Mit dem Fachinformationsdienst (FID) Geschlechterforschung / Gender Studies entsteht erstmals eine zentral koordinierte Infrastruktur zur wissenschaftlichen Informationsversorgung für die inter- und transdisziplinäre Geschlechterforschung in Deutschland. Der FID bündelt bestehende Rechercheinfrastrukturen, verbessert die Literaturversorgung und stärkt durch Forschungsdatenservices, Open-Access-Angebote und Vernetzungsmöglichkeiten die Sichtbarkeit und Innovationskraft der Geschlechterforschung.
Ein konkreter Ansatz zur Umsetzung dieser Ziele ist die Verbesserung der Inhaltserschließung, um die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit relevanter Forschungsergebnisse zu erhöhen. Dazu trägt auch die geplante Erweiterung des vom Digitalen Deutschen Frauenarchiv entwickelten META-Katalogs bei.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Open Science: Der FID entwickelt Services für nachhaltiges Forschungsdatenmanagement und macht Potenziale zur Nachnutzung relevanter Daten sichtbar. Dafür wird die Open-Access-Transformation der Geschlechterforschung aktiv unterstützt – unter anderem durch die Integration des Fachrepositoriums GenderOpen. Forschende profitieren davon unmittelbar, etwa indem sie eigene Publikationen frei zugänglich machen, ihre Daten nachhaltig archivieren oder auf qualitätsgesicherte, fachspezifische Informationsquellen zugreifen können – was auch jetzt schon möglich ist, aber über den FID gebündelt wird. Der FID richtet sich dabei nicht nur an die Gender Studies selbst, sondern auch an alle, die in ihren Disziplinen geschlechterbezogene oder intersektionale Perspektiven verfolgen.
„Ich freue mich, dass es uns in diesem tollen Konsortium gelungen ist, den Fachinformationsdienst einzuwerben, um der Geschlechterforschung eine passende Infrastruktur zu bieten und ihre vielfältigen Forschungsleistungen sichtbar anzuerkennen. Wir von GESIS/CEWS sind am Aufbau und Verbreitung von communityspezifischen Informationen für das Forschungsdatenmanagement und über relevante NFDI-Konsortien beteiligt“, erklärt Dr. Lena Weber, Leiterin des Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS)
Der FID wird von einem Konsortium getragen, bestehend aus dem Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS) des GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, dem Margherita-von-Brentano-Zentrum der Freien Universität Berlin, dem Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin, der Universitätsbibliothek der HU Berlin, sowie dem Forschungsdatenzentrum Qualiservice an der Universität Bremen.
Gefördert wird das Vorhaben durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit zunächst dreijähriger Laufzeit. Eine enge Kooperation besteht zudem mit dem i.d.a.-Dachverband, der mit dem Digitalen Deutschen Frauenarchiv (DDF) zentrale Bestände zur Frauen- und Geschlechtergeschichte digital zugänglich macht.
Forschende, Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen sind eingeladen, die Angebote des FID aktiv zu nutzen und weiter mitzugestalten. Das dazu gehörige Portal wird noch erstellt und ist derzeit noch nicht online.
Weitere Informationen folgen mit dem Launch des Fachportals im Jahr 2026.
Kontakt:
Dr. Lena Weber
Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS)
lena.weber@gesis.org