Datenarchiv für Sozialwissenschaften (DAS)

Pascal Siegers

Datenarchiv für Sozialwissenschaften
Kommissarischer Abteilungsleiter

Datenarchiv für Sozialwissenschaften

National Surveys
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Pascal Siegers

Die Abteilung „Datenarchiv für Sozialwissenschaften“ ist Deutschlands zentrale Infrastruktureinrichtung zur Registrierung, Dokumentation und Archivierung von quantitativen Forschungsdaten, die Analyse gesellschaftlicher Entwicklungen in nationaler, international-vergleichender und historischer Perspektive fördert.

Das Datenarchiv unterstützt Forschende zum einen in der Primärerhebung neuer Daten und sichert so frühzeitig eine spätere Archivierbarkeit und Nachnutzbarkeit der erhobenen Daten. Die Abteilung bietet modulare Services rund um Archivierung: eine flexible Angebotsstruktur erlaubt Primärforscher den passenden Servicekombinationen für ihre Daten auszusuchen und sichert dadurch, dass alle Bedarfe der Daten gedeckt werden. Zum anderen berät die Abteilung Forschende in der Sekundäranalyse, etwa beim Auffinden geeigneter Forschungsdaten oder deren Zugänglichkeit. Im Datenarchiv stehen über 5.500 Studien zur Verfügung und jedes Jahr werden mehr als 50.000 Datensätze an Nutzende ausgeliefert.

Neben der Beratung bilden Workshops zu Forschungsdatenmanagement und zu Archivierung weitere Instrumente des Wissenstransfers. Diese Bandbreite an Leistungen ist ein Alleinstellungsmerkmal und macht das Datenarchiv zu einem breit aufgestellten, kompetenten und nachgefragten Ansprechpartner in der wissenschaftlichen Community.

Archive Operations

Das Team Archive Operations ist für die operativen Kerndienste des Datenarchivs verantwortlich: Die praktische Aufnahme von Daten in das Datenarchiv (ingest), deren Erschließung und Beschreibung, Langzeitarchivierung (preservation) sowie den grundlegenden Datenservice, d. h. die Bereitstellung der Daten sowie den Betrieb des zentralen Helpdesks als ersten Anlaufpunkt für Sekundärnutzende (access). Dies umfasst den grundständigen Archivservice als eigenständiges Angebot, bildet aber auch eine essenzielle Hintergrundleistung für die Teams mit Mehrwertdiensten. Ferner werden aufgrund des hohen Standards der internen Prozesse die hier erbrachten Dienste auch externen datenhaltenden Organisationen angeboten.

Archive Instruments and Metadata Standards

Das Team Archive Instruments and Metadata Standards erfüllt mit der Entwicklung von Standards, Werkzeugen und Arbeitsprozessen grundlegende Funktionen für die Erbringung von Angeboten in allen anderen Teams des Datenarchivs. Diese Funktionen liegen in den Bereichen der Datendokumentationsinstrumente und der Anwendung gemeinsamer Metadatenstandards für sozialwissenschaftliche Daten. Ziel ist dabei die Koordinierung bei der Anwendung gemeinsamer Softwaretools und Verfahren in der Abteilung, so dass Synergien und Interoperabilität gewährleistet sind. Die Verwendung einheitlicher und international anerkannter Metadatenstandards sichert darüber hinaus auch die Anschlussfähigkeit von Services und Produkten des Datenarchivs innerhalb von GESIS und an nationale und internationale Kooperationspartner.

da|ra

Kernaufgabe des Teams ist die Vergabe und Verwaltung von Persistent Identifiern (PID) in Form von Digital Object Identifiern (DOI®). Der seit 2010 etablierte Registrierungsservice (da|ra), der in Kooperation mit DataCite und gemeinsam mit dem Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) betrieben wird, hat sich zur zentralen nationalen Anlaufstelle entwickelt. Zukünftig werden, neben der kontinuierlichen Sicherstellung des Services, weitere darauf  aufbauende Dienste und Angebote entwickelt. Eine der zentralen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Etablierung des data sharings besteht in der Entwicklung international anschlussfähiger Infrastrukturen, die sowohl den nachhaltigen Nachweis als auch die integrierte Auffindbarkeit relevanter Forschungsdaten ermöglichen. Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen des DFG-geförderten Projekts da|raSearchNet (bis 2017) ein zentrales Suchnetzwerk für Sozial- und Wirtschaftsdaten entstehen, das die komfortable Recherche in einem internationalen, breiten und stets aktuellen Bestand von Datennachweisen ermöglicht. Die über da|ra registrierten Daten können bereits jetzt über die bei der Registrierung übermittelten Metadaten in der da|ra-Datenbank recherchiert werden. Dieser Bestand wird durch den fortlaufenden Ausbau der Registrierung und durch die Aufnahme von Nachweisen nicht registrierter Forschungsdaten signifikant erweitert. Darüber hinaus werden in großem Umfang Datennachweise internationaler Forschungsdatenanbieter in den da|ra-Suchindex integriert. Datenproduzenten einerseits erhalten mit da|raSearchNet die Möglichkeit, ihren Daten eine größere Sichtbarkeit zu geben und Datennutzer profitieren andererseits von der Möglichkeit, zentral in verteilten Beständen suchen sowie von diversen Mehrwertdiensten, die die individuelle Suche, Verwendung und Verwaltung von Datennachweisen besonders komfortabel machen. Mit dem Ziel, eine möglichst integrierte Anlaufstelle für Datenanbieter und Sekundärnutzer von sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschungsdaten zu schaffen, wird das Team einen wesentlichen Beitrag zur Ausgestaltung der Recherchekomponente im Rahmen des zu entwickelnden Data Hubs leisten. Basierend auf den Erfahrungen als nationale Datenregistrierungsagentur werden darüber hinaus zentrale Aufgaben bei der Entwicklung und Implementierung einer CESSDA Policy für die Verwendung und Vergabe von PIDs übernommen.

Producer Relations and Outreach

Das Team Producer Relations and Outreach bildet die Schnittstelle zwischen den Datenproduzierenden bzw. Datengebenden und dem Datenarchiv. Es besteht aus der Datenakquise und CESSDA Training. Die Datenakquise wirbt quantitative sozialwissenschaftliche Daten ein und bearbeitet Archivierungsanfragen sowie Fragen zur Datenaufbereitung, Datendokumentation und rechtlichen Punkten bei der Archivierung. CESSDA Training – eine dauerhafte Einrichtung des Consortiums of European Social Science Data Archives – fördert mit Schulungs- und Beratungsangeboten in den Bereichen Forschungsdatenmanagement und digitale Langzeitarchivierung die Generierung qualitativ hochwertiger und nachnutzbarer Forschungsdaten. Mit dem Team Producer Relations and Outreach reagiert das Datenarchiv auf die erhöhte Nachfrage nach maßgeschneiderten Archivierungsangeboten für Forschungsdaten.

International Surveys

Das Team International Surveys betreut Integration, Datenaufbereitung und Datendokumentation einer Auswahl bedeutsamer international vergleichender Umfrageprogramme, zu denen GESIS langfristige Beiträge leistet. Dies sind aktuell die fünf Programme Comparative Survey of Electoral Systems (CSES), Eurobarometer, European Values Study (EVS), International Social Survey Programme (ISSP) und PIREDEU/European Election Study. Daneben werden fallweise weitere vergleichende Umfragen aufbereitet und bereitgestellt, so z.B. die „Neighbourhood Barometer“ der Europäischen Kommission.

Das Team ist Teil des Forschungsdatenzentrums International Survey Programs, welches hinsichtlich der Datenerhebung von der Abteilung Dauerbeobachtung der Gesellschaft mit getragen wird. 

Bei allen genannten Umfrageprogrammen werden zunächst die Primärforscher bereits bei der Planung von Studien und im Datenmanagement beraten und unterstützt, um eine spätere Aufbereitung und Sekundärnutzung zu erleichtern. Dafür sind MitarbeiterInnen des Teams in den zuständigen Kommittees und Arbeitsgruppen der jeweiligen Projektkonsortien beteiligt. Die erhobenen Daten werden dann standardisiert und harmonisiert, umfangreich dokumentiert, mit den Primärforschern geprüft, und schließlich über die Vertriebssysteme des Datenarchivs für Sekundärnutzer bereitgestellt.

Die vom Team betreuten Umfragedaten werden von etlichen Tausend Nutzern jährlich für Forschung Lehre genutzt, mit über 38 Tsd. Downloads von Datensätzen im Jahr 2016.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Teams forschen inhaltlich und methodisch zu einem breiten Spektrum von Themen aus Soziologie und Politikwissenschaft, das mit komparativen Umfragedaten bearbeitet ist. Dabei erfährt der Aspekt der internationalen Vergleichbarkeit der Daten besondere Aufmerksamkeit.

Informationen zu Forschung und Drittmittelprojekten im Team sind u.a. über die jeweiligen Mitarbeiterseiten erreichbar.

National Surveys

Das Team National Surveys ist mit der hochwertigen Aufbereitung und Dokumentation von nationalen Referenzstudien der Sozialwissenschaften betraut. Arbeitsschwerpunkte sind unter anderem die Allgemeine Bevölkerungsumfrage Sozialwissenschaften (ALLBUS) und die German Longitudinal Election Study (GLES). Zu diesen Daten werden umfangreiche Dokumentationen (z.B. Variable Reports, englischsprachige Datendokumentationen) und Mehrwertprodukte (z.B. Kumulierte Datensätze) erstellt. Darüber hinaus ist die Leitung der Forschungsdatenzentren (FDZ) ALLBUS und Wahlen im Team verankert. Im FDZ Wahlen werden neben den Daten der GLES auch weitere Wahlstudien aufbereitet und Beratung zur Nutzung der Studien angeboten. Insbesondere werden die Daten des Politbarometers der Forschungsgruppe Wahlen aufbereitet, kumuliert und dokumentiert. Die Forschung im Team erstreckt sich auf die Bereiche der politischen Soziologie, der Religions- und Werteforschung und des allgemeinen demographischen Wandels.

Data Linking and Data Security

The Data Linking and Data Security Team integrates expertise from across the Data Archive to provide new data linking and security services for surveys in response to growing demand from the research community.  The Team combines the former Historical Studies Team with parts of the International Data Infrastructures Team, and assumed operational and strategic responsibilities for the Secure Data Center.  It is leading in a key objective of linking existing survey data with context, temporal (e.g., time series), geospatial (e.g., geocoded) and social media data to support investigations into topics such as comparative and multi-level questions of social change. The Team also intends to take on the challenge of creating secure remote access solutions or virtual research environments to enable collaborative work to be carried out with data at different security levels and from various sources.  Technologies have greatly expanded opportunities for linking data; however, the capacity to link data may incur security risks.  Integrating expertise in these two domains supports the Data Archive’s mission of promoting research by developing infrastructures that address data providers’ and researchers’ needs for linking data in a convenient and secure environment.