exSPACT: exemplary Solutions for Publishing Academic Texts

Entwicklung eines Publikationssystems für das elektronische Publizieren: Modellhafte Lösungen und konkrete Umsetzung

Bearbeitung: Oliver Hopt
Leitung: Prof. Dr. Jürgen Krause, Dr. Maximilian Stempfhuber
Wissenschaftlicher Arbeitsbereich: Wissenstechnologien für Sozialwissenschaften

Projektbeschreibung

Obwohl bei vielen Wissenschaftlern die Bereitschaft, die Ergebnisse ihrer Forschungen elektronisch zu publizieren, inzwischen gestiegen ist, fehlen dafür noch die geeigneten Instrumente. Vorhandene Komponenten, wie Textverarbeitungsprogramme und Content Management-Systeme, unterstützen bislang hauptsächlich einzelne Schritte im Publikationsprozess, nicht aber den kompletten Zyklus von der Idee bis zur fertigen Veröffentlichung. Zudem sind es Allroundsysteme, die das Schreiben eines Geschäftsbriefs genauso unterstützen wie das eines Buches, oder mit denen man eine private Homepage genauso wie den Internetauftritt einer ganzen Universität erstellen und pflegen kann. Daraus resultiert eine oft unüberschaubare Funktionsvielfalt und Komplexität, die beim wissenschaftlichen Publizieren oft hinderlich ist und gerade Einsteigern beim Erlernen einer Software Schwierigkeiten bereitet.

Ziel von exSPACT war es daher, exemplarische Lösungen zu entwickeln, die zum einen Lücken in der technischen und organisatorischen Unterstützung des Publikationsprozesses schließen, gleichzeitig aber so offen gestaltet sind, dass sie an die Bedürfnisse unterschiedlicher Disziplinen anpassbar sind. Der Anwendungskontext war die komplette Produktionskette elektronischer Publikationen im wissenschaftlichen Bereich, also von der Einreichung eines Manuskripts durch den Autor oder die Autorin bis hin zur elektronischen Veröffentlichung im Internet in unterschiedlichen Formaten. Insbesondere stand die Unterstützung der Redaktionen von Open Access-Zeitschriften im Vordergrund, da hier ein Großteil der redaktionellen Arbeiten (z. B. Erstellen der publikationsreifen Version einer Veröffentlichung) durch die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler selbst erfolgt. Ein Effizienzgewinn bei diesen Tätigkeiten wirkt sich direkt positiv auf die Nachhaltigkeit und auf die technische Qualität dieser Zeitschriften aus. Daneben sollten aber auch die einzelnen Stufen im wissenschaftlichen Publikationsprozess besser integriert werden.

Folgende Arbeitspakete wurden im Projekt bearbeitet:

  • Entwicklung eines Editierwerkzeugs für Redakteure und Autoren (GESIS)
  • Entwicklung eines Publikationssystems auf der Basis eines Content Management- Systems (Historisches Seminar der Universität zu Köln)
  • Etablierung einer Publikationsplattform für das elektronische Publizieren (Historisches Seminar der Universität zu Köln)

Projektergebnisse:

  • Erweiterung von OpenOffice.org um eine Funktion zur Literatursuche im sozialwissenschaftlichen Fachportal Sowiport und im Wissenschaftsportal vascoda. Während des Schreibens eines Textes kann nun aus der Textverarbeitung heraus nach relevanter Literatur gesucht werden: sowiport unterstützt die gleichzeitige Suche in z. Z. 12 nationalen und internationalen Datenbanken mit ca. 2,5 Mio. Literaturnachweisen, wozu neben der Datenbank SOLIS von GESIS auch sechs Datenbanken von ProQuest/CSA zählen, die als DFG-Nationallizenzen, verfügbar sind. Die gefundenen Literaturnachweise werden direkt in die in OpenOffice.org integrierte Literaturverwaltung übernommen und können von dort aus in den Text eingefügt werden. Die OpenOffice.org-Erweiterung steht auch in einer Version für vascoda bereit und ermöglicht die interdisziplinäre Literatursuche in ca. 100 Datenbanken mit zusammen etwa 75 Mio. Nachweisen. Die Anpassbarkeit auf weitere Fachinformationsportale ist bereits in der Architektur der OpenOffice.org-Erweiterung vorgesehen.

    OpenOffice.org-Dokumentvorlagen für wissenschaftliche Publikationen (Schwerpunkt: Zeitschriftenartikel), zur Unterstützung von Formatierarbeiten, wie sie hauptsächlich im redaktionellen Umfeld von Open Access-Zeitschriften vorkommen. Dazu wurden die umfangreichen Formatierrichtlinien von drei OpenOffice-Zeitschriften ausgewertet. Die Formatvorlagen können aber auch von Autorinnen und Autoren genutzt werden, die ihre Texte mit OpenOffice.org verfassen. Die verfügbaren Materialien umfassen neben den Formatvorlagen auch eine Kurzanleitung, die Verwendung und Anpassung der Vorlagen auf eigene Bedürfnisse erklärt. Dabei ist auch erläutert, wie die Texte vorzubereiten sind, damit die im Projekt FQS, entwickelte Diskussionskomponente für die Online-Kommentierung eingebunden werden kann.OpenOffice-Werkzeugleiste, mit der Formatvorlagen und Macros in die Benutzungsoberfläche von OpenOffice.org eingebunden werden können. Die Werkzeugleiste bietet einen schnellen Zugriff auf Formatvorlagen und beschleunigt das Ausführen von häufig wiederholten, komplexen Arbeitsabläufen, z. B. das Auszeichnen von Absatznummern. Dialogfenster für erweiterte Angaben zum Dokument: Im Produktionsprozess elektronischer Zeitschriften kommen normalerweise mehrere unterschiedliche Softwaresysteme zum Einsatz, z. B. für die Beitragseinreichung und –bewertung (GAPWorks, Open Journal System, etc.) und die Präsentation im Internet (unterschiedliche Content Management-Systeme oder in sowiport die Software DBClear). Häufig möchte man neue, zur Publikation freigegebene Texte automatisch in den Web-Auftritt der Zeitschrift integrieren, wo Leser dann in Inhaltsverzeichnissen blättern oder auf die einzelnen Artikel anhand eines Autorenindex zugreifen können. Die dafür notwendigen, detaillierten bibliografischen Angaben können aber häufig nicht so im Dokument selbst hinterlegt werden, dass das Einordnen in den Webauftritt automatisierbar ist; oft ist die erneute Eingabe bibliografischer Informationen nötig. Eine im Projekt entwickelte Erweiterung für OpenOffice.org stellt ein Dialogfenster zur Verfügung, in das in strukturierter Form die benötigten Informationen eingegeben werden können (z. B. mehrere Autoren, ISSN, Heftnummer, Seitenzahl usw.). Diese Informationen werden in benutzerdefinierten Feldern innerhalb der OpenOffice.org-Dateien gespeichert und sind aufgrund des offenen und standardisierten XML-Formats dieser Dateien von externen Programmen aus lesbar. Diese können daraus z. B. Autorenindizes oder automatisch Inhaltsverzeichnisse generieren.

    Diese bei GESIS erzielten Ergebnisse stehen in einem zunächst bis Juni 2008 dauernden Beta-Test interessierten Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung und werden dann über diese Projektseite öffentlich und als Open Source Software abrufbar sein.

Projektlaufzeit

01.01.2006 - 31.12.2007

Gefördert durch

Partner

Partner:

Historisches Seminar der Universität zu Köln, Geschichte der Frühen Neuzeit (Frau Prof. Grudrun Gersmann)