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AMUR (AMUR)

Benutzerführung und Systemverbesserung für Retrievalsitzungen


Leitung
Dr. Philipp Mayr

Team
Wilko Van Hoek
Dr. Ameni Sahraoui Kacem

Projektbeschreibung

Heutige Retrievalsysteme bieten in der Regel keine adäquate Unterstützung für interaktive Retrievalsitzungen, die aus mehreren oder schrittweise modifizierten Anfragen bestehen. Im Rahmen des AMUR-Projektes sollen daher zwei Hauptziele zur Verbesserung der Unterstützung interaktive Retrievalsitzungen verfolgt werden:

Verbesserte Benutzerführung: Anhand des bisherigen Suchverlaufs schlägt das System Benutzern proaktiv erfolgversprechende Aktionen zur Fortführung der Suche vor. Derzeitige Verfahren beschränken sich i.d.R. auf die aktuelle (Teil-) Anfrage und lassen den bisherigen Suchverlauf unberücksichtigt.

Systemtuning: Es sollen Methoden entwickelt werden, um Systeme gezielt so zu verbessern, dass die Effektivität der Retrievalsitzungen insgesamt gesteigert wird. Bisherige Ansätze fokussieren entweder auf einzelne Aspekte eines Retrievalsystems (z.B. die Qualität des Rankings), sind aber nicht in der Lage, die Auswirkungen auf den Retrievalprozess als Ganzes abzuschätzen; oder sie bewerten die komplette Retrievalsitzung, erlauben aber keine Aussage über den Einfluss einzelner Komponenten.

Um diese Ziele zu erreichen, ist ein enges Zusammenwirken zwischen empirischer Vorgehensweise und Theoriebildung notwendig. Auf der empirischen Seite wollen wir fachspezifische Suchen am Beispiel des sozialwissenschaftlichen Fachportals sowiport betrachten, da in solchen Umgebungen eher Retrievalsitzungen im eigentlichen Sinne zu beobachten sind als bei der Web-Suche; dadurch entsteht hier auch ein größerer Bedarf an entsprechender Unterstützung. Ferner ist zu erwarten, dass in dieser Umgebung die Suchkompetenz im Durchschnitt ausgeprägter ist, so dass höhere Suchaktivitäten häufiger zu beobachten sind. Auf der Theorie-Seite soll das probabilistische Ranking-Prinzip für interaktives Information Retrieval (IPRP), entwickelt von unserem Projektpartner, sowie die Modellierung von Retrievalsitzungen als Markov-Prozess die Ausgangsbasis sein, um einerseits bessere Modelle für die Nutzerführung zu entwickeln, andererseits durch neuartige Simulationsansätze die Grundlage für gezielte Systemverbesserungen zu bilden. Entsprechend dieser generellen Zielsetzung sollen zunächst empirische Daten in sowiport und ezdl erhoben und analysiert werden, die als Basis für die verbesserte Modellierung dienen sollen.


Projektlaufzeit
01.04.2015 – 31.03.2018