Das Zweitveröffentlichungsrecht im deutschen Urheberrecht

Christoph Bruch
13.10.2016, GESIS Köln (Konferenzraum Ost), 13:45

Abstract
Zu Beginn des Jahres 2014 trat das sogenannte Zweitveröffentlichungsrecht (§ 38 Abs. 4 Urheberrechtsgesetz) in Kraft. Das Recht ermöglicht Autorinnen und Autoren wissenschaftlicher Zeitschriftenartikel unter bestimmten Voraussetzungen, die Manuskriptversion ihrer Artikel als Open-Access-Publikation elektronisch zu veröffentlichen. Dies ist auch möglich, wenn im Zuge der Originalpublikation alle Nutzungsrechte an den Verlag der Zeitschrift übertragen wurden. Das Zweitveröffentlichungsrecht soll Open Access, also den kostenfreien Zugang zur elektronischen Version wissenschaftlicher Publikationen, weniger abhängig von der Geschäftspolitik der Verlage machen.
Im ersten Teil des Vortrages wird erläutert, für wen das Zweitveröffentlichungsrechtes gilt und was begünstigte Autorinnen und Autoren bei der Nutzung des Rechtes beachten müssen. Gesetzgeber mehrerer anderer europäischer Staaten haben sich durch das deutsche Zweitveröffentlichungsrecht zum Beschluss ähnlicher Regelungen anregen lassen. Wie diese sich vom deutschen Recht unterscheiden und wie das Recht weiter entwickelt werden könnte, wird im zweiten Teil des Vortrages erörtert.

Zur Person
Dr. Christoph Bruch ist für das Helmholtz Open Science Koordinationsbüro tätig. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte von ihm sind die Formulierung von Policies auf nationaler und internationaler Ebene, die den Übergang zum Open Access-Publizieren bzw. zu Open Science unterstützen sollen sowie die Begleitung damit zusammenhängender politischer Entscheidungsprozesse. Zu Letzteren zählt auch das Werben für ein wissenschaftsfreundliches Urheberrecht. Zu großen Teilen erfolgt diese Arbeit im Rahmen des Engagements der Helmholtz-Gemeinschaft bei der Schwerpunktinitiative "Digitale Information" der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und bei EARTO.