Erwerbs- und Betreuungspotentiale von Paaren mit Kindern

Realisierungschancen einer gleichmäßigen Arbeitsteilung

Bearbeitung: Jeanette Bohr
Leitung: Dr. Christof Wolf
Wissenschaftlicher Arbeitsbereich: Dauerbeobachtung der Gesellschaft

Projektbeschreibung

In diesem Forschungsvorhaben wird der Frage nachgegangen, warum sich der Einstellungswandel in Richtung geschlechtlicher Gleichberechtigung nicht auf Ebene der partnerschaftlichen Arbeitsteilung widerspiegelt.

Da die Hauptverantwortung für Haushalt und Kinderbetreuung größtenteils immer noch bei den Frauen liegt, sind hauptsächlich sie es, die im Falle eines Erwerbswunsches mit den Problemen der Vereinbarkeit von Beruf und Familie konfrontiert sind. Immer häufiger wird im Zusammenhang mit der Suche nach besseren Vereinbarkeitsstrategien deshalb die Frage nach einer Umverteilung der Aufgaben zwischen Männern und Frauen und damit auch nach den Betreuungspotenzialen von Vätern gestellt. Zwar belegen empirische Studien eine Abwendung der Väter vom traditionellen Männerbild, auf der Verhaltensebene wirkt sich dies bislang jedoch kaum aus.

Zunächst wird untersucht, welche Arbeitsteilungsmodelle vorherrschen und inwieweit sich die Erwerbs- und Betreuungswünsche von Müttern und Vätern von den in der Partnerschaft praktizierten Modellen unterscheiden. Der Schwerpunkt der Analyse bezieht sich auf die Bedeutung verschiedener Einflussfaktoren auf die Realisierung einer gleichmäßigeren Aufteilung der Erwerbs- und Betreuungsarbeit bei Paaren. Neben sozioökonomischen und familialen Komponenten werden vor allem der Partnerschaftskontext sowie das Ausmaß der Arbeitszeitflexibilität untersucht. Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland werden ebenfalls berücksichtigt.

Als Datenbasis dient der Mikrozensus 2005, der mit dem Ad-Hoc-Modul zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf erstmals eine Untersuchung dieser Fragen auf der Basis amtlicher Mikrodaten ermöglicht.

Projektlaufzeit

01.01.2008 - 31.12.2009

Gefördert durch