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Frauenanteil bei Hochschulleitungen steigt auf über 30 Prozent – Fakultätsleitungen bleiben dennoch Männersache


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133 Hochschulen werden mittlerweile von einer Frau geleitet; dies entspricht 31 Prozent aller Rektor*innen bzw. Präsident*innen. In den Senaten und Hochschulräten liegt der Frauenanteil bei über 40 Prozent. Dagegen sind Frauen bei der Leitung von Fakultäten immer noch deutlich unterrepräsentiert. Dies geht aus dem Datenreport Geschlechtergleichstellung in Hochschulgremien hervor. 

Im Jahr 2023 lag der Frauenanteil bei den Rektor*innen und Präsident*innen bei 31 Prozent, in der gesamten Hochschulleitungen (mit inklusive Vizepräsident*innen, Prorektor*innen und Kanzler*innen) bei 35 Prozent. Gab es im Jahr 2000 lediglich 22 Rektor*innen und Präsident*innen, beschleunigte sich der Anstieg des Frauenanteils seit 2007. Auch bei den Hochschulräten ist seit der ersten Erhebung im Jahr 2003 eine deutliche Steigerung von 20 Prozent auf aktuell (2023) 41 Prozent zu verzeichnen. In den Senaten sind ebenfalls über 40 Prozent der Mitglieder Frauen. Allerdings sind Frauen in Fakultätsleitungen weiterhin stark unterrepräsentiert: Weniger als ein Viertel der Fakultäten wird von Frauen geleitet und der Anteil der Dekaninnen liegt damit unter dem Professorinnenanteil. Besonders selten werden Fakultäten an staatlichen Hochschulen von Frauen geleitet (22 Prozent), während an privaten und kirchlichen Hochschulen der Frauenanteil bei 32 bzw. 38 Prozent liegt.

Die differenzierte Datenanalyse zeigt, dass die hohe Beteiligung von Frauen in der Hochschulleitung und in den Hochschulräten Entscheidungsgremien durch politische Anforderungen und gezielte Entscheidungen und weniger durch den Professorinnenanteil in den einzelnen Hochschulen beeinflusst ist. Dagegen besteht bei den Senaten und Fakultätsleitungen ein Zusammenhang mit dem Professorinnenanteil: Je mehr Frauen in einer Hochschule als Wissenschaftlerinnen tätig sind, desto mehr Frauen wirken auch im Senat oder in den Fakultätsleitungen mit.

Anders als andere Berichte zur Geschlechterverteilung in Hochschulleitungen beziehen sich die Daten des CEWS-Datenreports auf alle deutschen Hochschulen und differenzieren sowohl nach Hochschultyp (Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Kunst- und Musikhochschulen), Trägerschaft (staatlich, privat und kirchlich) und Bundesländern. Für die Hochschulleitungen und Hochschulräte werden Daten des Statistischen Bundesamtes verwendet. Die Daten zu Senaten und Fakultätsleitungen erhebt das CEWS alle drei Jahre durch eine Abfrage bei allen Hochschulen.

Der Datenreport ist online zugänglich unter: 

https://www.gesis.org/cews/cews-publikationen/cewspublik

Ansprechpartnerinnen bei GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften:

Dr. Andrea Löther
andrea[.]loether[@]gesis[.]org

Dr. Sophie Zervos
Kommunikation & Transfer
sophie.zervos@gesis.org