2. Aufl. des Handbuchs Netzwerkforschung mit Beiträgen unter GESIS-Beteiligung


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Stegbauer, C., Häußling, R. (eds) Handbuch Netzwerkforschung. Springer VS, Wiesbaden. https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-37503-4

Das Buch bietet einen weitreichenden Überblick über Forschungs- und Theoriebereiche in der Netzwerkforschung. Neben einem einführenden Teil zu Geschichte der Netzwerkforschung, zum Selbstverständnis und zu den wichtigsten theoretischen Grundlagen werden Methoden der Netzwerkforschung behandelt.

GESIS-Kolleginnen und -Kollegen haben folgende Kapitel beigetragen:

Mutschke, P. (2025). Zentralitäts- und Prestigemaße.

Zentralitätsmaße sind Indizes für die „Wichtigkeit“ oder „Prominenz“ eines Akteurs in einem sozialen Netzwerk. In der Netzwerkforschung hat sich bislang allerdings keine allgemein akzeptierte Definition von Zentralität durchgesetzt, sodass ungefähr so viele Zentralitätsmaße existieren, wie es Vorstellungen von der „Wichtigkeit“ eines Akteurs in einem Netzwerk gibt. Dieser Beitrag führt in die wichtigsten Zentralitätskonzepte ein – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber in dem Bemühen, einen Katalog grundlegender, in der Netzwerkforschung gebräuchlicher Zentralitäts- und Prestigemaße zu liefern. Dabei wurde der Schwerpunkt auf die Darstellung der Konzepte gelegt.

Wolf, C., Repke, L. (2025). Egozentrierte Netzwerke.

Dieser Beitrag präsentiert Methoden zur Erhebung und Analyse egozentrierter Netzwerke, also der direkten Beziehungen, die eine fokale Person (Ego) zu anderen Personen (Alteri) hat. Das zentrale Instrument zur Erhebung egozentrierter Netzwerke sind sog. Namensgeneratoren, Interviewfragen, die sich auf Personen beziehen, zu denen eine Beziehung besteht. Die Wahl des Namensgenerators bestimmt, welcher Ausschnitt des Netzwerkes erfasst wird. Wir folgen McCarty et al. (2019) und unterscheiden vier verschiedene Ansätze zur Formulierung des Namensgenerators: der Rollenansatz, der affektive Ansatz, der Interaktionsansatz und der Austauschansatz. Kombinationen aus diesen vier Ansätzen sind möglich sowie Namensgeneratoren, die explizit negative Beziehungen generieren. Zur Charakterisierung der erfassten Netzwerkpersonen werden sog. Namensinterpretatoren verwendet, also Interviewfragen nach den jeweils interessierenden Eigenschaften der Alteri, z. B. ihr Wohnort oder ihre Bildung. Zudem wird kurz auf die Erhebung der Struktur, insb. der Dichte, des egozentrierten Netzwerks insgesamt eingegangen. Bei der Analyse von Netzwerken unterscheiden wir Analysen auf Ebene der Netzwerke insgesamt sowie Analysen auf der Ebene von Beziehungen. Auf der Netzwerkebene werden typischerweise Fragen nach ihrer Größe, Reichweite und Heterogenität untersucht. Auf Ebene der Beziehungen werden häufig ihre Stärke, aber auch der Grad der Homophilie untersucht.

Schoch, D. (2025). Netzwerkvisualisierung.

Die zunehmende Relevanz von Netzwerken in der empirischen Forschung hat die Entwicklung einer Vielzahl von Softwaretools für Netzwerkvisualisierungen vorangetrieben. Diese Werkzeuge ermöglichen zwar auf den ersten Blick beeindruckende Darstellungen, jedoch erfordert die effektive Vermittlung der inhärenten Komplexität dieser Netzwerke weit mehr als ästhetisch ansprechende Visualisierungen. Grundlegende Techniken zur grafischen Darstellung von Netzwerken sind essenziell, um tiefere Einblicke in die komplexen Zusammenhänge zu gewähren und die Visualisierungen als Ergänzung zu statistischen Analysen zu nutzen. Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene Layoutverfahren zur Anordnung von Knoten im Raum. Neben kräftebasierten und radialen Ansätzen wird auch eine Methode für longitudinale Netzwerkanalysen vorgestellt. Ein weiterer Fokus liegt auf der Integration von Knoten- und Kantenattributen in die Visualisierung durch verschiedene visuelle Gestaltungselemente, wobei deren Anwendbarkeit auf verschiedene Variablentypen veranschaulicht werden.