangen, der häufig in Gleichstellungsberichten oder Gleichstellungsindizes als konzeptioneller Bezugsrahmen dient. Dieser Ansatz wird schließlich mit einem Konzept von mehrdimensionaler Geschlechtergerechtigkeit zusammengeführt.

Zur Person
Dr. Irene Pimminger ist Sozialwissenschaftlerin und leitet defacto – Sozialwissenschaftliche Forschung & Beratung (www.defacto-forschung.eu). Ihre Themen- und Arbeitsschwerpunkte sind Geschlechterforschung und Gleichstellungspolitik, Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Sozialpolitik, Monitoring und Evaluation, Gleichstellungsindikatoren, EU-Strukturfonds.