Großes Vertrauen der Deutschen in die Regierung und die maßgebliche Institutionen im Verlauf der Corona-Pandemie

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Dies zeigen neueste Umfragedaten in denen Einstellungen und Verhalten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie abgefragt wurden. Themen wie u.a. subjektives Ansteckungsrisiko, selbst getroffene Schutzmaßnahmen, Bewertung der politischen Maßnahmen, Umgang mit einer möglichen Ausgangssperre, Vertrauen in Politik und Institutionen sowie berufliche Konsequenzen, Kinderbetreuung oder Medienkonsum waren Teil der Umfrage, die das GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften vom 17. bis 29. März 2020 auf Grundlage der Online-Stichprobe des GESIS Panel mit mehr als 3.000 Personen durchführte und die nun als Public Use File zur Verfügung stehen. Weitere Längsschnitterhebungen folgen.

Die Daten zeigen unter anderem, dass das Robert Koch-Institut am meisten Vertrauen im Umgang mit dem Coronavirus genießt. Danach folgen Wissenschaftler und andere Gesundheitseinrichtungen. Der Bundesregierung und der Kanzlerin vertrauen zwischen 60 und 70 Prozent der Befragten.

Weiterhin wird aus den Daten ersichtlich, dass viele Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Krise, die von Bund und Ländern beschlossen wurden, bei den Befragten Zustimmung finden. Die Besuchsverbote in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie die Schließung von Sportangeboten, Restaurants und Schulen werden von den meisten Teilnehmenden als wirkungsvoll eingeschätzt.

Insgesamt wird deutlich, dass die meisten Befragten die Anzahl der getroffenen Maßnahmen der Bundesregierung als genau richtig oder aber als (eher) zu wenig einstuft. Nur wenige Befragte sind der Meinung, dass zu viele Maßnahmen implementiert wurden.

Den Public Use File (PUF) der Umfragedaten des GESIS Panel zum Coronavirusausbruch (SARS-CoV-2) in Deutschland (doi:10.4232/1.13485) erhalten Sie über:

https://search.gesis.org/research_data/ZA5667

Das GESIS Panel ist eine zufallsbasierte Panelbefragung mit rund 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Deutschland, die seit 2013 alle zwei Monate durchgeführt wird. Das Ziel des GESIS Panels ist die Bereitstellung einer Erhebungsinfrastruktur für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um eigene längs- oder querschnittliche Befragungsdaten zu erheben und diese der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Eingereichte Studien durchlaufen einen externen Begutachtungsprozess (Peer-Review). Die Datenerhebung und die Datennutzung sind in der Regel kostenfrei. Die Befragten nehmen über das Internet (CAWI) oder mittels postalisch versendeter Papierfragebögen (PAPI) teil. Das GESIS Panel ist am GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften angesiedelt und wird durch Bund und Länder gefördert.

Ziel der aktuellen Sondererhebung zum Ausbruch des Coronavirus SARS-CoV-2 in Deutschland war es, zeitnah Daten über die Auswirkungen der Coronakrise auf das tägliche Leben der Menschen zu sammeln, daher beruhen diese Daten ausschließlich auf einer Online-Befragung. Weitere Längsschnitterhebungen mit der gesamten Stichprobe des GESIS-Panels sind im Verlauf des Jahres geplant. So wird das GESIS Panel mindestens in den nächsten drei Panelwellen weitere Befragungen zum Coronavirus durchführen und bei diesen Befragungen auch die postalische Teilnahme ermöglichen, so dass die folgenden Daten dann auf einer vollständigen Zufallsstichprobe basieren und die Ergebnisse auf die Gesamtbevölkerung übertragen werden können.

Die Befunde der Sondererhebung können mit denen einer vergleichbaren Studie an der Uni Bonn verglichen werden, in der Ökonomen des Exzellenzclusters ECONtribute in Kooperation mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) vom 20. bis zum 31. März 2020 rund 5.500 Niederländer zu den Veränderungen ihrer Arbeitswelt während der Pandemie befragten: https://www.uni-bonn.de/neues/096-2020. Die Bonner Studie finden sie hier: https://selten.institute/wp-content/uploads/2020/04/20200416_Corona_Gaudecker.pdf.

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