Kurzskalen psychologischer Merkmale

Skalenkonzept

Theoretischer Hintergrund

Das Konstrukt Need for Cognition (NFC) stellt ein in vielen Forschungsfeldern immer beliebter gewordenes Persönlichkeitsmerkmal dar. Die Idee eines Persönlichkeitskonstrukts, das die Freude am Denken darstellt, entstand schon in der Sozialpsychologie der 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und ist in Arbeiten von Maslow (1943), Murphy (1947), Asch (1952), sowie Sarnoff und Katz (1954) zu finden. Eine engere Konzeptualisierung erfolgte Mitte der 1950er Jahre durch experimentelle Studien von Cohen (z.B. Cohen, Stotland & Wolfe, 1955). Cohen und Kollegen definierten das Konstrukt NFC dabei als „a need to structure relevant situations in meaningful, integrated ways. It is a need to understand and make reasonable the experiential world” (Cohen et al., 1955, S. 291). In den 1980er Jahren setzten sich Petty und Cacioppo verstärkt mit dem Konstrukt NFC auseinander (Cacioppo & Petty, 1982; Cacioppo, Petty & Morris, 1983; Cacioppo, Petty & Kao, 1984; Haugtvedt, Petty & Cacioppo, 1988). So lautet die in der Literatur häufig verwendete Definition von Cacioppo, Petty und Kao (1984, S. 306): „Need for Cognition refers to an individual‘s tendency to engage in and enjoy effortful cognitive endeavors.” Das Konstrukt beschreibt somit interindividuelle Unterschiede im Engagement und der Freude an Denkaufgaben (Bless, Wänke, Bohner, Fellhauer & Schwarz, 1994). Teildisziplinen der Psychologie wie die Sozial-, Motivations-, Pädagogische, Personal- und Gesundheitspsychologie beschäftigen sich fortwährend mit den Einflüssen dieses Persönlichkeitsmerkmals auf verschiedene psychologische Prozesse und Phänomene (Cavasoz & Campbell, 2008; Chen & Wu, 2012; Fleischhauer, Enge, Brocke, Ullrich, Strobel & Strobel, 2009; Haugtvedt et al., 1988; Mussel, Spengler, Litman & Schuler, 2012). Das Konstrukt ist auch für die Umfrageforschung interessant (z.B. Areni, Ferrell & Wilcox, 1999; Glantz, 2013).

Große Relevanz hat das Konstrukt NFC im Bereich der sozialpsychologischen Entscheidungsforschung im Rahmen des Elaboration Likelihood Models (ELM, Petty & Cacioppo, 1986). Dieses Modell nimmt eine zentrale Rolle in der sozialpsychologischen Forschung von Einstellungsänderung sowie der Medienwirkungsforschung ein und beschreibt die Verarbeitung persuasiver Informationen. Gemäß dem ELM können Informationen auf zwei Wegen, nämlich der zentralen oder peripheren Route, verarbeitet werden. Bei der peripheren, heuristischen Verarbeitung stehen Argumente und inhaltliche Informationen einer Mitteilung im Hintergrund. Informationen werden eher auf Grundlage von externen Hinweisreizen, wie beispielsweise der Attraktivität oder Kompetenz eines Mitteilungssenders verarbeitet. Bei der zentralen, systematischen Verarbeitung stehen vor allem die Argumente einer Mitteilung im Vordergrund. Diese Argumente werden von Personen aktiv elaboriert, in dem sie an vorhandenem Wissen gemessen, verglichen und eingeschätzt werden. Im Zuge der Erforschung des ELM haben Cacioppo, Petty und Morris (1983) diesbezüglich das Konstrukt des NFC entwickelt und untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen der Informationsverarbeitung auf Grundlage des ELM und dem Konstrukt NFC besteht. Hierbei wurde festgestellt, dass Personen mit höherem NFC eine höhere Motivation zur zentralen Informationsverarbeitung im ELM (Cacioppo et al., 1983) aufweisen. Damit kann davon ausgegangen werden, dass NFC Informationsverarbeitung, Werbewahrnehmung, oder Entscheidungsverhalten beeinflusst (siehe zur Übersicht Pechtl, 2009).

Weiterhin gilt NFC auch als wichtiger Gegenstand Pädagogisch Psychologischer Forschung, in der ein Zusammenhang des Konstrukts zu leistungsrelevanten Variablen beschrieben wird. Reinhard und Dickhäuser (2009) konnten zeigen, dass NFC ein wichtiger Moderator des Zusammenhangs von Aufgabenschwierigkeit und Erfolgserwartungen ist. Zudem zeigte sich in einer Arbeit von Anseel, Lievens und Schollaert (2009), dass es einen Zusammenhang zwischen NFC und dem Umgang mit Feedback gibt, wobei ein höherer NFC mit einem konstruktiveren Umgang mit Feedback einherging.

Im Bereich der Motivationspsychologie gibt es Hinweise zum Zusammenhang zwischen NFC und individuellen Unterschieden in intrinsischer Motivation (zum Denken). Olson, Camp und Fuller (1984) untersuchten diesbezüglich, ob Zusammenhänge zwischen dem Konstrukt NFC und intrinsischer Motivation in kognitiven Bereichen bestehen. Wie Cacioppo, Petty, Feinstein und Jarvis (1996) berichten, bestätigen die Studienergebnisse von Olson et al. (1984) diese Annahme: „Subscales that tapped intrinsic motivation in cognitive domains (e.g., academic curiosity, specific curiosity, complexity, novelty, computational, and scientific) were consistently more highly correlated with need for cognition than subscales that tapped intrinsic motivation in noncognitive domains (e.g., outdoor, artistic, and musical)” (S. 215).

Diese Befunde machen NFC vor allem auch für den Bereich der Personalauswahl interessant. Viele Arbeitgeber wünschen sich Personen, die eine größere Freude an schwierigen Aufgaben haben und ihre Urteile eher auf empirischen Informationen und rationalen Erwägungen gründen. Dies sind Aspekte, die ebenfalls mit einem hohen NFC einhergehen (Cacioppo et al., 1996).

Weiterhin ist das Konstrukt auch für die Teildisziplin der Gesundheitspsychologie von wesentlicher Bedeutung, da NFC mit geringerer Ängstlichkeit und niedrigerem negativen Affekt assoziiert ist, was wiederum mit Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit in Zusammenhang gebracht werden kann (Cavazoz & Campbell, 2008; Cacioppo et al., 1996). So neigen Personen mit einem hohen NFC beispielsweise dazu, von kognitiv fordernden Problemen oder komplexen Lebenssituationen weniger beeinträchtigt zu sein als Personen mit einem niedrigeren NFC (Cacioppo, et al., 1996). Die Forschung konnte zeigen, dass ein höherer NFC mit geringerer Angst vor kognitiven Stressoren (Cacioppo & Petty, 1984) und geringerem wahrgenommenen Stress von Collegestudenten einherging (Cacioppo et al., 1996).

Zur Erhebung des Konstrukts NFC

Zur Erhebung der Persönlichkeitsvariable NFC entwickelten Cacioppo und Petty (1982) zunächst einen standardisierten Fragebogen, der 45 Items umfasst und reduzierten diesen im Zuge ihrer Untersuchungen auf 34 Items. In einer weiteren Studie wurden die 34 Items in einer Studie zu einer Kurzfassung mit 18 Items reduziert (Cacioppo et al., 1984). Bless et al. (1994) übersetzten anschließend die ursprüngliche Langform des englischen Fragebogens ins Deutsche und reduzierten den Fragebogen auf 33 Items, ähnlich der Reduzierung von Cacioppo und Petty (1982). Zur möglichst effizienten Erfassung von NFC selektierten Bless et al. (1994) weiterhin 16 Items für eine Kurzform des Fragebogens. Diese deutsche Version der NFC-Skala wurde durch positive Zusammenhänge mit wissenschaftlichem Interesse und Leistungsmotivation sowie gefundenen negativen Zusammenhängen mit Misserfolgsmotivation und der überdauernden Stimmungslage validiert. Zusätzlich wurde eine externe Validierung der Skala im Rahmen des Elaboration Likelihood Modells vorgenommen: Hier zeigte sich wie erwartet, dass Personen mit hohem NFC (Mediansplit basierend sowohl auf der Lang- als auch der Kurzform) stärker durch stichhaltige Argumente überzeugt wurden als Menschen mit geringem NFC.

Bezüglich der faktoriellen Struktur des Konstrukts gehen Cacioppo und Petty (1982) von einem bipolaren, eindimensionalen Konstrukt aus. In empirischen Studien zeigte sich entsprechend, dass der erste in Hauptkomponenten- und exploratorischen Faktoranalysen extrahierte Faktor den weitaus größten Teil der Varianz der Variablen aufklärt. Auf diesem Faktor luden in den Studien sowohl Items, die den Facetten der Freude am Denken sowie das Engagement erfassen. Allerdings ergaben sich in den Analysen auch weitere Faktoren, auf denen zum Teil bedeutsame Nebenladungen nachgewiesen werden konnten (Cacioppo et al., 1996).

Das Konstrukt NFC kommt in einer Vielzahl der oben genannten Forschungsbereiche als wichtige Kontrollvariable zum Einsatz. Für eine solche Verwendung weist aber selbst die effizientere 16-Item-Form der NFC-Skala von Bless et al. (1994) noch eine problematische Gesamtlänge in Hinblick auf die Zumutbarkeit für die Befragten sowie die Erhebungskosten auf.

Die Entwicklung einer Ultra-Kurzskala hat deshalb im Rahmen des vorliegenden Beitrags den Zweck, eine systematische Auswahl weniger, angemessener Items für eine NFC-Kurzskala zu treffen und diese im Hinblick auf ihre psychometrische Güte zu prüfen. Eine solche Kurzskala, die den Gütekriterien Objektivität, Reliabilität und Validität Rechnung trägt, wurde im Rahmen der vorliegenden Arbeit entwickelt. Weiterhin wurde darauf abgezielt, die beiden Facetten des Konstrukts NFC – Engagement in und Freude an Denkaufgaben - in der NFC-K mit insgesamt vier Items abzubilden. Durch diese theoretische und – im Hinblick auf die Itemselektion – empirische Differenzierung wäre auch eine zweifaktorielle Faktorlösung mit den Faktoren „Freude“ und „Engagement“ ein denkbares Resultat empirischer Studien. Allerdings erwarten wir für diesen Fall, dass die beiden Faktoren gemäß der theoretischen Überlegungen von Cacioppo und Petty (1982) positiv miteinander korreliert sind. In diesem Fall könnte weiter von einer eindimensionalen Skala ausgegangen werden.

Zur Entwicklung der hier vorliegenden Kurzskala für das Persönlichkeitskonstrukt NFC wurde vorrangig die Skala von Bless et al. (1994) herangezogen. Zusätzlich wurden statistische Informationen aus der Originalskala von Cacioppo und Petty (1982) mit einbezogen. Die NFC-K wurde anhand von fünf aufeinanderfolgenden Studien entwickelt und erprobt.

Aufbau und Items der NFC-K

Die NFC-K misst das Merkmal Need for Cognition mit vier Items. Diese vier Items werden jeweils mittels einer siebenstufigen Antwortskala beantwortet. In Stichprobe 1 und 2 wurde jeweils eine endpunktbenannte Antwortskala eingesetzt, wobei die Kategorienbezeichnungen jedoch variierten. Ab Stichprobe 3 wurde eine modifizierte Antwortskala eingesetzt mit den Endpunkten „trifft überhaupt nicht zu“ (1) bis „trifft ganz genau zu“ (7). Hinweise zu den Stichproben finden sich hier. Die mittlere Antwortkategorie wurde mit „weder noch“ bezeichnet. Der genaue Wortlaut der vier Items sowie ihre deskriptiven Kennwerte sind in Tabelle 1 dargestellt. Die deutsche und die englische Version der Skala sind im Downloadbereich zu finden. Bei der englischen Version handelt es sich um Items der englischen Originalskala von Cacioppo und Petty (1982). Die Güte der Übersetzungen wurde bislang allerdings noch nicht geprüft.

Tabelle 1: Items und deskriptive Statistiken der NFC-K

M

SD

R

Sch

Kurt

Es genügt mir einfach die Antwort zu kennen, ohne die Gründe für die Antwort eines Problems zu verstehen.*5.821.341-7-1.321.30
Ich habe es gern, wenn mein Leben voller kniffliger Aufgaben ist, die ich lösen muss.4.071.551-7-0.19-0.85
Ich würde kompliziertere Probleme einfachen Problemen vorziehen.3.511.641-70.10-0.79
In erster Linie denke ich, weil ich muss.*5.851.401-7-1.361.42

Anmerkung: R = Range, Sch = Schiefe, Kurt = Kurtosis. N = 609 (Stichprobe 3 und 4, siehe Abschnitt Entwicklung und Validierung, Tabelle 2). * Item ist invertiert.

Auswertung

Zur Berechnung der individuellen Ausprägung des NFC wird aus den vier Rohwertpunkten der Antworten ein Mittelwert (Skalenwert) gebildet. Bei der Vergabe der Rohwertpunkte ist darauf zu achten, dass die Items 1 und 4 invers kodiert werden. Für die Berechnung des Mittelwerts werden anschließend die vier Antworten zu einem Gesamtrohwert aufsummiert und durch die Anzahl der bearbeiteten Items geteilt. Der Wertebereich für die Mittelwerte liegt zwischen 1 und 7. Zur Berechnung des Skalenwerts kann die Syntaxvorlage aus Appendix A verwendet werden.

 

 

Skalenkonzept (Kopie 1)

Theoretischer Hintergrund

Das Konstrukt der Selbstwirksamkeit (engl.: Self-Efficacy) bezieht sich auf die Einschätzung eigener Kompetenzen, Handlungen erfolgreich ausführen zu können. Vor diesem Hintergrund dient die vorliegende Kurzskala (ASKU) der Erfassung der „persönliche[n] Einschätzung der eigenen Kompetenzen, allgemein im täglichen Leben mit Schwierigkeiten und Barrieren zu Recht zu kommen und kritische Anforderungssituationen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können“ (Hinz, Schumacher, Albani, Schmid & Brähler, 2006, S. 26). Das zu erfassende Konstrukt der Self-Efficacy geht auf Bandura (1977) zurück und wird als eindimensional konzipiert. Selbstwirksamkeitserwartungen beeinflussen zahlreiche Aspekte menschlicher Tätigkeit, wie z. B. Ziele, Ausdauer, Strategienutzung und Umgang mit Misserfolg (Bandura, 1997; Pajares, 1997; Schunk, 1991). Die allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung spiegelt dabei eine über Situationen und Handlungsfelder generalisierte Kompe-tenzerwartung wider (Bandura, 2006). Die allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung wurde bisher vorwiegend in pädagogisch-psychologischen, gesundheits- und sozialpsychologischen Studien erhoben. Die allgemeine Selbstwirksamkeit bezieht sich dabei nicht auf ein spezifisches Handlungs- oder Funktionsfeld (vgl. Bandura, 2006, S. 307). Stattdessen spiegelt die allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung wider, dass Menschen ihre Erfahrungen zu Erfolgen und Misserfolgen über Situationen hinweg generalisieren (Jerusalem & Schwarzer, 1999). Mehrere Studien zeigen, dass Kompetenzerwartungen in unterschiedlichen Lebensbereichen positive Auswirkungen haben (z.B. Bandura, 1997; Luszczynska, Gutiérrez-Dona & Schwarzer, 2005). Die allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung weist Beziehungen zu verwandten Konstrukten wie Selbstwert, Kontrollüberzeugungen und Ergebniserwartungen auf (Judge, Erez, Bono & Thoresen, 2002). Die allgemeine Selbstwirksamkeitserwartung kann dabei als persönliche Bewältigungsressource aufgefasst werden (Schwarzer, 1994): Sie weist positive Zusammenhänge mit Optimismus und Arbeitszufriedenheit auf; negative Zusammenhänge zeigten sich unter anderem mit Ängstlichkeit und Arbeitsstress (Lus-zczynska et al., 2005).

Aufbau

Die ASKU ist mit drei Items als eindimensionale Skala konzipiert (siehe Abschnitt 2.4 und Appendix B). Das Format für die Beantwortung der Items ist fünfstufig. Die Antwortkategorien sind die folgenden: „trifft gar nicht zu“ (1), „trifft wenig zu“ (2), „trifft etwas zu“ (3), „trifft ziemlich zu“ (4), „trifft voll und ganz zu“ (5).

Auswertung

Um einen Messwert (Skalenwert) für die individuelle Ausprägung der Befragungsperson zu erhalten, werden die Antworten auf den einzelnen Items gemittelt. Der mittlere Skalenwert variiert zwischen 1 und 5 (für Referenzwerte siehe Abschnitt 5.4 und Appendix A).

Items

Die ASKU ermöglicht die Messung des Konstrukts Allgemeine Selbstwirksamkeit mit nur drei Items. In Tabelle 1 sind die Formulierungen der drei Items sowie ihre deskriptiven Statistiken dargestellt. Letztere basieren auf Daten einer umfangreichen, bevölkerungsrepräsentativen Zufallsstichprobe (Stichprobe 3, siehe Tabelle 2).

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Das Persönlichkeitsmerkmal Optimismus-Pessimismus wird seit mehr als drei Dekaden in der psychologischen Forschung untersucht. Am weitesten verbreitet ist die Konstruktdefinition­ von Scheier und Carver (1985), die Optimismus und Pessimismus als Erwartungen hinsichtlich zukünftiger Ereignisse ansehen. Während Optimisten davon ausgehen, dass ihnen meist „Gutes“ widerfährt, neigen Pessimisten dazu „Schlechtes“ zu erwarten. Solche Erwartungen beziehen sich laut Scheier und Carver nicht auf einzelne Bereiche des Lebens, sondern betreffen alle Bereiche. Optimismus und Pessimismus können daher als generalisierte Versionen von Vertrauen und Zweifel angesehen werden (Carver, Scheier, & Segerstrom, 2010). Aufgrund ihrer Ausprägung in diesem Persönlichkeitsmerkmal unterscheiden sich Optimisten und Pessimisten grundlegend in ihrer Herangehensweise an das Leben. Empirische Befunde bestätigen, dass die interindividuellen Unterschiede in diesem Persönlichkeitsmerkmal profunde Auswirkungen auf das Leben von Menschen haben können, zum Beispiel auf ihre Lebenszufriedenheit, ihr Selbstkonzept, ihre Gesundheit, auf die Art und Weise alltägliche Probleme und Herausforderungen zu bewältigen, ihren sozioökonomischen Erfolg und auf ihre Beziehungen zu anderen (für eine Übersicht siehe Carver et al., 2010; Nes & Segerstrom, 2006; Rasmussen et al., 2009; Scheier & Carver, 1992).

Aufbau

Die SOP2 zur Erfassung des Konstrukts Optimismus-Pessimismus besteht aus zwei Items (siehe Tabelle 1). Für die Antworten der Befragungsperson steht eine siebenstufige Ratingskala zur Verfügung. Die Antwortkategorien der SOP2 gehen von „gar nicht optimistisch“ (1) bis „sehr optimistisch“ (7) bzw. von „gar nicht pessimistisch“ (1) bis „sehr pessimistisch“ (7).

Auswertung

Um einen Messwert (Skalenwert) für die individuelle Ausprägung der Befragungsperson in dem Merkmal Optimismus-Pessimismus zu erhalten, werden deren Antworten auf den beiden Items aggregiert. Der Messwert SOP2 wird gebildet, indem die Antwort auf das Pessimismusitem rekodiert wird (für Details siehe Appendix D) und anschließend ein Mittelwert aus dem rekodierten Pessimismusitem und dem Optimismusitem gebildet wird. Der Wertebereich für SOP2 liegt dann zwischen 1 und 7 (für Referenzwerte siehe Appendix A).

Items

Die SOP2 ermöglicht eine Messung des Konstrukts Optimismus-Pessimismus mit nur zwei Items, eines, das Optimismus und eines, das Pessimismus erfasst. Um sicher zu stellen, dass die Konstrukte Optimismus und Pessimismus von allen Befragten in gleicher Weise verstanden werden, werden die Items jeweils durch eine kurze Konstruktdefinition eingeleitet. In Tabelle 1 sind die Formulierungen der beiden Items sowie ihre deskriptiven Statistiken dargestellt. Letztere basieren auf Daten einer umfangreichen, bevölkerungsrepräsentativen Zufallsstichprobe (Stichprobe 3).

Um die Nutzung der Skala für englischsprachige Untersuchungen zu ermöglichen, wurde diese ins Englische übersetzt. Die International Test Commission (2010) empfiehlt hierbei ein zweistufiges Verfahren. Zunächst haben zwei hauptberufliche, muttersprachliche Übersetzer die Items unabhängig voneinander übersetzt. Dabei wurden eine Übersetzung in britischem Englisch und die andere in amerikanischem Englisch angefertigt. In der zweiten Phase des Übersetzungsprozesses fand ein Rekonziliationstreffen statt, in dessen Verlauf die Übersetzungsvorschläge in einer Gruppe von Experten für die psychologischen Merkmale, den Übersetzern und einem weiteren Experten für Fragebogenübersetzung diskutiert und überarbeitet wurden. Die englische Version der Skala ist in Appendix C zu finden. Die Güte der Übersetzungen wurde bislang allerdings noch nicht geprüft.