Gender and Social Structure

Moderne Gesellschaften sind durch vielfältige Prozesse des strukturellen Wandels gekennzeichnet. Bei der Erforschung dieses Wandels setzt GESIS einen Fokus auf veränderte Familienformen und Partnerschaftsstrukturen sowie Bildung- und Arbeitsmarktbeteiligung. Der Wandel in diesen und anderen Bereichen der Sozialstruktur ist interdependent, hängt aber auch mit weiteren gesellschaftlichen Strukturen und Wertvorstellungen zusammen und ist verbunden mit Veränderungen von Lebensverläufen, Lebenszufriedenheit, Zeitverwendung und anderen Aspekten des sozialen Lebens. Bei der Untersuchung dieser Themenfelder wird die demographisch ausgerichtete Haushalts-, Arbeitsmarkt- und Familienforschung mit der Beschreibung und Erklärung der sozialen Ungleichheit verknüpft. Die Themenfelder lassen sich gut mit Mikrodaten der amtlichen Statistik im Quer- und Längsschnitt untersuchen, sowohl auf nationaler Ebene als auch in einer international vergleichenden Perspektive.

Eine zentrale Dimension der Sozialstruktur und sozialen Ungleichheit, die mit nahezu allen anderen Merkmalen der Sozialstruktur zusammenhängt, ist das Geschlecht. Als Querschnittskategorie wird Geschlecht in der Erforschung der Gesellschaft zu den oben genannten Themenfeldern berücksichtigt. Bei der Erforschung dieser Dimension liegt ein Schwerpunkt unseres Erkenntnisinteresses auf den Geschlechterverhältnissen bzw. genderspezifischen Selektions-, Inklusions- und Exklusionsprozessen im Bereich von Hochschulen und Karriereverläufen. Konkret werden hier zum einen Veränderungen und Geschlechterungleichheiten des Arbeitsmarkts „Wissenschaft“ (Beschäftigungsbedingungen, Gender Pay Gap), zum anderen geschlechterspezifische Strukturen von Karriereverläufen in Verknüpfung mit anderen Dimensionen sozialer Ungleichheit – wo möglich in Längsschnittperspektive – untersucht.