German Microdata Lab

Bernhard Schimpl-Neimanns

Dauerbeobachtung der Gesellschaft German Microdata Lab

+49 (621) 1246-263
E-Mail
vCard

Mikrozensus

Mit einem Stichprobenumfang von einem Prozent der Personen und Haushalte werden im Mikrozensus seit 1957 jährlich vielfältige Informationen über die demographische und soziale Struktur der Bevölkerung sowie zur Erwerbsbeteiligung erhoben. Die Arbeitskräfteerhebung der Europäischen Union (Labour Force Survey)  ist in den Mikrozensus integriert.

Das Fragenprogramm des Mikrozensus besteht aus einem weitgehend gleich bleibenden Grundprogramm mit den Schwerpunkten Haushalte und Familie sowie Arbeitsmarkt. Ergänzend werden in Zusatzprogrammen in mehrjährigem Turnus und teilweise unterschiedlichen Auswahlsätzen weitere Fragen gestellt. Unter anderem liegen Informationen zu  den Themen Migrationshintergrund, Geburten, Arbeitsmarkt und Erwerbstätigkeit sowie Wohnsituation vor.

Bis 2004 wurden die Haushalte einmal jährlich befragt. Seit 2005 wird die Erhebung unterjährig mit Angaben zum Berichtsquartal durchgeführt. Die mehrfach geschichtete einstufige Flächenstichprobe umfasst ein Prozent der Personen. Als Auswahlbezirke dienen künstlich abgegrenzte Flächen (Klumpen), die benachbarte Gebäude oder Gebäudeteile umfassen. Die Haushalte eines Auswahlbezirkes werden vier Jahre lang befragt, wobei jedes Jahr ein Viertel der Auswahlbezirke ausgetauscht wird. Die aus einem Auswahlbezirk wegziehenden Haushalte und Personen werden nicht weiter befragt, sondern durch zuziehende Haushalte und Personen ersetzt. Der Mikrozensus ist somit eine Wiederholungsbefragung mit teilweiser Überlappung der Erhebungseinheiten (partielle Rotation).

In Bezug auf die Befragungsmethode dominiert mit rund 20 Prozent der Haushalte die persönliche Befragung (CAPI). Daneben kommen schriftliche Fragebögen und telefonische Interviews (CATI) vor. Der Anteil von Proxy-Interviews liegt bei rund 25 Prozent (bezogen auf Personen ab 15 Jahren). Des Weiteren liegt aufgrund der Auskunftspflicht die Teilnahmequote der Haushalte bei rund 97 Prozent. Daneben gibt es Fragen und Themenbereiche, die von der Auskunftspflicht ausgenommen sind.

Wegen seines enormen Stichprobenumfangs, der hohen Ausschöpfung und seiner Eigenschaft als replikative Mehrthemenumfrage ist der Mikrozensus für die empirische Sozial- und Wirtschaftsforschung bei der Untersuchung vieler Forschungsfragen eine wichtige Datenquelle. Der Forschung steht eine faktisch anony­misierte 70-Prozent-Substichprobe des Mikrozensus als Scientific Use File (SUF) zur Verfügung.