Solidarität in der Abwägung zwischen Freiheitseinschränkung und wirtschaftlichem Wohlergehen

Bearbeitung: Anna Hebel, Dr. Steffen Pötzschke, Dr. Dimitar Dimitrov
Leitung: Prof. Dr. Alexia Katsanidou, Prof. Dr. Stefan Dietze
Wissenschaftlicher Arbeitsbereich: Datenarchiv für Sozialwissenschaften (DAS); Wissenstechnologien für Sozialwissenschaften (WTS)

Projektbeschreibung

Die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie sind beispiellos in der Geschichte der Bundesrepublik. Um die Kapazitäten des öffentlichen Gesundheitswesens nicht überzustrapazieren und um die Verbreitung des Virus zu kontrollieren, wird von den Bürger_innen solidarisches Handeln erwartet. Gleichzeitig sind sie dazu angehalten, Einschränkungen ihrer Freiheiten, besonders ihrer Bewegungsfreiheit, sowie wirtschaftliche Härten zu akzeptieren. SAFE-19 blickt aus sozialwissenschaftlicher Perspektive auf das Konzept der Solidarität, welches im Kontext dieser außergewöhnlichen Situation eine zentrale Rolle spielt.

Was sind die Grundlagen und das Ausmaß der Solidarität, wenn die Gesellschaft als Ganzes mit der Abwägung zwischen gleichermaßen folgeschweren Alternativen konfrontiert wird? Welche Umstände ermöglichen es einer politischen Gemeinschaft, in Solidarität zu handeln und Solidaritätsmaßnahmen im eigenen Land und innerhalb der EU zu unterstützen? Anhand unterschiedlicher Güterabwägungen (Trade-offs) untersucht das Projekt, wie gesellschaftliche Solidarität in den unterschiedlichen Phasen der Krise adressiert, reflektiert und gesellschaftlich perzipiert wird. Die als "Lock-down" empfundene Schließung von großen Teilen des Einzelhandels und der Gastronomie spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Befolgung der Maskentragepflicht und unterschiedlicher Einstellungen zu Urlaubsreisen und deren eventuellen Folgekosten.

Mit Blick auf die unterschiedlichen Untersuchungsdimensionen verfolgt das Projekt ein gemischtes Methodendesign, das die Diskursanalyse von Reden, die Durchführung einer längsschnittlichen Onlinebefragungen und die Nutzung neuer Datenarten (Twitter) umfasst.

Weiterführende Informationen und aktuelle Meldungen zum Projekt finden sich auf der Projektseite: https://www.uni-hildesheim.de/fb1/institute/institut-fuer-sozialwissenschaften/politikwissenschaft/forschung/solidaritaet/safe-19/safe-19/

Projektlaufzeit

01.07.2020 – 31.12.2021

Gefördert durch

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Partner

Prof. Dr. Marianne Kneuer, Stiftung Universität Hildesheim

Publikationen

Dimitrov, D., Baran, E., Fafalios, P., Yu, R., Zhu, X., Zloch, M., and Dietze, S. (2020): TweetsCOV19 – A Knowledge Base of Semantically Annotated Tweets about the COVID-19 Pandemic, 29th ACM International Conference on Information & Knowledge Management (CIKM2020), ACM 2020

Reinl, A.-K., Pötzschke, S., and Katsanidou, A. (2021): Was EU-wide vaccine procurement the strategy Germans wanted? LSE COVID-19 Blog (09 Feb 2021). https://blogs.lse.ac.uk/covid19/2021/02/09/was-eu-wide-vaccine-procurement-the-strategy-germans-wanted/

Roy, A., Fafalios, P., Ekbal, A., Zhu, X., and Dietze, S. (2021): Exploiting stance hierarchies for cost-sensitive stance detection of Web documents, accepted for publication in Journal of Intelligent Information Systems, Springer