Wird „Veränderung“ in unserer Gesellschaft allgemein akzeptiert? Wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Wie steht es um die Akzeptanz in Bereichen, wo Wandel konkret stattfindet? Bewerten Ost- und Westdeutsche Wandel unterschiedlich? Und schließlich: Werden die Einstellungen zu Transformation von regionalen Umfeldern geprägt?
Diese und weitere Fragen nimmt der aktuelle Deutschland-Monitor 2025 in seinem aktuellen Schwerpunktthema „Wie veränderungsbereit ist Deutschland?“ auf.
Hinzu kommen aktuelle Daten zu Einstellungen der Bevölkerung mit Blick auf Demokratiezufriedenheit, Populismus, Vertrauen in politische und gesellschaftliche Institutionen, wahrgenommene Rückkopplung („Responsivität“) der Politik, ferner sozialer Zusammenhalt, Lebenszufriedenheit und heutige Bilanz der Wiedervereinigung. Ein Ergebnis der Umfrage sticht hervor: Die Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands ist keineswegs generell veränderungsmüde. Ein knappes Viertel (23 %) der Befragten ist offen und bereit für gesellschaftlichen Wandel und nimmt diesen tendenziell als gesellschaftliche Chance wahr. Gut die Hälfte (52 %) steht Transformation unentschieden gegenüber, indem sie weder klar positive noch ausgeprägt negative Bewertungen hinsichtlich des Wandels vornimmt. Ein Viertel (26 %) steht Wandel kritisch bis ablehnend gegenüber und verbindet Veränderungen vorrangig mit gesellschaftlichen Risiken.
Der Deutschland-Monitor ist eine neu entwickelte, seit 2023 jährlich erhobene wissenschaftliche Studie zu politischen Einstellungen und gesellschaftlichen Stimmungslagen in Deutschland. Die Studie wird von einem Konsortium von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vom Zentrum für Sozialforschung Halle (ZSH), dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Jena und GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften Mannheim erstellt. Der Deutschland-Monitor ist auf Anregung der Kommission 30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit initiiert worden und wird während seiner 4-jährigen Testphase 2023-2026 durch eine Zuwendung der Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland gefördert. Um die Bundesrepublik in ihrer regionalen Vielfältigkeit erfassen zu können, basiert der Deutschland-Monitor auf einer methodisch innovativen Anlage zweier Stichproben. Die erste Stichprobe repräsentiert mit ca. 4.000 Befragten die Bevölkerung ab 16 Jahren in Deutschland. Die zweite Stichprobe ist eine Regionalstichprobe in jeweils ausgewählten strukturstarken und strukturschwachen Stadt- und Landkreisen in Ost- und Westdeutschland, mit weiteren ebenfalls repräsentativ ausgewählten 4.000 Befragten. Dank dieser einzigartigen Studienanlage können sowohl deutschlandweite als auch regionale Entwicklungen untersucht und gegeneinander kontrastiert werden. Zusätzlich werden qualitative Fokusgruppeninterviews in vier Landkreisen durchgeführt, welche die Befunde der standardisierten Befragungen vertiefen. Im Jahr 2025 fanden die bundesweite Repräsentativerhebung im April/Mai, die regional vertiefende Erhebung im Juli bis September sowie die Fokusgruppeninterviews im September und Oktober d.J. statt.
Der vollständige Bericht ist über die Projekthomepage https://deutschland-monitor.info/ abrufbar.