Gleichstellungsaspekte in der EU-Forschungsförderung

Berücksichtigung von Gleichstellungsaspekten in EU-geförderten Forschungsvorhaben in Deutschland

Bearbeitung: Kathrin Samjeske
Leitung: Anke Lipinsky
Wissenschaftlicher Arbeitsbereich: Fachinformationen für Sozialwissenschaften/ Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS

Projektbeschreibung

Seit dem Vertrag von Amsterdam 1997 ist Gender Mainstreaming die durchgreifende Herangehensweise zur Erreichung der Geschlechtergerechtigkeit in allen Politikfeldern, in denen die EU Richtlinienkompetenz besitzt. In den Grundlagendokumenten der Europäischen Forschungsrahmenprogramme (FRP) stellt eine stärkere Beteiligung von Wissenschaftlerinnen eine wichtige Zielstellung dar.

In zwei Förderinstrumenten des 7. FRP (Verbundprojekte, Exzellenznetzwerke) wird die „Berücksichtigung von Genderaspekten“ an drei Stellen abgefragt: im Leitfaden zur Projektbeantragung, in der Handreichung zur Vertragsverhandlung sowie im Projektabschlussbericht. Seitens der Europäischen Kommission wurde allerdings bisher nicht systematisch ausgewertet, in welcher Weise Genderaspekte in den genannten Projektphasen beachtet werden. Diese Wissenslücke soll nun für die Förderinstrumente Verbundprojekte und Exzellenznetzwerke durch das Projekt „Gleichstellungsaspekte in der EU-Forschungsförderung“ geschlossen werden.

Mittels einer themenzentrierten Interviewstudie werden die vier bei der Projekteinwerbung entscheidend beteiligten Gruppen befragt: die Projektleitungen, die Multiplikatoren/innen (aus Nationalen Kontaktstellen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen), die Gutachtenden sowie die verhandlungsführenden Mitarbeiter/innen der Europäischen Kommission. Der Schwerpunkt der Befragung liegt bei Antragstellenden aus Deutschland.

Zentrale Aufgaben des Forschungsprojektes sind:

  • Analyse der Rolle des Instruments (Antragspunkt „consideration of gender aspects“) in verschiedenen Phasen der Projekteinwerbung
  • Bestimmung der Stärken und Schwächen des Instruments
  • Identifizierung von geplanten Gleichstellungsmaßnahmen und deren Umsetzung
  • Ermittlung von Verbesserungsmöglichkeiten

Ziel der Studie ist es, anhand ausgewählter Indikatoren, eine valide Bewertungsgrundlage zur Rolle und Zweckmäßigkeit des Berichtspunktes „Berücksichtigung von Gleichstellungsaspekten“ bei EU-Projekten zu entwickeln und auf dieser Grundlage Empfehlungen zur Wirksamkeitserhöhung des Instruments für die Praxis auszusprechen.

Projektlaufzeit

01.12.2011-31.05.2012

Gefördert durch

Kontaktstelle Frauen in die EU-Forschung/FiF im