Nonresponse

Nonresponse in der politikwissenschaftlichen Wahl- und Einstellungsforschung. Eine empirische Analyse der Nonrespondenten im ALLBUS 2008

Bearbeitung: Michael Blohm, Achim Koch (Mannheim); Hanna Kaspar (Mainz)
Leitung: NN
Wissenschaftlicher Arbeitsbereich: NN

Projektbeschreibung

Die Erkenntnisse der empirisch arbeitenden Politikwissenschaft über politische Einstellungen und politisches Verhalten der Gesellschaft basieren überwiegend auf Umfragen. Das Ausfallen von zuvor ausgewählten Stichprobenelementen (Nonresponse) ist ein zentrales Problem der Umfrageforschung. Schlussfolgerungen von Stichproben auf die Grundgesamtheit können durch Nonresponse verzerrt sein, wenn sich Respondenten und Nonrespondenten unterscheiden. Daraus ergibt sich, dass die bestehenden Erkenntnisse über Verteilungen, über Anteils- und Mittelwerte sowie über Zusammenhänge politischer Einstellungen und Verhaltensweisen falsch sein können. Die Stärke der Verzerrung ist dabei abhängig von der Höhe 3 der Nonresponse-Quote und der Größe des Unterschiedes zwischen Teilnehmern und Nicht- Teilnehmern; diese können je nach Merkmal variieren. Während die theoretische und methodische Diskussion über den Umgang mit Nonresponse immer mehr an Bedeutung gewinnt und mathematische Korrektur- und Gewichtungsprozeduren entwickelt werden, fehlt bislang eine intensive Beschäftigung mit der inhaltlichen Frage: Was charakterisiert Nonrespondenten in Studien mit politischen Themen? Dabei geht es nicht nur darum, soziodemographische Merkmale zu analysieren, sondern darum, ihre politischen Einstellungen und ihr politisches Verhalten zu untersuchen. Ziel des hier beantragten Projekts ist es, eine Zusatzstudie zur allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) durchzuführen, in der durch den Einsatz eines Bündels ausschöpfungssteigernder Maßnahmen Informationen über möglichst viele Personen gewonnen werden, die im Standardverfahren Nonrespondenten wären. So sollen zum einen auf der inhaltlichen Ebene Erkenntnisse über die politischen Einstellungen und Verhaltensmuster dieser Gruppe gewonnen und damit die Validität der Ergebnisse bestehender wissenschaftlicher Untersuchungen überprüft werden. Diese Erkenntnisse haben neben der wissenschaftlichen aber auch eine hohe politische Relevanz: Die Ergebnisse der Studie lassen präzisere Aussagen über das politische Interesse der Bevölkerung, den Anteil der Nichtwähler, die Verteilung (un-)demokratischer Einstellungen sowie die Affinität zu rechts- und linksextremen Parteien zu, als dies bisherige Studien leisten können. Zum anderen sollen auf der methodischen Ebene die Konsequenzen unterschiedlich hoher Ausschöpfungsquoten miteinander verglichen und Mittel zur Erhöhung der Ausschöpfung auf ihre Wirksamkeit hin untersucht werden.

Projektlaufzeit

Juli 2007 - Juni 2009

Gefördert durch

Partner

Johannes-Gutenberg Universität Mainz